MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Strafzins ramponiert Tagesgeld-Image – Warum Aktien im Aufwind sind

„Strafzins auf Tagesgeld – Drama für Sparer“. Meldungen wie diese gingen ab Sommer letzten Jahres reihenweise durch die Medien. Die Furcht ging um, dass bald jeder Sparer zur Kasse gebeten würde. Bei einem verbreiteten Strafzins auf Tagesgeld wäre es rentabler, Ersparnisse im Kopfkissen anzulegen.

Reine Sparanlagen verlieren an Attraktivität

Seitdem hat sich allgemeine Aufregung etwas gelegt. Die Banken vermeiden das Reizthema und geben sich verhalten, nachdem die Skatbank als erste Strafzinsen auf Tagesgelder und Girokonten einführt hatte.

Das bescherte der kleinen Bank in Thüringen eine zweifelhafte mediale Präsenz. Danach folgte noch die Commerzbank. Die Institute bemühten sich um Erklärungen: Kleinsparer mit Einlagen unter einer halben Mio. € seien nicht betroffen und Tagesgelder nach wie vor attraktiv.

Zur Untermauerung der Beliebtheit von Sparanlagen wurde oft auf die Tatsache verwiesen, dass die Deutschen 1,88 Bio. € auf der hohen Kante hatten, was sie zum Sparmeister Europas machte.

In der Tendenz aber sprachen Zahlen eine andere Sprache: Die Sparquote ist kräftig gesunken, von 12,7% in den 90iger Jahren auf 9,1% vor 2 Jahren. Der Bundesverband deutscher Volks- und Raiffeisenbanken etwa geht in einer Studie von einem weiteren Rückgang auf 6,5% in 10 Jahren aus.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Imageverlust: Anleger fühlen sich verschaukelt

Reine Geldsparanlagen sind angesichts anhaltender Niedrigstzinsen auf dem Rückzug. Zwar gehörten Tagesgelder zu den Gewinnern unter den Verlierern, doch die Erkenntnisse des letzten Jahres werden nun um eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts YouGov ergänzt. Eines der Ergebnisse: Nur noch jeder Zehnte plant, in den nächsten 12 Monaten ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Beim Strafzins verstehen die Deutschen Anleger keinen Spaß.

Das Thema Strafzins hat das Image von Sparanlagen zusätzlich ramponiert. Negativzinsen lösen der Befragung zufolge teils heftige Reaktionen aus. Kommentare wie „Abzocke“ mögen emotional sein, doch sie zeigen, dass sich die Anleger verschaukelt fühlen. Dabei ist der Eindruck, ungerecht behandelt zu werden, auch rein rechtlich nicht von der Hand zu weisen.

Echter Strafzins gesetzeswidrig

So regelt Satz 2 des § 488 BGB, dass der Darlehensnehmer verpflichtet ist, dem Darlehensgeber einen geschuldeten Zins zu zahlen. Der Zins ist die Vergütung für das Kapital, das vom Anleger verliehen wird. Echte Negativzinsen sind also nicht zulässig.

Da dies den Banken natürlich bekannt ist, weichen sie auf zulässige Sondervereinbarungen oder höhere Gebühren aus. Doch am rechnerischen Ergebnis ändert sich für die Kunden wenig. Würde man sich an das Bewertungsschema der Finanzämter anlehnen, könnte man von einer Art Gestaltungsmissbrauch durch die Banken sprechen.

Weil der Anleger aber nicht der Fiskus ist, bleibt ihm nur, auf rentablere Anlageformen zu setzen. Dass die Abwanderung bereits eingesetzt hat, zeigt etwa die erwähnte YouGov-Studie: Jeder vierte Anleger plant die Eröffnung eines Wertpapierdepots.

Dabei legen über 70% der Befragten Wert auf eine kostenlose Depotführung, einen Onlinezugang, möglichst geringe Gebühren und Informationen über wichtige Börsenereignisse sowie Hintergründe.

Zunehmende Orientierung an erfolgreichen Aktienanlagen

Insgesamt zeigt die Entwicklung: Die Diskussion um Strafzinsen hat die Banken hellhörig gemacht. Nur wenige Anleger sind direkt betroffen, Kleinanleger schon gar nicht.

Allerdings sind seitdem die Gebühren teilweise gestiegen und die Kreditinstitute hoffen auf einen Gewöhnungseffekt, demzufolge Anleger sich mit Niedrigzinsen abfinden, solange sie nicht noch draufzahlen müssen. Zudem wird etwa beim Tagesgeld mit Lockvogelangeboten von den mageren Renditen abgelenkt.

Doch die Anleger sind mittlerweile sensibilisiert und orientieren sich um. Dabei werden offensichtlich einige Grundlagen für eine erfolgreiche Aktienanlage vermehrt wahrgenommen: Diversifikation durch ein Depot mit mehreren Papieren, aktuelle Kursentwicklungen zur Depotanpassung und vor allem geringe Gebühren, die letztlich an der Rendite fressen. In Sachen Gebühren übrigens eignen sich gerade ETFs, die günstig die Entwicklung ganzer Indizes abbilden.

9. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.