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Strafzinsen und Bankenpleiten – das sind die Risiken für Ihre Bankeinlagen

Wenn Sie sich bisher schon über nur geringe oder sogar Null Zinsen auf Ihren Geldanlagekonten geärgert haben, es könnte noch schlimmer kommen.

Gerüchte existierten schon länger, dann gab es verschiedene Dementis. Aber inzwischen gibt es bereits die ersten Banken, die einen Strafzins für Geldanlagen einiger ihrer Kunden verlangen, und es werden mehr.

Bisher (Stand: 22.11.2014) handelt es sich um diese Institute:

Bekanntgegeben am:
28.10.2014Skatbank
19.11.2014Commerzbank
21.11.2014WGZ Bank

Das sind nur die bisher offiziell genannten Banken. Folgender Bericht in der FAZ vom 26.11.2014  lässt aber alle Anleger aufhorchen. Es wird deutlich, dass immer mehr Banken inzwischen großen Anlegern bei hohen Einlagen Gebühren oder negative Zinsen abverlangen, ohne natürlich dieses offen nach außen zu kommunizieren.

Darum verlangen Banken negative Zinsen

Seit geraumer Zeit fährt die Europäische Zentralbank (EZB) eine sehr aggressive Zinspolitik, indem sie die Zinsen extrem niedrig hält. Was gut für Kreditnehmer ist, hat für Geldanleger fatale Folgen. Die Zinsen sind allgemein auf historischen Tiefpunkten.

Weil viele Banken zurzeit zu viel Geld haben, und sie dieses nicht an andere Kunden oder Banken verleihen wollen oder können, „parken“ sie es bei der EZB. Teilweise aus gesetzlichen Gründen, teilweise weil sie keine andere Verwendung haben. Für dieses bei der EZB angelegte Geld müssen die Geschäftsbanken bereits einen Strafzins bezahlen.

Das Dilemma der Banken

Die EZB flutet die Märkte zurzeit mit Geld. Es ist im Geldkreislauf im Überfluss vorhanden. Aber: Wohin mit dem Geld? Die Banken wissen es nicht. Also versuchen sie, das Volumen der Kundeneinlagen abzubauen. Auf der anderen Seite wollen sie neue Kunden gewinnen. Dazu nutzen sie Aktionen mit Sonderzinsen und Sonderanlagemöglichkeiten. Ein wirklich paradoxes Spiel.

So agieren die Geschäftsbanken

Als (privater) Kunde müssen Sie bis jetzt (noch) keine Strafzinsen befürchten. Bisher werden diese negativen Zinsen nur von sogenannten „Institutionellen Kunden erhoben“. Also großen (Unternehmens-)Kunden zum Beispiel. Das Thema wird von den Banken aus gutem Grund sehr vorsichtig kommuniziert.

Entweder sind die Mindestgrenzen sehr hoch (bei der Skatbank ist die Rede von einem Betrag von 3 Mio. Euro, ab dem Strafzinsen anfallen sollen), oder die Grenzen und die Höhe des Zinses werden „individuell mit den betroffenen Kunden vereinbart“.

Noch tun sich die Banken also sehr schwer. Wenn man aber bedenkt, dass bis vor Kurzem eine solche Handhabe kategorisch ausgeschlossen wurde, dann können Sie sehen, wohin die Reise gehen könnte.


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Am Ende wird diese Entscheidung durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich vorgegeben. Und aktuell gegen Jahresende 2014 sieht es sehr danach aus, als ob die EZB ihren Niedrigzinskurs nicht nur verlängern, sondern sogar verstärken wird.

Als Anleger können Sie so reagieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich vor negativen Zinsen schützen können, zumindest solange diese noch nicht flächendenkend eingeführt werden.

  • Streuen Sie Ihr Geld auf verschiedene Banken, so können Sie mögliche Betragsgrenzen unterschreiten.
  • Schauen Sie nach Angeboten anderer Geldanlagen bei Ihrer jetzigen Bank, die besser verzinst werden.
  • Wechseln Sie zu einer anderen Bank. Häufig können Sie damit einen speziellen Sonderzins -zumindest eine gewisse Zeit lang- für Neukunden in Anspruch nehmen.

Aber Achtung: Vergessen Sie nie, welcher Bank Sie Ihr Geld anvertrauen.

Die Sicherheit von Banken darf nicht unbeachtet bleiben

Lassen Sie sich nicht von ungewöhnlich hohen Zinssätzen für Ihre Geldanlage blenden. Achten Sie darauf, dass die Bank Ihrer Wahl einem Einlagensicherungssystem angeschlossen ist. Nur dann ist Ihr Geld gesichert, falls die Bank selber Pleite gehen sollte.

Es gibt ein einheitliches Mindestschutzniveau in der EU, das einen Rechtsanspruch auf einen Einlagenbetrag von bis zu 100.000 Euro garantiert. Die schon in Deutschland bestehenden Schutzsysteme gehen schon länger sogar noch teilweise deutlich darüber hinaus.

Weitere Infos zu den Einlagensicherungsfonds in Deutschland finden Sie hier. Es gibt hier zwischen den verschiedenen Institutsgruppen Unterschiede, insgesamt ist das Sicherheitsniveau auf einen extrem hohen Stand. Das gilt aber nur für Deutschland.

Insbesondere bei ausländischen Banken sollten Sie daher ganz genau prüfen, unter welchem Rechtssystem diese stehen.

Ein Zinssatz für Tagesgeld einer Bank in Höhe von 5 %, deren Geschäftssitz sich in einer der sogenannten Steueroasen in Übersee befindet, beinhaltet somit einen gravierenden Haken: die Sicherheit Ihres Geldes ist viel geringer als bei einer inländischen Bank. Und die 5 % Zins sind im Zweifel kein angemessener Risikoausgleich für Sie als Anleger.

Sicherheit von Wertpapierdepots

Bei Wertpapieren in Wertpapierdepots gelten ganz andere Regeln. Die Banken oder Broker verwahren für Sie diese Papiere nur. Sie bleiben Ihr Eigentum und selbst im Fall einer Bankenpleite müssen diese Wertpapiere an Sie wieder herausgegeben werden. Aber auch hier ist letztlich das zu Grunde liegende Rechtssystem entscheidend.

Bei einer Bank in Deutschland oder Europa sollten Sie recht sicher Ihren Eigentumsanspruch durchsetzen können. Bei Banken oder Vermögensverwaltern, die vielleicht auf gänzlich anderen Rechtssystemen begründet sind, ist auch hier große Vorsicht angeraten.

Sollte eine Bank Wertpapiere Ihres Depots nicht mehr herausgeben, so ist das Diebstahl. Aber versuchen Sie einmal, einen Diebstahl juristisch in einem tausende Kilometer entfernten Land mit fremdem Rechtssystem zu verfolgen. Die Erfolgsaussichten sind sehr gering.

Darum ist auch die Auswahl der richtigen Depotbank eine wichtige Frage.

Sonderheit bei Anleihen von Banken

Ein Beispiel: Sie haben eine Anleihe der XYZ-Bank gekauft, und bei derselben Bank auch ein Wertpapierdepot, in dem diese Anleihe verwahrt wird.

Die XYZ-Bank gerät in Probleme und geht pleite. Was passiert mit Ihrem Depot? Sie haben weiter Zugriff auf alle Wertpapiere in Ihrem Depot, können diese also an ein anderes Kreditinstitut übertragen oder verkaufen.

Die Bankanleihe der XYZ-Bank hat aber keinen Wert mehr (oder nur noch einen Konkurswert, einen Bruchteil des ursprünglichen Nominalwertes). Der Einlagensicherungsfonds wird (außer unter bestimmten Umständen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken) den Wert der Anleihe nicht sichern.

Daher: achten Sie bei allen Anleihekäufen stets insbesondere auf die Bonität des Schuldners.

1. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Stefan Waldmann
Von: Stefan Waldmann. Über den Autor

Stefan Waldmann arbeitet nach Bankausbildung und Studium der Volkswirtschaft und Sozialpsychologie seit über 20 Jahren im Kapitalmarktbereich einer großen deutschen Bank.