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Stromdieb in der Mietwohnung – Vermieter dürfen Kündigen

Als Vermieter weiß man: Fristlose Kündigungen sind nicht einfach durchzusetzen. Sie sind immer an bestimmte Voraussetzungen gebunden und nur in bestimmten Fällen rechtmäßig.

Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Berlin Wedding zeigt: Wenn ein Mieter illegal handelt, indem er Strom klaut, haben Vermieter das Recht ihm die Wohnung fristlos zu kündigen.  Als Vermieter ist man nicht dazu verpflichtet, ihn weiter in der Wohnung wohnen zu lassen.

Das war passiert: Mieter stiehlt Strom

Aus einer anderen Mietwohnung war im November 2014 ein Stromkabel aus einer anderen Mietwohnung an der Baustromversorgung angeschlossen – diese befand sich im Treppenhaus.


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Damit sollte die Stromversorgung der Wohnung sichergestellt werden, denn diese wurde zuvor aufgrund hoher Nachzahlungsforderungen unterbrochen. Das bemerkte die Vermieterin der Wohnung und kündigte das Mietverhältnis daraufhin fristlos.

Dagegen wehrten sich die Mieter mit dem Hinweis, dass gar nicht sie in der Wohnung gelebt haben, sondern vielmehr ein Verwandter von ihnen. Dieser habe den Stromdiebstahl begangen. Doch von dieser Begründung ließ sich die Vermieterin nicht beirren und bestand auf ihre Kündigung, so dass der Fall vor Gericht landete.

Das Gericht entschied zu Gunsten der Vermieterin: fristlose Kündigung gerechtfertigt

Das Amtsgericht Wedding gab der Vermieterin Recht. Die fristlose Kündigung sei angesichts des Stromdiebstahls der Mieter gemäß § 543 Abs. 1 BGB gerechtfertigt gewesen. Ein solches Verhalten stelle einen wichtigen Grund zur sofortigen Beendigung des Mietverhältnisses dar. Die Begründung der Mieter, dass sie selbst nicht in der Wohnung gelebt hätten, war für das Gericht nicht weiter von Interesse.

Vielmehr hielt es den Hinweis auf den Verwandten für eine reine Schutzbehauptung. Zudem stellte es klar: Die Mieter haften so oder so für das Verschulden derjenigen Person, die die Wohnung nutzt (§ 540 Abs. 2 BGB). Es hilft also nichts, die Schuld von sich zu weisen. Im Falle eines solchen Regelverstoßes sind die Mieter, die im Vertrag stehen, dafür verantwortlich.

Vermieter muss von Untermieter wissen – sonst haftet der Mieter

Vermieter sollten mit ihre eigenen Mieter also auch über solche Fälle aufklären. Wenn diese ihre Wohnung aufgrund eines Auslandsaufenthaltes oder einer längeren geschäftlichen Abwesenheit untervermieten, sollte die Haftung für diese Zeit geregelt sein.

Mieter sollten darüber hinaus darauf hingewiesen werden, dass wenn der Vermieter nichts von einem Untermieter weiß, die Verantwortung für diese Zeit nicht auf diesen Untermieter übertragen werden kann. Das heißt: Allein der Mieter haftet für die Taten des Untermieters.

Fazit: Bei schweren Vertragsverstößen brauchen Vermieter nicht lange zu fackeln. Wer den Verstoß begangen hat, ist unerheblich. Ist das Vertrauen nachhaltig zerstört, können Vermieter also den Mietvertrag fristlos kündigen.

8. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.