MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

WG-Vermietung: Das muss der Vermieter beachten

Vermieter in Universitätsstädten erleben es tagtäglich: Das Wohnen in einer Wohngemeinschaft ist eine unter Studenten weit verbreitete und sehr beliebte Wohnform.

Wichtig ist es für Sie, bereits beim Abschluss des Mietvertrages die Weichen richtig zu stellen, damit das Mietverhältnis sich Ihren Interessen gemäß entwickeln kann.

Worauf Sie besonders achten müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Studentische WG: Mieterwechsel ohne Ihre Zustimmung wird gebilligt

Wichtig ist es, dass Sie bei Vermietung an eine Wohngemeinschaft im Mietvertrag Regelungen darüber treffen, ob und wie ein Austausch von Mietern möglich sein soll.

Sonst kann es Ihnen ergehen wie dem Vermieter in einem Fall, den das Landgericht Karlsruhe (Az. 9 S 580/83) zu entscheiden hatte: Ein Vermieter vermietete eine 4-Zimmer- Wohnung an vier Studenten.

Alle vier wurden als Mieter in den Vertrag aufgenommen.

Eine Regelung zum Auswechseln von Mietern wurde nicht getroffen. Nach einem Jahr wollte einer der Studenten ausziehen.

Der Vermieter einigte sich mit den bisherigen Mietern und einem weiteren Studenten, dass der eine Student aus der „Mietergemeinschaft“ ausscheidet und der neue Student in alle Rechte und Pflichten des Ausgeschiedenen eintritt.

Einige Monate später „kündigten“ zwei weitere Studenten und zogen aus. An ihrer Stelle wollten wieder zwei neue Mieter in die Wohnung einziehen.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Der Vermieter widersprach der Kündigung, da sie nicht von allen vier Mietern gemeinsam ausgesprochen worden war, und lehnte den Einzug der neuen Mieter ab.

Das Gericht entschied: Die Studenten können vom Vermieter die Zustimmung zur Abänderung des Mietvertrages verlangen.

Die beiden ausgezogenen Studenten sind aus dem Mietvertrag zu entlassen. An ihrer Stelle treten die beiden neuen Studenten als Mieter in den Vertrag ein.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Grundsätzlich gilt: Wer im Mietvertrag als Mieter bezeichnet ist und auch den Mietvertrag unterschrieben hat, ist Ihr Mieter.

Der Mieter muss Ihnen monatlich die vereinbarte Miete zahlen und auch sonst alle Pflichten erfüllen, die mit dem Mietvertrag verbunden sind.

Das Mietverhältnis wird nicht einfach durch den Auszug des Mieters beendet, sondern nur durch Kündigung oder durch Ablauf der vereinbarten Mietzeit.

Möglich ist darüber hinaus jederzeit die einvernehmliche Aufhebung des Mietvertrages.

Bei einer Mehrheit von Mietern muss eine Kündigung von allen Mietern oder von Ihnen als Vermieter gegenüber allen Mietern ausgesprochen werden.

Das Mietverhältnis endet dann für alle Mieter einheitlich.

Eine Kündigung, die nur von einigen Mitmietern ausgesprochen würde, wäre unwirksam.

Nur ausnahmsweise kann einer von mehreren Mietern aus dem laufenden Mietverhältnis „aussteigen“, wenn dies von Ihnen, dem ausscheidenden Mieter und allen weiter in der Wohnung wohnenden Mietern gemeinsam vereinbart wird.

Achtung: Diese Grundsätze gelten nach der oben dargestellten Rechtsprechung nicht, wenn Sie Ihre Wohnung an eine studentische Wohngemeinschaft vermietet haben.

Dann nämlich kann ein einzelner Mieter, der Mitglied der Wohngemeinschaft ist, von Ihnen verlangen, dass Sie ihn aus dem Mietvertrag entlassen.

Gleichzeitig können die verbleibenden Mieter aus der Wohngemeinschaft verlangen, dass Sie eine von ihr benannte Person als neuen Mieter in das laufende Mietvertragsverhältnis aufnehmen.

Die Gerichte argumentierten folgendermaßen: Bei einem Mietvertrag mit einer studentischen Wohngemeinschaft sei von vornherein die Möglichkeit des Wechsels der Vertragspartner vereinbart.

Für den Vermieter sei bei Abschluss des Mietvertrages bereits offensichtlich, dass die einzelnen Mieter nur über einen gewissen Zeitraum und jeweils unterschiedlich an der Wohnung interessiert sind.

Gleichzeitig sei ihm das Interesse der Studenten bekannt, die Zahl der Mieter gleichzuhalten, damit der Mietzins gemeinsam aufgebracht und eine zu große wirtschaftliche Belastung des einzelnen Wohngemeinschaftsmitglieds vermieden wird.

Wichtig: Wollen Sie also verhindern, dass in Ihren Mietvertrag mit mehreren Studenten oder mit einer Wohngemeinschaft die Zustimmung zu einem Mieterwechsel bei Auszug eines Mitglieds der Wohngemeinschaft hineininterpretiert wird, dann müssen Sie dies bereits bei Ihrer Mietvertragsgestaltung berücksichtigen!

22. Mai 2006

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Elisabeth Dauwe-Arnold
Von: Elisabeth Dauwe-Arnold. Über den Autor

Elisabeth Dauwe-Arnold ist ausgewiesene Mietrechtsexpertin. Nach mehrjähriger Richtertätigkeit hat sie viele Jahre lang praxisorientierte Forschungs- und Beratungsprojekte zu Fragen des Wohnungswesens bearbeitet und geleitet. Sie veröffentlicht als Fachautorin vorwiegend Beiträge zum Wohnungseigentums- und Mietrecht.