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Studiengebühren absetzen: Steuererklärung für Studenten

Studenten werden steuerlich vom Finanzamt für ihre Ausbildung zunächst abgestraft. Eine Möglichkeit, Studiengebühren sofort absetzen zu können, gibt es nämlich nur in Einzelfällen. Das deutsche Finanzsystem sieht eine Erstausbildung nämlich nicht als „beruflich veranlasst“, sondern als Privatsache und somit als Teil der Persönlichkeitsbildung.

Trotzdem sollten Studenten sich genau informieren, was sie absetzen können. Aber auch für ihre Eltern ist das Thema nicht uninteressant. Immerhin finanziert immer noch die Mehrheit aller Eltern die studierenden Kinder mit. Obacht ist also mehr als angebracht.

Studiengebühren absetzen: nur als Sonderkosten

Studenten haben laut geltendem Recht zunächst einmal steuerlich schlechte Karten. Kosten, die während des Studiums entstehen, können nämlich nicht als Werbungskosten abgesetzt werden. Studierenden bleibt daher nur noch die Möglichkeit, anfallende Kosten wie Studiengebühren als Sonderkosten absetzen zu lassen. Im Normalfall hilft dies jedoch nicht, da Sonderkosten auf maximal 6.000 € im Jahr gedeckelt sind und sich erst ab Einnahmen von mindestens 13.000 € wirklich lohnen.

Zweitstudium kann steuerliche Vorteile bringen

Deutlich besser stehen hingegen Personen da, die vor ihrem Studium eine weitere Ausbildung genossen haben. Darunter fallen auch Bachelor-Absolventen, die an ihr Studium einen Master anschließen möchten.

In diesen Fällen gilt die Zweitausbildung dann nicht mehr als Privatanlegenheit, sondern als berufliche Fortbildung, bei der anfallende Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden können.

Studiengebühren sammeln und absetzen

Diese werden während des Studiums angesammelt und können dann im ersten Jahr im Job verrechnet werden. In vielen Fällen sind die so gesparten Beträge so hoch, dass das erste Berufsjahr komplett steuerfrei absolviert werden kann.

Um diese Vorteile zu genießen, müssen Studenten jedoch bereits während ihrer Zweitausbildung (oder im Falle der Sonderkosten bereits im Erststudium) damit beginnen, sämtliche Belege zu sammeln.

Und die Möglichkeiten hierfür sind zahlreich. Neben den Kosten für benötigte Literatur, Auslandssemester, einen Arbeitsrechner samt Drucker oder Fahrtkosten zur Uni und der Lerngruppe können natürlich auch Studiengebühren abgesetzt werden. In seltenen Fällen können Studenten sogar ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen.

Wichtig dabei ist jedoch, dass Belege alleine nicht ausreichen. Studenten müssen bereits während des Studiums eine Steuererklärung einreichen.

Steuererklärung bereits während des Studiums

Diese kann in den meisten Fällen – durch den Entfall der Steuererklärungspflicht – zwar noch 4 Jahre später nachgereicht werden, aber im Laufe der Zeit können einzelne Belege natürlich verloren gehen.

Die Steuererklärung selbst ist dabei denkbar einfach, da ein sogenannter Verlustvortrag ausreicht. Hierzu muss der Mantelbogen der Erklärung ausgefüllt und die „Erklärung zur Festsetzung des verbliebenden Verlustvortrags“ angekreuzt werden.

Die Kosten des Studiums werden nun in der entsprechenden Anlage für selbstständige oder nichtselbstständige Arbeit eingefügt. Hier müssen natürlich auch etwaige Einkünfte angegeben werden. Davon ausgenommen sind Unterhaltszahlungen der Eltern, Kindergeld oder BAföG-Zahlungen, die generell steuerfrei bleiben.

Kurzausweg Berufsausbildung

Studenten in der Erstausbildung müssen vorerst jedoch darauf verzichten, ihre Studiengebühren absetzen zu können. Ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts kann trotz eingereichter Klagen noch mehrere Jahre auf sich warten lassen.

Bis dahin bleibt ein kleiner rechtlicher Ausweg, der jedoch schon vor dem Studium gewählt werden muss. Denn selbst eine kurze Ausbildung reicht in vielen Fällen bereits als Erstausbildung – wichtig ist nur, dass sie zur Ausübung eines Berufs genügt.

21. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.