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Stufenzinsanleihe: Kündigung der Bank droht

Das Angebot klingt verlockend: jährlich steigende Zinszahlungen auf eine Anleihe. Viele Banken behalten sich jedoch das Recht auf eine Kündigung der Stufenzinsanleihe vor.

Dies kann den Kunden schnell eine lohnende Rendite zerstören. Der Bank bringt dieser Schritt hingegen einen gesteigerten Anreiz für die Anleihe.

Anleihen als festverzinsliche Wertpapiere

Zur Erinnerung: Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die ähnlich wie Aktien gehandelt werden. Im Gegensatz zur Aktie erhält der Anleger jedoch keine Anteile am Unternehmen, sondern gewährt ihm einen Kredit.

Die Anleihe ist also ein Vertrag, der die Zahlung eines zeitabhängigen Entgelts – zu Deutsch: eine Zinszahlung – sowie die Rückzahlung des Kredits zu einem festgelegten Zeitraum festlegt.

Die Stufenzinsanleihe existiert dabei in zwei Varianten.

Die Varianten der Stufenzinsanleihe

Beiden gemein ist jedoch, dass die Zinsen von Jahr zu Jahr variieren. Unterschieden wird dabei zwischen einer Step-Up- und einer Step-Down-Variante.

Während die Step-Up-Stufenzinsanleihe jedes Jahr höhere Zinsen einbringt, funktioniert die Step-Down-Variante in gegengesetzter Richtung. Sie startet mit vergleichsweise hohen Zinszahlungen, die in der Folge jährlich abnehmen.


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In welchem Jahr welcher Zinssatz gezahlt wird, wird dabei direkt bei der Vertragsunterschrift festgelegt. Der Anleger weiß daher schon im Vorfeld genau, mit welchen Summen er zu welchen Zeitpunkten zu rechnen hat.

Damit eignen sich die Stufenzinsanleihen besonders für Anleger mit geringer Risikobereitschaft, sind sie doch vergleichsweise sicher.

Mehr zum Thema: Die Risiken der Stufenzinsanleihe

Stufenzinsanleihe: Kündigung kann Rendite zerstören

Die Kündigung der Stufenzinsanleihe durch die Bank kann einer akzeptablen Rendite jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Betroffen sind hiervon ausschließlich einige Step-Up-Varianten,

Bei diesen räumt sich der Emittent ein einseitiges Kündigungsrecht an, meistens zur Hälfte der Laufzeit. Zu diesem Zeitpunkt entscheidet er je nach Stand des aktuellen Marktzinses, ob er dieses Recht annimmt oder nicht.

Zwei Beispiele können diese Vorgehensweise verdeutlichen.

Die fiktive Vertrauensbank gibt eine Stufenzinsanleihe mit einer Laufzeit von vier Jahren heraus. Im ersten Jahr fallen Zinsen in Höhe von 2,25% an, die in jedem Folgejahr um jeweils 0,25% angehoben werden.

Gleichzeitig räumt sich die Bank die Möglichkeit ein, den Vertrag zur Hälfte der Laufzeit zu kündigen.

Beispiel für die Erhaltung des Vertrages

Beispiel 1: Nach zwei Jahren ist das allgemeine Zinsniveau des Marktes gestiegen. Für die Bank bedeutet dies, dass sie das geliehene Geld des Anlegers vergleichsweise günstig behalten kann.

Würde sie den Vertrag kündigen und neues Geld leihen, wären die Zinszahlungen vermutlich deutlich höher. Sie wird daher den Vertrag nicht kündigen.

Mehr zum Thema: Die Renditeberechnung bei einer Stufenzinsanleihe

Für den Anleger wäre zu diesem Zeitpunkt eine Kündigung jedoch von Vorteil, da er dann ebenfalls von höheren Zinsen einer Alternativanlage profitieren könnte. Diese Möglichkeit wird ihm jedoch nicht – oder nur mit hohen Einbußen – eingeräumt.

Beispiel für die Kündigung der Stufenzinsanleihe

Beispiel 2: Nach zwei Jahren ist der allgemeine Marktzins gesunken. Die Bank könnte sich also am Markt günstiger Geld leihen als im alten Vertrag beim Anleger.

Sie wird daher auf die Restlaufzeit verzichten und den Vertrag kündigen. Der Anleger schaut hier ebenfalls in die Röhre – denn er muss auf die hohen Zinszahlungen der letzten Jahre verzichten und sein Geld zu schlechteren Konditionen anlegen.

Anleger sollten daher nur zu Stufenzinsanleihen mit Kündigungsrecht setzen, wenn diese mit deutlich höheren Zinszahlungen ausgestattet sind als ihre Konkurrenzangebote. Nur dann wiegt die mögliche Rendite das Risiko einer vorzeitigen Kündigung auch wirklich auf.

11. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.