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Target-Kredite und ihre Folgen

In seinem neuen Buch „Die Target-Falle“ nimmt Hans-Werner Sinn die Eurokrise und dabei insbesondere das Phänomen der sogenannten Target-Kredite unter die Lupe.

Noch Anfang 2002 lagen große Hoffnungen auf der neuen, gemeinsamen europäischen Währung und die Ziele für Wirtschaft und Politik waren hoch gesteckt.

Mittlerweile zeigt sich deutlich, dass das europäische Projekt vollkommen zu straucheln droht und das, was ursprünglich Einheit und Frieden bringen sollte, droht sich in Unwillen und Reibereien aufzulösen.

Was ist Schuld an der großen Krise?

Wie konnte es zur großen europäischen Finanzkrise kommen und welche Kräfte waren in der Lage, unser einst so stabil wirkendes Währungssystem derart nachhaltig in die Zwickmühle zu manövrieren?

Wie es in solchen Zeiten üblich ist, werden Schuldzuweisungen vorschnell ausgesprochen und Sündenböcke gesucht.

Haben wirklich einige wenige Euro-Länder über ihre Verhältnisse gelebt und sich – schon seit längerem immer am Rande des Staatsbankrotts – einfach durch ihre Notenbanken den nötigen Puffer verschafft?

Sind wirklich immer größer werdende „Rettungsschirme“ die ultima ratio der Krise?

Der prominente und international anerkannte Wirtschaftsforscher Professor Hans-Werner Sinn beleuchtet diese Thematik detailliert in seinem neu erschienenen Buch „Die Target Falle“.

Eingehende Analyse aller problematischen Themenbereiche

Auf rund 400 Seiten legt er eine eingehende Analyse der europäischen Situation vor und erläutert die politischen Hintergründe und ökonomischen Mechaniken, die es soweit haben kommen lassen.

Wie der Titel des Buches verrät, liegt sein Hauptaugenmerk dabei auf dem System der so genannten „Target-Kredite“.

Bei diesem schwer zu durchschauenden Konstrukt, das lange Zeit völlig ignoriert wurde, handelt es sich im Prinzip um eine besondere Form des Interbanken-Geldtransfers.


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Doch für Hans-Werner Sinn steckt mehr dahinter: Für ihn liegt die größte Schuldenlast im allzu sorglosen und wenig verantwortungsbewussten Umgang mit eben diesen Target-Krediten, mit denen sich die europäischen Länderbanken lange Zeit gegenseitig versorgten.

Die entsprechenden Begründungen und Herleitungen stellt sein Buch klar und deutlich heraus.

In insgesamt zwölf umfangreichen Kapiteln analysiert der Autor die europäische Krisenthematik, jeweils unter anderen Kerngesichtspunkten.

So gibt es ein Kapitel, das sich primär mit dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und den daraus resultierenden Folgen beschäftigt und eines, das speziell die europäischen Zahlungsbilanzen im Fokus hat.

Andere Kernbereiche, die Hans-Werner Sinn anspricht, sind unter anderem die Fiskalunion und natürlich eben jene Target-Kredite, die dem Buch seinen Namen gegeben haben.

Außerdem widmet er sich in den letzten beiden Kapiteln explizit der Auswertung sämtlicher falscher Strategien, die bereits zur Lösung der Euro-Krise herangezogen worden sind und entwirft im Anschluss daran einen eigenen Vorschlag zur Stabilisierung und letztendlichen Rettung des Euro-Raumes.

Fazit

Bei aller Komplexität des Themas gibt sich Hans-Werner Sinn große Mühe, dem Leser die entsprechenden Mechaniken und Gesetzmäßigkeiten verständlich zu erläutern, was ihm zu größten Teilen auch gelingt.

Einzig drei Kapitel, nämlich Nummer 6-8, werden dem finanztheoretischen Laien einige Probleme bereiten, sind sie doch allzu trocken und wissenschaftslastig ausgefallen.

Fairerweise weist der Autor im Vorwort allerdings selbst auf diesen Umstand hin und empfiehlt voller Rücksicht, diese Abschnitte im Notfall einfach zu überspringen.

Generell zeichnet sich Sinns Ausdrucksweise durch eine zurückhaltende Vorsicht aus, die im anklagenden Geschrei der Medien wohltuend und beruhigend ist.

Weder fordert er die sofortige Abschaffung des Euros, noch die ewige Verbannung der schwächsten Länder der Europäischen Union.

Natürlich lässt sich die implizite Kritik an diversen Politikern nicht leugnen, die dennoch aus den Zeilen hervor strahlt, aber Sinn geht es dabei hauptsächlich um die Darlegung von eklatanten ökonomischen Fehlentscheidungen, die über die Jahre hinweg von Politikern getroffen wurden, die offensichtlich nicht sehr vertraut mit den realen Wirtschaftswissenschaften sind.

Seine Analyse und Auswertung der Situation entfällt wohl durchdacht und begründet und der Autor bemüht sich, keine allzu große Konzentration auf die Verursacher zu lenken, sondern einen neuen Kurs zur Verbesserung der Lage zu formulieren.

So schlägt er gegen Ende des Werkes den Europäern eine radikale Neuorientierung am System der USA vor, ganz besonders was die US-Zentralbanken anbelangt.

Sogar die Begrifflichkeit der „Vereinigten Staaten von Europa“ fällt im letzten Kapitel, was dem ein oder anderen sicherlich als zu weit gehend erscheinen mag.

Dennoch ist Hans-Werner Sinns Lösungsmodell umfassend und neuartig genug, um sich positiv von allen bisherigen Ansätzen abzuheben.

Über den Autor:

Hans-Werner Sinn studierte Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und promovierte 1978 an der Universität Mannheim. Seine Habilitation erfolgte im Jahre 1983.

Seit 1984 ist Sinn Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, daneben war er vielfach als Gastprofessor zu speziellen Themengebieten tätig, darunter an der London School of Economics sowie an den Universitäten Bergen, Stanford, Princeton und Jerusalem.

Von 1997 bis 2000 war Sinn Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik und zwischen 2006 und 2009 Präsident des International Institute of Public Finance, des Weltverbandes der Finanzwissenschaftler. Darüber hinaus fungierte er zehn Jahre lang als Aufsichtsratsmitglied der HypoVereinsbank.

Hans-Werner Sinn hat zahlreiche Fachbücher zu wirtschaftswissenschaftlichen und finanztheoretischen Themen verfasst und engagiert sich besonders stark in den Forschungsbereichen der Ressourcenallokation und der allgemeinen Gleichgewichtsmodelle.

Seit Februar 199 ist Professor Sinn Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Er lebt heute mit seiner Frau in Gauting bei München und hat drei erwachsene Kinder.

Das Buch ist im Carl Hanser Verlag erschienen und kostet 19,90 €.

29. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.