Wie so oft bei neuen Anlagethemen ist das Angebot in Sachen Anlageformen beim Klimaschutz noch sehr gering. Doch spätestens seit der Veröffentlichung des UNO-Klima- Berichts hat sich das geändert:
Fast im Wochentakt kommen neue Zertifikate oder Fonds auf dem Markt. Hier ist es für Sie nicht so einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn all diesen Produkten fehlt es an einer aussagekräftigen Vergangenheitsperformance.
Beim Thema ökologische Anlagemöglichkeiten ist das Angebot jedoch weitaus größer. Vor allem bei verschiedenen Indizes oder auch Basket-Zertifikaten auf alternative Energieträger gibt es reichlich Auswahl. Insgesamt existieren derzeit schon 30 bis 40 Öko-Nachhaltigkeits- und Umwelt-Indizes.
Damit Sie sich aber speziell im Bereich Klimawandel positionieren können, stelle ich Ihnen drei Anlagen vor, die Ihnen genau diese Möglichkeit bieten.
WestLB Klimawandel Active Zertifikat
Mit diesem Open-End-Zertifikat erhalten Sie die Möglichkeit breit gestreut auf das Anlagethema Klimawandel zu setzen. In dem Aktienkorb sind 12 Unternehmen zusammengefasst, die mit Klimaschutz ihr Geld verdienen. Dabei geht es nicht nur um erneuerbare Energien.
Die Zusammensetzung des Aktienkorbes ist sektor- und branchenübergreifend angelegt. Neben Solarund Bionenergiewerten finden Sie dort auch Anlagenbauer sowie Umwelttechnik-Unternehmen.
Somit ist das Zertifikat auch als Ergänzung zu Produkten zu verstehen, die eine Fokussierung auf alternative Energien bieten.
Zu Beginn sind die 12 enthaltenen Unternehmen im Aktienkorb gleich gewichtet. Danach wird zu Beginn eines jeden Quartals die Zusammensetzung durch Analysten der WestLB überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Damit kann das Zertifikat flexibel auf die aktuellen Marktumstände oder auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagieren.
Ein genauer Blick auf die enthaltenen Unternehmen zeigt, dass die Streuung sehr breit angelegt ist. So ist im Zertifikat mit Ceramic Fuel Cells Ltd. ein australischer Brennstoffzellen-Hersteller vertreten. Mit Schmack Biogas und Solarworld sind auch 2 deutsche Unternehmen enthalten.
Sehr aussichtsreich ist auch der spanische Technologiekonzern Abengoa, der sich immer mehr zum Umweltkonzern wandelt. Neben konventionellen Kraftwerken baut Abengoa Kraftwerke für erneuerbare Energien, Meerwasser-Entsalzungsanlagen und produziert Bio-Ethanol.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 werden Rekordzahlen erwartet. In den ersten 9 Monaten lag der Gewinn mit 72 Mio. € schon um 60% über dem Vorjahreswert. Mit der in London beheimateten Climate Exchange findet sich auch eine Emissionsbörse im Basket-Zertifikat.
Dort werden CO 2- Emissionsrechte gehandelt – ein starkes boomendes Geschäftsfelds in Zeiten der fortschreitenden CO 2-Reduzierung.
Zusammensetzung WestLB Zertifikat
Die Kostenseite ist bei diesem Zertifikat ebenfalls interessant. So fallen pro Jahr für das aktive Management maximal 1,5% an.
Das ist ein im Branchenvergleich durchaus üblicher Wert. In der Praxis wird der Wert jedoch sicherlich geringer ausfallen, denn die anfallenden Dividenden werden auf die Managementgebühr angerechnet.
Die Fonds-Lösung: Der New Energy Fund
Im Gegensatz zu vielen anderen Klimaschutz-Fonds, die derzeit auf den Markt kommen, hat das Management des MLIIF New Energy Fund schon eine ganze Menge Erfahrung in der Branche gesammelt.
Beide Fondsmanager stehen auch beim MLIIF World Energy Fund in der Verantwortung. Während jedoch bei diesem Fonds klassische Energiewerte aus dem Sektor Öl und Gas im Vordergrund stehen, liegt der Schwerpunkt des New Energy Fund ganz klar auf erneuerbaren Energien.
Neue Energien auf dem Vormarsch
Der Fond glänzte bereits in der Vergangenheit mit einer starken Performance. Der Klimawandel bringt einen zusätzlichen Schub.
Damit werden indirekte Gewinner des Klimawandels zwar ausgeschlossen, doch zur Optimierung Ihres Depots bietet sich dieser Fonds sehr gut an, denn damit decken Sie den gesamten Bereiche der erneuerbaren Energien ab.
Der dänische Windenergiespezialist Vestas ist mit aktuell rund 7% die größte Position. Direkt dahinter folgt der TecDAX Titel Solarworld mit gut 6%.
Wie gut dieser Sektor schon gelaufen ist, zeigt ein Blick auf die Wertentwicklung der vergangenen 3 Jahre: So gab es seit dem Sommer 2004 einen Zuwachs von mehr als 100%.
Hier erwarte ich ganz klar eine Fortsetzung des Trends, denn in dem Fonds sind jeweils die besten Unternehmen aus den verschiedenen Sektoren enthalten.
Siemens: Der indirekte Klimawandel-Gewinner
Dank seiner Technologie zum sauberen Betrieb von Kohlekraftwerken (siehe Seite K 40/010) wird Siemens enorm vom Klimawandel profitieren. Schon jetzt ist Siemens mit der Tochter Siemens Power Generation (PG) einer der führenden Anbieter.
Mit 36.000 Angestellten wurde in diesem Sektor im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30.09.2006) ein Umsatz von über 10 Mrd. € erzielt. Dabei liegt das Auftragsvolumen bei rund 12 Mrd. €.
Siemens mit Aufholpotenzial
In den vergangenen Jahren blieb die Siemens-Aktie deutlich hinter dem DAX zurück. Der Kampf gegen den Klimawandel wird das Nachholpotenzial freisetzen.
Auch wenn die Öffentlichkeit bei Siemens in den vergangenen Monaten andere Themen im Fokus hatte, ist die Kraftwerksparte doch der größte Umsatzbringer im Konzern.
Nach den guten Zahlen zum vergangenen Quartal wird wohl im weiteren Verlauf des Jahres das operative Geschäft wieder verstärkt in den Fokus der Anleger treten. Mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 13 bietet die Aktie gutes langfristiges Potenzial.
Der Sprung über die 100-€-Marke sollte bei einem freundlichen Börsenumfeld im weiteren Jahresverlauf noch möglich sein.








