MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Teilkostenrechnung: Zur Berechnung von Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle

Kosten sind nicht gleich Kosten – das wissen Unternehmer und Privatanleger. Insbesondere für Unternehmen ist die Unterscheidung jedoch essentiell: Innerhalb der Kostenrechnung wird auf Voll- oder Teilkostenbasis berechnet.

Bei der Teilkostenrechnung werden bestimmte Kosten ausgeklammert. Auch Privatanleger sollten die Unterschiede zwischen Voll- und Teilkostenrechnung kennen, um die Kostenstrukturen von Unternehmen unterscheiden und beurteilen zu können.

Voll- und Teilkostenrechnung: Das ist der Unterschied

Eine Vollkostenrechnung bezieht sämtliche Kosten mit ein. Bei der Teilkostenrechnung hingegen erfolgt in der Regel eine Aufteilung in variable und fixe Kosten. Fixkosten werden hierbei ausgeklammert.

Bei der Kostenrechnung auf Vollkostenbasis werden zum Beispiel sowohl typische Fixkosten wie Mieten und Abschreibungen als auch variable Kosten wie Rohstoffe und Fertigungslöhne mit einbezogen.

So wird berechnet, welche langfristigen Preisuntergrenzen vom Unternehmen festgelegt werden müssen, um kostendeckend zu arbeiten. Die Teilkostenrechnung dagegen beinhaltet nur die Kosten, die sich je nach Produktionsmenge verändern.

Teilkostenrechnung: Deckungsbeitrag, Gewinnschwelle und Co.

Indem nur variable Kosten einfließen, ermittelt man im Rahmen der Teilkostenrechnung lediglich den sogenannten Deckungsbeitrag. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten.

Formel  

Den Deckungsbeitrag berechnen

?
Die Deckungsbeitrag-Formel ist ein Instrument, um die Wirtschaftlichkeit von Produkten oder Produktgruppen zu berechnen und gegenüberzustellen. Er stellt den Anteil dar, der zur Deckung der Fixkosten eingesetzt wird. Daher auch der Name Deckungsbeitrag.
$$\bo\text"Deckungsbeitrag"=\text"Verkaufserlös " -\text"variable Kosten"$$
Ergebnis berechnen

Dieser Betrag zeigt auf, wie viel das jeweilige Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Grundsätzlich sollten die Erlöse bzw. der Verkaufspreis nämlich die variablen Kosten des Produkts decken – andernfalls arbeitet das Unternehmen nicht wirtschaftlich.

Übersteigen die Erlöse noch die variablen Kosten, decken sie gleichzeitig auch teilweise oder komplett die Fixkosten. Weitere Erlöse – über die Deckung der variablen und fixen Kosten hinaus – zählen zum Betriebsgewinn.

In diesem Zusammenhang kann auch berechnet werden, ab wann das Unternehmen die Gewinnschwelle bzw. den Break-Even-Point überschreitet oder wie kurzfristige Preisuntergrenzen festgelegt werden sollten. Im Allgemeinen sollte die Vollkostenrechnung also für langfristige Planungen, die Teilkostenrechnung für kurzfristige Entscheidungen zu Rate gezogen werden.

Die ein- und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Innerhalb der Teilkostenrechnung gibt es verschiedene Verfahren. Im Rahmen der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung ermittelt man zuerst die Deckungsbeiträge aller abgesetzten Produkte und zieht dann davon die Fixkosten ab.

Formel  

Betriebsergebnis

$$\bo\text"Betriebsergebnis"=\text"Deckungsbeiträge " -\text"Fixkosten"$$
Ergebnis berechnen

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung teilt die gesamten Fixkosten noch weiter auf. So soll die Wirkung von Unternehmensentscheidungen durch den Blick auf Fixkosten einzelner Produkte, Produktgruppen, Kostenstellen oder Betriebe prognostiziert werden. So wird deutlich, welche Produkte bzw. Produktgruppen besonders rentabel sind.

Indem das Unternehmen dann nur noch diese produziert, setzt es sein Kapital effektiver ein – und erzielt womöglich mehr Gewinn. Das macht sich dann häufig auch für Anleger bemerkbar, die in das Unternehmen investiert haben.

Insofern sollte man sich als Privatanleger auch einmal die einzelnen Kostenrechnungen und die Reaktionen der Unternehmen darauf ansehen. Denn diese geben auch Aufschluss darüber, wie effizient das Unternehmen wirtschaftet.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.