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Tesla: Was steckt hinter dem SolarCity-Zukauf?

Die Aktien von Tesla Motors standen in den letzten Wochen zeitweise unter Druck. Zum einen sorgte ein tödlicher Unfall mit aktivierten Autopiloten (Fahrassistenzsystem) für Verunsicherung, zum anderen enttäuschte der kalifornische Elektroauto-Hersteller mit schwachen Auslieferzahlen fürs zweite Quartal, die hinter den Erwartungen zurückblieben.

Zuvor überraschte Tesla seine Aktionäre mit der Ankündigung, Amerikas größten Solarinstallateur SolarCity für insgesamt 2,8 Mrd. US-$ in Aktien übernehmen zu wollen. Unmittelbar nach der Übernahmeankündigung gaben Tesla-Aktien kurzzeitig auf unter 200 US-$ nach – inzwischen konnten sie sich wieder erholen.

SolarCity-Zukauf durch Tesla Motors – was steckt dahinter?

Investoren schmeckte der milliardenschwere Zukauf zunächst nicht, da die Akquisition auf den ersten Blick und finanziell gesehen keinen Sinn ergibt.

Tesla Motors kauft mit SolarCity ein Unternehmen, das seit Jahren rote Zahlen schreibt, jüngst die Markterwartungen verfehlte und einen negativen Cashflow aufweist. Zusammengenommen weisen die beiden Unternehmen allein für 2015 einen Verlust von 1,6 Mrd. US-$ (Tesla: 884 Mio. US-$, SolarCity: 769 Mio. Dollar) aus.


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Auch der operative Cashflow war bei beiden Unternehmen in 2015 negativ – zusammengenommen stand bei beiden Firmen ein negativer operativer Cashflow von 1,3 Mrd. US-$ (SolarCity: 790 Mio. US-$, Tesla: 524 Mio. US-$) zu Buche.

Tesla-Chef Elon Musk sieht hohe Synergieeffekte

Trotz der negativen Vorzeichen hob Tesla-Chef Elon Musk die positiven Seiten der Akquisition von SolarCity hervor. Durch den Zukauf kann sich Tesla als vertikal  integriertes Energie-Unternehmen aufstellen und Elektroautos, Heimspeicher (Tesla Powerwall) und Solarmodule aus einer Hand anbieten.

Musk sieht durch den Zusammenschluss mit SolarCity daher das Potenzial, Tesla Motors sogar zu einem Unternehmen mit einem Marktwert von 1,0 Billionen US-$ aufbauen zu können.

Der Grund: Tesla hofft standardmäßig bei jeder Solarinstallation gleich den Batterie-Speicher (Tesla Powerwall) mitliefern zu können. Derzeit wird die Tesla Powerwall (Speicher mit 6,4 Kilowattstunden Kapazität) noch für etwa 3.000 US-$ verkauft – dies soll sich künftig ändern.

Bis 2020 will Tesla die Kosten seiner Batteriespeicher von 1.000 US-$ pro kWh (im Jahr 2010) auf rund 100 US-$ pro kWh in 2020 senken – damit würde eine Tesla Powerwall theoretisch nur noch 640 US-$ kosten.

Fazit: SolarCity-Zukauf macht für Tesla Motors langfristig Sinn

Durch die Zusammenführung mit SolarCity will Tesla Motors zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sich damit ähnlich im Markt aufstellen wie der chinesische Rivale Build Your Dreams (BYD), der ebenfalls neben Elektroautos auch Solar- und Batterie-Speicherprodukte anbietet.

Zum einen kann sich Tesla einen weiteren Vertriebskanal für seine Elektroautos erschließen, zum anderen kann Tesla so die Auslastung seiner Gigafabrik sicherstellen und damit die Batterie-Kosten sowohl für Elektroautos als auch bei seiner Tesla Powerwall (Batterie-Speicher) weiter senken.

Was Tesla-Anleger noch wissen sollten: Durch die Übernahme von SolarCity gelangt Tesla Motors in den Besitz einer hocheffizienten Solar-Technik. Der Grund: Im Jahr 2014 hatte SolarCity das Solar-Startup Silevo übernommen, das mit einer neuen Technik Solarmodule mit einem Wirkungsgrad von über 22% produzieren will.

Damit hofft SolarCity die Kosten für Solaranlagen bis Ende 2017 auf unter 2,50 US-$ pro Watt drücken zu können, wenn die neue SolarCity-Gigafabrik in Buffalo seine volle Produktionskapazität erreicht.

Gewinner des Deals dürften somit nicht nur die SolarCity-Aktionäre sein, sondern auf lange Sicht auch die Tesla-Anleger, denn an der grundsätzlichen Investmentthese hat sich auch durch den jüngsten Zukauf nichts geändert: Tesla Motors baut nach wie vor die Elektroautos mit der größten Reichweite und gibt auch in Sachen Batterie-Technik (Kosten, Performance) und Ladenetz (Tesla Supercharger) weiter den Takt vor.

25. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands