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Thesaurierungsbegünstigung im Rahmen der Unternehmensteuerreform

Die Thesaurierungsbegünstigung ist eine steuerliche Regelung, die mit der Unternehmenssteuerreform seit dem 1. Januar 2008 in Deutschland eingeführt worden ist.

Grundlage der Besteuerung ist der §34 Einkommenssteuergesetz (EStG).

Diese Neuregelung hat das Ziel, die Besteuerung von Personenunternehmen, also Einzelpersonen wie auch Personengesellschaften, an denen von Kapitalgesellschaften (AGs, GmbHs, KGaAs) anzunähern.

Die sogenannte rechtsformneutrale Besteuerung, die mit der Thesaurierungsbegünstigung einhergeht, soll die Eigenkapitalbasis deutscher Firmen stärken.

Die Thesaurierungsbegünstigung ist als Ausgleich für Personengesellschaften zu verstehen, die auf Antrag eine vergünstigte Besteuerung nicht ausgeschütteter Gewinne beantragen können.

Was ist ein thesaurierter Gewinn?

Als thesaurierter Gewinn wird eine bilanzielle Maßnahme verstanden, wodurch Gewinne einbehalten und damit nicht an Anteilsinhaber ausgeschüttet werden. Dadurch bleibt der Gewinn im Unternehmen.

Um das Steuerrecht zu vereinfachen und Rechtsformneutralität herbeizuführen, bietet der Gesetzgeber eine Möglichkeit zur günstigeren Besteuerung dieser thesaurierten Gewinne an.

Thesaurierungsbegünstigung auf Antrag

Auf Antrag werden im Unternehmen verbliebene Gewinne nicht mehr mit dem individuellen progressiven Steuersatz, sondern mit einem ermäßigten Steuersatz von 28,25% zuzüglich des Solidaritätszugschlags und eventuell Kirchensteuer besteuert.

Der Antrag kann auch nur auf einen Teil des Gewinns gestellt werden, jedoch muss der Antrag spätestens mit der Steuerklärung an der Finanzamt gehen.

Zudem ist dieser Antrag jährlich wiederholt zu stellen, um in den Genuss der Thesaurierungsbegünstigung zu kommen.

Voraussetzungen für die Thesaurierungsbegünstigung

Begünstigt sind laufende Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit, die nicht schon durch den §§16 Abs. 4, 34 oder 18 Abs. 1 begünstigt sind.

Die Gewinnermittlung muss nach §4 Abs. 1 S.1 oder §5 Einkommenssteuergesetz (EStG) erfolgen.

Die Thesaurierungsbegünstigung ist zudem betriebs- und personenbezogen. Dies bedeutet, dass für jeden Betrieb und Mitunternehmeranteil ein gesonderter Antrag gestellt werden muss.

Die Voraussetzung: Ein Mitunternehmer muss mit mehr als 10% oder mehr als 10.000 € am Gewinn beteiligt sein.

Werden diese thesaurierten Gewinne später wieder entnommen, fällt eine Nachsteuer in Höhe von 25% zuzüglich Solidaritätszugschlag an.

Die Nachsteuer fällt auch dann an, wenn das Unternehmen zwischenzeitlich verkauft wird oder es zur Aufgabe des Geschäftsbetriebs kommt.

Insgesamt ergibt sich damit bei Gewinnen, die bei Personengesellschaften verbleiben, ein Steuersatz von 29,77%.

Die Besteuerung ist damit vergleichbar wie bei einer Kapitalgesellschaft (29,83%), wenn alle Steuern wie Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Solidaritätszuschlag berücksichtigt werden.

Mehr zum Thema: Grundlagen: Besteuerung Thesaurierende Fonds

Rechenbeispiel zur Thesaurierungsbegünstigung bei einem Einzelunternehmer

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Die Thesaurierungsbegünstigung sollte nicht allein der Grund für den Antrag sein. Die Nachversteuerung kann dann fällig werden, wenn die finanzielle Lage im Unternehmen gerade angespannt ist.

Zudem umfasst die Thesaurierungsbegünstigung keine sogenannten tarifbegünstigten Gewinne und außerbilanzielle Hinzurechnungen. Darunter fallen zum Beispiel Veräußerungsgewinne und nicht abziehbare Betriebsausgaben.

1. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands