MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Total Expense Ratio: Ein Beispiel missglückter Anlegeraufklärung

Wie arbeitet eigentlich mein Investment genau und welche Kosten kommen auf mich zu? Dass Fonds und Banken das meiste für sich herausholen wollen und ihre Anlegerkundschaft nicht durchgehend aufklären, ist leidlich bekannt.

Doch der Anlegerschutz hat sich in den letzten Jahren zunehmend verbessert, vor allem durch die Prospektpflicht. Hingegen ist die Total Expense Ratio ein Beispiel dafür, wie es nicht sein sollte. Eingeführt wurde sie 2004 durch das Investmentgesetz, dessen Nachfolger das Kapitalanlegegesetzbuch (KAGB) ist. Bis dahin war es für Laien kaum nachvollziehbar, wie viel an Kosten und Gebühren vom investierten Geld abgehen und letztlich an der Rendite nagen.

Total Expense Ratio: Beispiel für irreführende Anlegeraufklärung

Die Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote soll Aufschluss über die Summe der genannten Posten geben und zwar als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens in einem Geschäftsjahr.

Die Realität indes sieht anders aus. Denn die Kennzahl wird von vielen Seiten als ein Beispiel missglückter Anlegeraufklärung kritisiert, die lückenhaft ist und falsche Erwartungen weckt.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Laut Statistik liegt die TER bei Aktienfonds zwischen 0,8% und 3%, bei Rentenfonds zwischen 0,5% und 1,3% und bei offenen Immobilienfonds zwischen 0,5% und 2%. Wer nun erwartet, dass in diesen Zahlen auch alles eingerechnet ist, wird sich wundern, wenn er am Jahresende auf die tatsächlich verbleibende Rendite schaut.

Nur Verwaltungs-, Betriebs- und Depotbankkosten

Das beginnt schon damit, dass die TER zwischen Kosten auf Ebene des Anlegers und der des Fonds unterscheidet. Nur letztere werden zwingend angegeben, und selbst das nicht vollständig. Zu den Pflichtangaben gehören Verwaltungsgebühren etwa für die Geschäftsführung, das Portfoliomanagement, Wirtschaftsprüfer und Betriebskosten sowie sonstige oder Depotbankgebühren.

Nicht aber nennt die Total Expense Ratio zum Beispiel Transaktionskosten beim Wertpapierhandel, Courtagen oder Börsensteuern und das obwohl sie auf Fondsebene entstehen. Bei Immobilienfonds werden auch keine Maklerkosten genannt.

Ebenso lässt die TER beim Fondskauf bzw. -verkauf zu zahlende Spesen sowie Ausgabeaufschläge außen vor. Diese Kosten liegen nämlich auf der Ebene des Anlegers. Achtung: Die oben genannten Depotbankgebühren sind nicht mit denen zu verwechseln, die eine Bank den Anlegern für das Führen von Wertpapierdepots berechnet. Die sind ebenfalls im Dunkeln. Damit reduziert sich das Ganze eigentlich auf Verwaltungs- sowie Depotbankgebühren und Betriebskosten.

Willkürliche Angaben ohne Kostenfresser

Da wirkt eine Richtlinie des Bundesverbands Investmentgesellschaften (BVI) wie ein Feigenblatt. Laut der sollten die Kosten beispielsweise für die Erstellung von Vertragsbedingungen und Verkaufsprospekten enthalten sein, weiterhin alle administrativen Kosten für Börsen und Behörden oder Kosten beim Verkauf von Fondsanteilen.

Die Richtlinie ist aber nur freiwillig. Letztlich kann jede Fondsgesellschaft mehr oder weniger selbst entscheiden, was sie in die TER einrechnet. Ein besonderes Ärgernis sind die ebenfalls nicht aufgeführten Performancegebühren – je besser der Fonds läuft, desto höher. Interessanterweise haben diese Erfolgsprämien seit Einführung der TER erheblich zugenommen.

Für Privatanleger sind mit der TER zwar Fonds etwas vergleichbarer geworden. Doch Transparenz sieht anders aus. Im Beratungsgespräch sollte man auf jeden Fall nach den Performancegebühren, vor allem aber auch nach Ausgabeaufschlägen fragen. Diese Verkaufsprovision kann bei Aktienfonds bis zu 6% betragen.

Bei ETF, also passiven Indexfonds übrigens entfallen sie komplett. Auch in Sachen Verwaltungsgebühren sind sie billiger. Anstatt 2% und mehr bei aktiv gemanagten Fonds liegen sie bei höchstens 1% – je liquider der abgebildete Index ist, desto weniger.

6. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.