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Transaktionskosten: Definition in der Wirtschaft und der Theorie

In der Wirtschaft werden als Transaktionskosten diejenigen Kosten bezeichnet, welche bei einem ökonomischen Vorgang selbst anfallen.

Vereinfacht können Transaktionskosten auch als Kosten im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Wirtschaftssystems bezeichnet werden.

Transaktionskosten: Definition und Beispiele

Dabei sind nicht nur die Kosten gemeint, die bei der Transaktion von Gütern entstehen, wie zum Beispiel Transport- und Lieferkosten.

Auch alle anderen Kosten, die im Zusammenhang mit der Durchsetzung vertraglicher Ansprüche und Pflichten entstehen, werden als Transaktionskosten bezeichnet.

Darunter fallen zum Beispiel Informationskosten, Geschäftsanbahnungskosten, Verhandlungs- und Anwaltskosten, Tausch- und Vertragsabschlusskosten, Kontrollkosten, Versicherungskosten sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anpassung von Vertragsbedingungen oder Abwicklungskosten.

Transaktionskosten: Definition über die Transaktionskostentheorie

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Transaktionskostentheorie, die ein zentraler Bestandteil der Neuen Institutionsökonomik ist.

Die Transaktionskostentheorie besagt, dass bei einem zunehmenden Wettbewerb und abnehmbarer Markttransparenz den Transaktionskosten laut Definition eine größere Bedeutung zukommt.

Dabei stehen insbesondere Verfügungsrechte im Vordergrund, deren Übertragung mit den Transaktionskosten eng verknüpft ist. Prinzipiell sind hier 2 Arten von Transaktionskosten zu unterscheiden:

Zum einen fixe Transaktionskosten, die in der Regel immer anfallen und sich in der Höhe oft gleichen, zum anderen variable Transaktionskosten, die von Art und Umfang der Transaktion abhängig sind.

Mehr zum Thema: Variable Transaktionskosten beim Aktienkauf

Der Transaktionskostenansatz nach Coase und Williamson

Der Transaktionskostenansatz basiert auf Ausführungen des britischen Wirtschaftswissenschaftlers Ronald Coase.

Im Jahre 1991 erhielt er den Nobelpreis für die „Entdeckung und Klärung der Bedeutung der sogenannten Transaktionskosten und der Verfügungsrechte für die institutionelle Struktur und das Funktionieren der Wirtschaft“.

Ein weiterer bedeutender Vertreter der Transaktionskostentheorie ist Oliver E. Williamson. Williamsons Theorie geht sogar noch weiter.

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler differenziert zwischen sogenannten ex-ante-Transaktionskosten, also Kosten, die vor dem Zustandekommen eines Vertrags anfallen, sowie ex-post-Transaktionskosten, also Kosten nach Vertragsabschluss.

Mehr zum Thema: Die Transaktionskostentheorie nach Oliver E. Williamson

Transaktionskosten entscheiden über Eigenproduktion oder Auslagerung

Insgesamt gilt: Die Neugründung eines Unternehmens oder eine Expansion ist dann sinnvoll, wenn die Transaktionskosten am Markt höher sind als die internen Transaktionskosten.

Einfacher ausgedrückt heißt das: Für das Unternehmen lohnt es sich, ein Produkt selbst herzustellen, wenn die Kosten hierfür niedriger sind, als eine Fremdbeschaffung über einen Drittanbieter.

Umgekehrt gilt, wenn die internen Transaktionskosten höher sind als die externen Transaktionskosten, empfiehlt es sich für das Unternehmen, diese Aufgaben auszulagern (outsourcing).

In der Praxis kann dies häufiger beobachtet werden – zum Beispiel wenn Unternehmen IT-Dienstleistungen an externe Unternehmen aus Indien vergeben oder Verwaltungsaufgaben an Drittanbieter auslagern.

6. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands