von Heiko Böhmer

Transocean: Die etwas andere Öl Aktie

Steigende Ölpreise

Der Ölpreis klettert in diesem Jahr rasant an. Mit mehr als 120 Dollar pro Barrel erreichte der Preis im April den höchsten Stand seit Sommer 2008. Bis zum Rekordhoch von 147 Dollar ist es zwar noch ein Stück.

Aber rechnet man den Ölpreis in Euro um, dann fehlen auf dem aktuellen Niveau von 90 Euro nur noch sieben Prozent. 

Die Sorge um die sichere Ölversorgung hat den Preis angetrieben. Die Unruhen in Nordafrika – zunächst in Ägypten und nun die Verschärfung in Libyen – haben die Unsicherheit steigen lassen und somit auch den Preis.

Doch eigentlich gibt es genügend neue Vorkommen, um den ungeheuren Öldurst der wachsenden Weltwirtschaft zu stillen.

Doch diese neuen Vorkommen lagern zumeist sehr tief im Meer und dort ist das Risiko besonders groß, wie im vergangenen Jahr die Katastrophe der Plattform Deepwater Horizon gezeigt hat. An dieser Katastrophe war auch Transocean beteiligt.

Der weltgrößte Betreiber von Ölplattformen ist aber bei den meisten großen Tiefseeprojekten mit an Bord. Durch den Unfall im Golf von Mexiko sackte zusammen mit BP auch die Transocean Öl Aktie kräftig ab.

Transocean: Eine Öl Aktie zum anlegen

Doch diese Schwäche hat die Aktie mittlerweile überwunden. Und das Potenzial ist weiterhin groß. Transocean ist der Marktführer im Geschäft mit Ölbohranlagen.

Das Unternehmen hat insgesamt 18.000 Mitarbeiter und besitzt rund 140 Bohranlagen. 2010 lag der Umsatz bei 9,6 Mrd. Dollar und dabei erzielte Transocean einen Gewinn von 961 Mio. Dollar.

Auch für die kommenden Jahre sieht es gut aus: Volle Auftragsbücher sichern auch in Zukunft ein stetiges Wachstum bei den Einnahmen und beim Ertrag.

Zudem besitzt Transocean in einigen hochspezialisierten Segmenten die Technolgieführerschaft. Vor allem bei extremen Tiefen – wie vor der brasilianischen Küste hat sich die Technik von Transocean schon bewährt.

Ein Beispiel dafür ist die Petrobras 10.000 Anlage. Diese Plattform kann in Wassertiefen bis zu 10.000 Fuss also knapp 3.050 m eingesetzt werden. Sie ist zudem noch erweiterbar bis zu 12.000 Fuss also 3.657m.

Transocean bietet hier eine guten Hebel auf den Ölpreis: die großen Produzenten haben kaum eine Wahl, wenn sie in der Tiefsee neue Projekte angehen wollen. Da ist es sicher und auch sinnvoll auf den Marktführer zu setzen, der schon oft bewiesen hat, dass er in extremen Tiefen gut arbeitet.

Transocean: Öl Aktie mit Zukunft

Momentan ist es aber sehr schwierig, überhaupt ein neues Bohrgerät zu bekommen – ob nun ein Bohrschiff oder eine Bohrinsel. Die Ölkonzerne, die aktuell neue Produkte bestellen, können frühestens in zwei Jahren mit der Auslieferung rechnen.

Hier hat Transocean eine klare Marktmacht, die derzeit auch ausgespielt wird. Der Markt für Ölplattformen ist ganz klar ein Produzentenmarkt und Transocean als größtes Unternehmen der Welt in diesem Segment hat das Potenzial, überdurchschnittlich davon zu profitieren.

Zusätzlich bieten Anbieter von Plattformen und Bohrgeräten den Vorteil, dass sie nicht direkt am Ölpreis hängen: Selbst wenn es also beim Ölpreis mal wieder nach unten gehen sollte, dann bleibt die Nachfrage bei Plattformen weiterhin hoch, denn die großen Ölkonzerne sind auch weiterhin gezwungen, neue Projekte in Produktion zu bringen, nur um das aktuelle Nivea zu halten.

 
 

Autor:

Heiko Böhmer

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