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Trend-Zyklen: Trends einmal aus anderer Sicht

Trends lassen sich auf mehrere Arten bestimmen.

Die wohl gängigste Art ist das Ziehen von Trend-Linien im Chart. So können wir durch das Verbinden markanter (höher liegender) Tiefpunkte im Kursverlauf Aufwärtstrend-Linien generieren.

Durch das Verbinden markanter (tiefer liegender) Hochpunkte lassen sich Abwärtstrends zeichnen.

Zwar gibt es hier Methoden, mit denen sich konsistent und systematisch Trend-Linien ziehen lassen. Doch da diese Methodik weitgehend unbekannt ist, werden die meisten Trend-Linien mehr oder weniger willkürlich gezogen.

Tagelinien: Ihr größter Vorteil ist die Objektivität

Eine bessere, weil objektivere Methode ist da, die Trends vom Markt selbst bestimmen zu lassen. Beispielsweise durch Tagelinien. Ihr wohl größter Vorteil: Sie können von Ihnen nicht in irgendeiner Weise (wie bei den Trend-Linien) manipuliert werden.

Tagelinien oder auch Durchschnittslinien entstehen, indem wir aus den Schlusskursen eines beliebigen Zeitraumes einen Durchschnittswert errechnen.

Der große Vorteil der Tagelinien ist, dass sie das tägliche Auf und Ab eines Marktes ausfiltern und so den Kursverlauf wesentlich ruhiger darstellen.

Auf diese Weise werden Trends sichtbar.

Gebräuchliche Berechnungsmethoden

Bei den Tagelinien unterscheiden wir vorrangig 2 sehr gebräuchliche Berechnungsarten: Bei der arithmetischen Berechnung wird ein einfacher Durchschnitt ermittelt. Bei der exponentiellen Berechnung wird den aktuellen Kursen mehr Gewicht eingeräumt, als den älteren.

Der Vorteil der zweiten Berechnung liegt darin, dass Richtungswechsel aufgrund der höheren Dynamik eher erkannt werden als mit der ersten Berechnungsmethode. Ihr Nachteil ist, dass die Quote der Fehlsignale etwas höher liegt.


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Trend-Zyklen-Strategie: darum geht es

Ich habe hier auf Chartanalyse-Trends schon mehrfach meine Methode der Trend-Zyklen vorgestellt. Falls Ihnen diese nicht mehr präsent ist, hier eine kurze Zusammenfassung, worum es dabei geht.

Je nach Länge des Zeitraumes, den wir für die Berechnung einer Tagelinie wählen, erhalten wir unterschiedliche Trends. So wird beispielsweise die 20-Tagelinie gerne für einen kurzfristigen Trend verwendet.

Die 50-Tagelinie ist als mittelfristiger Trend-Indikator beliebt und der 200-Tage-Durchschnitt als langfristiger Trend-Indikator.

Durch die Kombination zweier Tagelinien erhalten Sie zusätzliche Informationen über den Trend eines Marktes. Steigt beispielsweise die 20-Tagelinie über die 50-Tagelinie, dann ist dies ein Signal dafür, dass auch der mittelfristige Trend bald nach oben drehen könnte. Andersherum wäre dies ein negatives Signal für den Markt.

Tatsächlich lässt sich sogar ein richtiges Handelssystem daraus basteln: So könnten Sie beispielsweise einen Markt nur dann kaufen, wenn der mittel- und langfristige Trend nach oben zeigen, also die 50-Tagelinie über der 200-Tagelinie notiert.

Sie kaufen und verkaufen in diesem Fall immer nur dann, wenn es zu Überkreuzungen bei der 20- und 50-Tagelinie kommt, also bei kurzfristigen Signalen.

Ich habe dieser Methodik den Namen Trend-Zyklen-Strategie gegeben. Mittels einer Tabelle verfolge ich regelmäßig die Entwicklung dieser Trend-Zyklen für die wichtigsten deutschen Markt-Segmente: 18 Branchen-Indizes plus die wichtigsten Markt-Indizes wie DAX, MDAX, SDAX, TecDAX und den Technology All Share Index.

Diese Tabelle gibt mir nicht nur schnellen Aufschluss über den Zustand einzelner Branchen oder Indizes, sondern vermittelt auch einen Überblick über den allgemeinen Markt-Zustand.

Für die Berechnung der Trend-Zyklen verwende ich übrigens die exponentielle Berechnungsmethode bei den Tagelinien.

Was Sie der Trend-Zyklen-Tabelle entnehmen können

Kurz zur Erklärung: Die linke Tabellenhälfte zeigt die Zustände der langfristigen Trend-Zyklen, die rechte die der kurzfristigen. Neben der Trend-Richtung können Sie ablesen, seit wann diese Trend-Richtung besteht, bei welchem Kurs sie begann und seit wie vielen Tagen dieser Trend-Zyklus bereits anhält.

Die Veränderung zeigt die Performance in Index-Punkten sowie in Prozent. In der letzten Spalte lesen Sie den letzten Schlusskurs des jeweiligen Marktes ab.

Ich denke, die Tabelle spricht weitgehend für sich:

  • 21 (oder 91,3%) der insgesamt 23 Markt-Segmente befinden sich in einem langfristigen Abwärts-Trend-Zyklus.
  • 15 (bzw. 65,2%) aller Markt-Segmente befinden sich in einem kurzfristig abwärts gerichteten Trend-Zyklus.
  • In der vergangenen Woche sind übrigens – trotz eines Wochengewinns von rund +10% bis +11% – lediglich 5 Segmente in einen kurzfristig aufwärts gerichteten Trend-Zyklus gewechselt. Langfristig: Fehlanzeige!

Schauen Sie einmal quer

Schauen Sie sich die Tabelle ruhig intensiv an. Vielleicht können Sie daraus für sich und Ihren Investment-Erfolg weitere wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf Ihre eigenen Depot-Positionen ziehen.

So könnten Sie sich beispielsweise die Frage stellen, ob Sie mit Ihren Depot-Titeln in den aufwärts gerichteten Branchen oder Segmenten investiert sind.

Sie könnten in einer weitergehenden Analyse schauen, ob bestimmte Trend-Zyklen schon überreif sind. Oder in welchen Segmenten ein Trend-Wechsel bevorstehen könnte.

Dann könnten Sie sich in einem anschließenden Schritt innerhalb eines Segmentes die Aktien mit der höchsten Relativen Stärke heraussuchen und diese auf Ihre Beobachtungsliste setzen.

Was auch immer Sie daraus machen: Auf jeden Fall können Ihnen die Trend-Zyklen dabei helfen, Märkte objektiv aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten.

Mehr zum Thema: Folgen Sie dem Trend

5. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.