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Trends mal anders betrachtet

Dass sich Aktien in Trends bewegen, ist für Sie als eingefleischter Charttechniker nichts Neues.

Und gewiss kennen Sie selbst bereits diverse Möglichkeiten, diese selbst zu verfolgen: Die wohl gebräuchlichste Methode ist das Ziehen von Trend-Linien.

Hier besteht allerdings immer die Gefahr der Subjektivität, wenn Sie beim Einzeichnen nicht methodisch und systematisch vorgehen.

Alternative: Lassen Sie sich Trends doch einfach errechnen!

Einfacher und v. a. objektiver ist es, wenn Sie sich die Trends „errechnen lassen“. Wie das geht? Ganz einfach: mit Tagelinien.

Diese Durchschnitts-Linien von Kursen über einen vordefinierten Zeitraum fokussieren sich auf den Schlusskurs eines jeden Handelstages.

Dadurch werden die Schwankungen im Tagesverlauf eliminiert, und durch die börsentägliche Aneinanderreihung der Mittelwerte wird der dazugehörige Trend erkennbar.

Trends für jeden Zeitraum

Doch es kommt noch besser: Durch die Wahl des betrachteten Zeitraums können Sie vorab festlegen, ob Sie sich den kurz-, mittel- oder langfristigen Trend anzeigen lassen möchten.

Als sinnvoll haben sich die Linien über 20 (kurzfristig), 50 (mittelfristig) und 200 Tage (langfristig) erwiesen.

Übrigens: Häufig wird für diese Linien auch die Bezeichnung „Gleitender Durchschnitt (GD)“ benutzt.

Apple in der Trend-Schau

Schauen wir uns das einmal im Chart an! Dazu habe ich für Sie die Apple-Aktie in der USD-Notierung ausgewählt.

Die schwarze Linie zeigt die täglichen Schlusskurse, die farbigen Linien verkörpern den kurz-, mittel- und langfristigen Trend.

apple-aktie in usd mit tagelinien-04-08-2015

Apple-Aktie in USD: Tagelinien zeigen den kurz-, mittel- und langfristigen Trend

Bei der Apple-Aktie sehen Sie, dass der Kurs am 3. August 2015 erstmals seit September 2013 wieder unter der 200-Tagelinie geschlossen hat. Die 20- und 50-Tagelinie haben bereits im Juni und Juli ihre Trend-Richtung geändert.

Im Chart ebenfalls gut zu erkennen: Je stärker die Trends sind, also je steiler die Tagelinien aufwärts oder abwärts weisen, umso größer wird der Abstand zum Kurs.

Genau diesen Effekt habe ich mir bei den folgenden Auswertungen der Titel aus dem Dow Jones und dem DAX 30 zunutze gemacht.

Dazu ermittelt meine Chart-Software den prozentualen Abstand des aktuellen Kurses zu den 3 Tagelinien:

Dow Jones- & DAX 30-Aktien im Tagelinien-Test

Positive Werte dokumentieren somit Aufwärtstrends, negative einen Abwärtstrend. Hohe Prozentwerte geben Ihnen Aufschluss über die jeweilige Trend-Stärke.

In den nachfolgenden Tabellen habe ich für einen besseren Überblick die positiven Prozentzahlen grün und die negativen rot eingefärbt. Die Indizes, also Dow Jones und DAX 30, habe ich gelb unterlegt:

dow jones-aktien mit tagelinien-04-08-2015

Dow Jones-Aktien in USD mit den kurz-, mittel- und langfristigen Trends

dax 30-aktien mit tagelinien-04-08-2015

DAX 30-Aktien in Euro mit den aktuellen kurz-, mittel- und langfristigen Trends

Fazit

Im Vergleich fällt sofort auf, dass sich deutlich mehr Dow Jones-Titel – nämlich 15, also exakt die Hälfte – in einem langfristigen Abwärtstrend befinden; der Index selbst übrigens auch.

Beim DAX sind es hingegen nur 7 Titel, die langfristig Richtung Süden tendieren. Und der Leitindex selbst befindet sich in allen Fristigkeiten in einem Aufwärtstrend.

Vielleicht ermutigt Sie diese etwas andere Betrachtungsweise der „Trends“ ja zu eigenen Analysen auch anderer Indizes bzw. Aktien.

Neben der allgemeinen Auswertung der Index-Trends können Sie die Tabellen selbstverständlich auch zu weiterführenden Recherchen nutzen, um für sich attraktive Investments zu identifizieren!

4. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.