Die deutsche TUI AG zählt zu den größten Tourismus-Unternehmen Europas.
Die Touristik-Sparte des Konzerns ist aufgeteilt in die Bereiche TUI Travel, Hotels und Kreuzfahrten.
Darüber hinaus ist TUI an dem Seefracht-Unternehmen Hapag-Lloyd beteiligt, versucht jedoch seit einigen Jahren diese Anteile zu veräußern.
Großbritannien und Deutschland sind mit 29 beziehungsweise 27 Prozent der Gesamtumsätze die größten Absatzmärkte der TUI AG. Auf das restliche Europa entfallen rund 37 Prozent.
Die Aktiengesellschaft, die ihren Hauptsitz in Hannover hat, wird seit 1994 von Michael Frenzel geleitet. In Geschäftsjahr 2011 waren weltweit knapp 67.000 Mitarbeiter bei TUI tätig.
Trotz Krise in Nordafrika: TUI mit ordentlichen Geschäftszahlen
Die Unruhen in Nordafrika und die Konjunktureintrübung haben den TUI-Konzern im Geschäftsjahr 2010/2011 weniger belastet als befürchtet. Insgesamt konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp sieben Prozent gesteigert werden. Das EBIT lag bei rund 207 Millionen Euro und legte um gut 16 Prozent zu.
Neben den ordentlichen Zahlen ist besonders die deutliche Verringerung der Nettoschulden erfreulich. Die Schuldenlast sank von rund 2,3 Milliarden auf etwa 800 Millionen Euro. Sollte der Verkauf der Anteile an Hapag-Lloyd planmäßig gelingen, wären sämtliche Schulden des Konzerns getilgt.
Kurseinbruch und leichte Erholung – TUI Aktie ist noch unterbewertet
In 2011 ist der Kurs der TUI Aktie bis in den November hinein regelrecht eingebrochen. Schuld an dieser Entwicklung waren in erster Linie die politischen Unruhen in Nordafrika sowie die Rezessionsängste durch die Staatsschuldenkrise.
Inzwischen hat der Titel eine leichte Trendwende geschafft und notiert erstmals seit Anfang August wieder über sechs Euro. Die fundamentalen Kennzahlen der TUI Aktie sind aufgrund des noch immer recht niedrigen Kursniveaus ordentlich.
Besonders überzeugen können das 9er KGV und das dynamische PEG (0,4). Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis (0,5) und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (0,1) sprechen für eine Unterbewertung des Papiers.
Die Eigenkapitalquote (rund 20 Prozent) ist dagegen noch ausbaufähig und auf eine Dividendenzahlung müssen die Aktionäre auch in 2012 wieder verzichten. Durch die schwache Kursentwicklung in 2011 ist die TUI Aktie insgesamt leicht unterbewertet.
TUI: Fakten sprechen (unter Umständen) für positive Entwicklung
Viele Analysten sind eher skeptisch was die mittelfristige Entwicklung des TUI-Konzerns betrifft. Fakt ist allerdings, dass sich das Touristik-Geschäft auch in einem schwierigen Umfeld wie in 2011 als sehr robust präsentiert hat. Die Travel-Sparte trotze der Nordafrika-Krise und den Konjunkturwarnungen.
Zudem sollte man den erheblichen Abbau der Nettoschulden von TUI nicht zu wenig wertschätzen. Vieles wird jetzt davon abhängen, ob und wie die Trennung von den Hapag-Lloyd-Anteilen abgewickelt werden kann.
Sofern TUI seine Hapag-Anteile bald verkaufen kann, ist das Unternehmen komplett schuldenfrei und dürfte sich auf die Erweiterung der Touristik-Sparte konzentrieren. Auch die fundamentalen Kennzahlen der TUI Aktie zeigen, dass der Titel durchaus Potenzial hat.
Fundamentalanalyse der TUI Aktie
* Bewertung nach Schulnotensystem
Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse: https://www.gevestor.de/shop/details/intelligent-investieren.html



