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Uber vs. Autoindustrie: Was der Konkurrenzkampf für Anleger bedeutet

General Motors (GM) Chefin Mary Barra glaubt fest daran: Die Autoindustrie wird sich in den nächsten 5 bis 10 Jahren stärker verändern, als in den vergangenen 50 Jahren. Ursächlich hierfür sind neue Trends wie Elektroautos, das autonome Fahren, Car-Sharing und private Mitfahrdienste.

Und gerade beim Thema private Mitfahrdienste (sog. Ride-Sharing) spielen US-Unternehmen wie Uber und Lyft eine führende Rolle. Bei Geschäftsreisenden in den USA hat Uber bereits Ende 2015 die etablierten Autovermieter überholt, was den Nutzungsgrad von Beförderungsdiensten angeht, wie eine Analyse des Reise- und Kostenmanagement-Anbieters Certify zeigt.

Warum Uber in den USA so erfolgreich ist

Die Ursache für den großen Erfolg von Uber ist nicht nur auf der Kostenseite zu suchen. Zwar ist eine Uber-Fahrt deutlich günstiger, als zum Beispiel eine Mietwagen-Buchung, doch der Mitfahrdienst hat noch einen weiteren großen Vorteil: Der Reisende muss sich nicht mehr um einen Parkplatz oder um andere Formalitäten rund um sein Mietauto kümmern und bleibt dadurch flexibel – einen Service, den Geschäftsreisende gerne annehmen.

Der Vormarsch von Uber trifft aber nicht nur Autovermieter und die Taxi-Branche, auch die Automobilindustrie als solches ist von diesem Wandel betroffen.

Uber vs. Autoindustrie: Warum die Autoindustrie vor großen Veränderungen steht

Der Grund ist, dass Uber bereits mit Hochdruck an selbstfahrenden Fahrzeugen forscht. Bis zum Jahr 2021 will Uber gemeinsam mit Volvo ein vollständig autonom fahrendes Auto entwickelt haben. Ziel von Uber ist es, die derzeit rund eine Mio. Uber-Fahrer durch Roboter-Autos zu ersetzen.


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Und dieses Vorhaben hat Konsequenzen für die Autoindustrie. Denn wer leistet sich noch ein eigenes Auto, wenn die gleiche Beförderungsleistung auch ohne hohe Anschaffungskosten (Autoneukauf) für wenig Geld zu haben ist? Zudem stehen die meisten Fahrzeuge laut Statistik in 96% der Zeit nur auf Parkplätzen herum, da diese Autos oft nur für Fahrten zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen eingesetzt werden.

80% der Fahrzeuge sind überflüssig

Auch aus diesem Grunde glauben Zukunftsforscher wie Tony Seba von der Stanford University, dass schon bis zum Jahr 2030 rund 80% der Fahrzeuge nicht mehr benötigt werden. Dies bedeutet, dass bis zum Jahr 2030 der weltweite Fahrzeug-Markt um bis zu 80% schrumpfen könnte, so Seba.

Sollten die Prognosen des Zukunftsforschers tatsächlich eintreten, hätte dies drastische Konsequenzen für die Autoindustrie und vor allem für die deutschen Automobilhersteller wie Daimler, BMW oder Volkswagen, die derzeit in Sachen Fahrzeug-Design und Technik noch als weltweit führend gelten.

Bislang verkauft die weltweite Automobilbranche noch etwa 100 Mio. Autos jährlich, wovon allein 10 Mio. Autos aus den Fabriken des Volkswagen-Konzerns kommen. Bricht dieser Absatzmarkt ein, hätte dies dramatische Folgen für die hiesige Industrie.

Deutsche Automobilindustrie wehrt sich gegen die Übermacht aus den USA

Aus diesem Grunde rüsten sich viele deutsche Autobauer schon heute für den potenziellen Wandel und versuchen neben dem reinen Fahrzeugverkauf andere Geschäftsmodelle zu entwickeln.

So hat sich Daimler bereits im Jahr 2014 den Taxi-Vermittler MyTaxi geschnappt, zusammen mit der Londoner Taxi-App Hailo soll Europas größtes Taxi-Netzwerk entstehen – quasi ein Gegengewicht zur scheinbar übermächtigen Uber.

Auch BMW will mit seinem Carsharing-Dienst DriveNow ein Stück vom Kuchen abhaben und ist jüngst mit seinem Carsharing-Angebot ReachNow in die USA expandiert.

Fazit: Die Zukunft der deutschen Automobilbauer steht auf dem Spiel

Wie auch immer der Konkurrenzkampf Uber vs. Automobilindustrie ausgeht, eines steht jetzt schon fest: Auch die deutsche Autoindustrie wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

Für Anleger, die in Automobil-Aktien wie Daimler, VW oder BMW investiert sind, bedeutet dies eine Phase größerer Unsicherheit und höherer Volatilität, was die Entwicklung der Aktienkurse angeht.

Der Marktwert von Uber dagegen steigt und steigt. Allein in den letzten 2 Jahren hat sich der Marktwert von Uber auf 62,5 Mrd. US-$ mehr als verdreifacht. Inzwischen wird der Fahrdienstvermittler höher bewertet, als der Automobil-Hersteller BMW (ca. 49 Mrd. Euro).

Geht es nach Uber-Chef Travis Kalanick, soll dies auch in Zukunft so bleiben. Uber will nicht nur Fahrer durch Roboter-Autos ersetzen, sondern Teile der Automobilindustrie gleich mit.

7. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands