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Übungsleiter- und Ehrenamts-Pauschale: Steuerbonus nutzen

Viele Vereine kommen Anfang eines jeden Jahres zusammen, um Vorstand und Ausschüsse zu besetzen, den Schriftführer- und Kassenbericht zu hören und Bilanz zu ziehen über das vergangene Vereinsjahr.

Sind Sie selbst in einem Verein aktiv? Bekommen Sie für Ihr ehrenamtliches Engagement womöglich eine Aufwandsentschädigung oder sogar ein Honorar? Dann sollten Sie über die steuerliche Seite dieser Einkünfte Bescheid wissen – und die bestehenden Steuervorteile nutzen.

Übungsleiter-Pauschale: Seit 2013 steuerfrei bis 2.400 € pro Jahr

Der wichtigste Steuerbonus ist die sogenannte Übungsleiter-Pauschale. Der Begriff bedeutet: Wer als Übungsleiter tätig ist (z. B. Trainer im Sportverein oder Jugendausbilder im Musikverein), muss Einnahmen aus dieser Tätigkeit nicht versteuern, sofern sie 2.400 € pro Jahr nicht überschreiten.

Von dieser Pauschale betroffen sind allerdings nur Ausbilder, Erzieher, Betreuer, Trainer, Musik- oder Kunstlehrer sowie nebenberufliche Pfleger alter, kranker oder behinderter Menschen.

Das heißt allerdings auch: Eine Vergütung für die Vorstands- oder Kassierer-Tätigkeit ist nicht von der Steuer befreit. Ebenfalls muss die Übungsleiter-Tätigkeit für eine gemeinnützige Körperschaft mit dem Zweck erbracht werden, gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu fördern.

Ein gemeinnütziger Verein erfüllt diese Voraussetzung ebenso wie beispielsweise eine Kirche. Zudem dürfen Sie die betreffende Tätigkeit nicht hauptamtlich ausführen. Zeitlich darf sie folglich nicht mehr als 1/3 eines vergleichbaren Vollzeitberufs beanspruchen.

Wichtig: Das Honorar, das Sie erhalten, ist nicht allein von der Steuer befreit, sondern auch von der Sozialversicherung. Sie bekommen das Geld also brutto für netto.

Ehrenamts-Pauschale: Steuerfrei bis 720 € pro Jahr

Auch 1. und 2. Vorstand, Schriftführer und Kassierer erhalten häufig ebenfalls eine kleine Vergütung, die meist als Aufwandsentschädigung deklariert wird. Auch bestimmte Ausschuss-Mitglieder (z. B. Wegwarte oder Naturschutz-Beauftragte in Wandervereinen) erhalten manchmal eine kleine finanzielle Anerkennung für ihr Engagement.

Seit 2013 bleiben auch diese Einnahmen steuerfrei – und das bis zu einem Höchstbetrag von 720 € pro Jahr. Voraussetzung ist allerdings, Sie üben die Tätigkeit nebenberuflich aus und nicht etwa im Hauptamt. Das geht übrigens auch bei Rentnern, Hausfrauen und Arbeitslosen.

Welche Tätigkeit genau Sie ausüben, ist bei der Ehrenamts-Pauschale gleichgültig. Wichtig ist nur, dass sie ebenfalls für einen gemeinnützigen Verein, eine Kirche o. Ä. erbracht wird – und zwar im ideellen Bereich oder Zweckbetrieb.

Was heißt das nun genau? – Ihre Tätigkeit muss dem eigentlichen gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Daseinszweck des Vereins dienen. Eine Honorierung für Tätigkeiten im Wirtschaftsbetrieb des Vereins (z. B. Bedienen in der vereinseigenen Gaststätte oder bei kostenpflichtigen Veranstaltungen) ist nicht steuerbegünstigt.

Nutzung beider Pauschalen möglich – bei 2 verschiedenen Tätigkeiten

Sie können beide Pauschalen miteinander kombinieren. Allerdings nur dann, wenn Sie tatsächlich in Ihrem Verein o. Ä. 2 verschiedene Funktionen haben – und entsprechend für beides je eine finanzielle Anerkennung erhalten.

Angenommen, ein Kassierer ist zugleich Jugendleiter in einem Musikverein und gibt dem Musiker-Nachwuchs Trompetenunterricht. Als Kassierer erhält er 40, als Jugendleiter 200 € pro Monat. Dann bleiben diese Beträge steuerfrei, weil weder die Grenze für die Ehrenamts-, noch die Übungsleiter-Pauschale überschritten ist.

Aber Achtung: Für dieselbe Tätigkeit dürfen nicht beide Pauschalen gleichzeitig beansprucht werden. Erhält ein Jugendleiter also nur für diese Tätigkeit 3.000 € pro Jahr, dann gilt: Nur 2.400 € bleiben steuerfrei. 600 € kann er nicht absetzen, denn die Ehrenamts-Pauschale kann er dann nicht auch noch beanspruchen.

Aber Sie sehen schon: Einkünfte aus Vereinen und sonstigen gemeinnützigen Organisationen bringen Ihnen unterm Strich gar nicht so wenig ein, wenn Sie die Steuerersparnis mit berücksichtigen.

26. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.