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Ulrich C. Heckner: „Auch den Verkauf nicht scheuen“

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „Betriebsübergabe leicht gemacht. Praxistipps für das Handwerk“ führte GeVestor ein exklusives Interview mit Autor Ulrich C. Heckner:

GeVestor: Was hat Sie veranlasst ein Buch über die Betriebsübergabe zu schreiben?

Ulrich C. Heckner: In unserem Tagesgeschäft – sei es in Betriebsberatungen oder Seminaren – werden wir zunehmend mit diesem Thema konfrontiert. Gleichzeitig sind wir mit dem Hüthig & Pflaum Verlag durch andere Publikationen verbunden. So hat es sich ergeben, dass wir dieses Buch zum Thema „Betriebsübergabe leicht gemacht“ für den Hüthig & Pflaum Verlag geschrieben haben.

GeVestor: Was sind die häufigsten Fehler bei der Betriebsübergabe?

Heckner: Auf Seiten des Übergebers: die schlechte Vorbereitung und eine unrealistische, hohe Vorstellung über den zu erzielenden Verkaufspreis.

Auf Seiten des Übernehmers: mangelnde Führungsqualifikation, und damit Akzeptanz, beim bestehenden Personalstamm und zu wenig Interesse bzw. Wissen um betriebswirtschaftliche Zahlen und Zusammenhänge.

GeVestor: Im eigenen Betrieb steckt viel Herzblut. Wie kann ich mich emotional davon lösen?

Heckner: Nur 2 der Aspekte dazu: Wer als Erstes zu Lebzeiten seinen Betrieb so ausrichtet, dass er ohne den Chef auskommt, leistet einen Beitrag zur emotionalen Loslösung. Das Bewusstsein, dass man sich ein Leben nach dem Unternehmertum aufbauen und rechtzeitig damit beginnen muss, ist der 2. Aspekt.

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Ulrich C. Heckner.*

GeVestor: Wann sollte ich mit der Ausarbeitung eines Übergabeplans beginnen?

Heckner: Wer seinen Betrieb als „Lebensabschnittsgefährte“ bezeichnet, sollte sich bereits bei der Gründung Gedanken darüber machen, wann und wie er aus dem Erwerbsleben ausscheiden will. Für alle anderen gilt, dass eine Planung in einem Zeitraum von 10 Jahren notwendig ist, um eventuelle Defizite bei der Altersvorsorge zu schließen.

GeVestor: Aber was passiert, wenn mir als Chef von heute auf morgen was zustößt? Wie kann ich mein  Unternehmen und meine Familie vorbereiten?

Heckner:  Auch hier nur 2 Aspekte:

  1. Den Notfallplan-Chef. Dazu bietet das Buch wertvolle Checklisten, mit denen sich das Unternehmen auf diesen Fall der Fälle vorbereiten kann. Wer diese Vorbereitung durchführt, leistet einen ersten Beitrag, um sich emotional von seinem Unternehmen zu lösen.
  2. Die Vorsorge für die Erziehungsberechtigung, beim Tode der Eltern minderjähriger Kinder und die persönliche Patientenverfügung sind weitere Bausteine, die zu einer sorgfältigen und verantwortungsvollen Vorbereitung eines Unternehmers/ einer Unternehmerin gehören.

GeVestor: Wann ist ein Unternehmen übergabebereit?

Heckner:  Wenn es ohne den Chef auskommt und wenn der Unternehmer soweit ist, dass er sich ein Leben ohne seinen Betrieb vorstellen kann.

Wenn das Unternehmen darüber hinaus ausreichend Erträge erwirtschaftet, damit der Nachfolger seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie sichern kann.

Wenn ausreichend Erträge erwirtschaftet werden, sind auch Kreditinstitute bereit, eine Betriebsübergabe für den Nachfolger zu finanzieren.

GeVestor: Wie finde ich einen passenden Nachfolger?

Heckner:  Als eine der besten Möglichkeiten hat sich die Nachfolgeböse „Next Change Online“ bewährt. In dieser Plattform bieten wir viele Unternehmen an. Die Resonanz darauf ist überdurchschnittlich gut.

Bevor man sich auf die Suche nach einem externen Nachfolger macht, sollte zuerst im Unternehmen und im Familienkreis klipp und klar gesagt werden, welche Ziele und welche Zukunftsplanung der Unternehmer verfolgt. So könnte es sein, dass man eine Lösung aus dem Kreis der Mitarbeiter oder der Familie bevorzugt.

Erst dann, wenn sich keine dieser Lösungen abzeichnet, sollte man einen externen Nachfolger suchen. Viele Unternehmer scheuen sich vor dem Verkauf ihres Unternehmens an einen Wettbewerber. Dabei wäre dies eine Strategie, die unbedingt in die Überlegungen einbezogen werden sollte.

GeVestor: Wie arbeite ich ihn am besten ein?

Heckner:  Die Chemie der Beteiligten muss stimmen. Und egal, ob der Nachfolger aus dem Familienkreis, aus den Mitarbeitern, oder von externer Seite kommt, muss eine gründliche Einarbeitung mit einer persönlichen Stärken- und Schwächen-Analyse dieser Person und der organisatorischen Einbindung – schon vor der Betriebsübergabe – erfolgen.

Eine Position im Organigramm und eine detaillierte Stellenbeschreibung sind die Voraussetzungen einer erfolgreichen Einarbeitung.

Lesen Sie hier mehr über den Autor. 

Das Buch ist im Hüthig & Pflaum Verlag erschienen und kostet 39,80 €.

*(c) Unternehmensberatung Heckner.

29. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.