MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Um Gewinne zu erzielen, müssen Sie Bewertungs-Kriterien hinterfragen

Neulich fragte mich ein Anleger, warum ich den Baltic Dry Index (BDI) nicht mehr erwähne. Der sei dramatisch gefallen und das hätte ich doch in vergangenen Jahren kommentiert.

Aufmerksam ist der Leser – und er hatte eine gute Frage.

Das frühere Kommentieren und jetzige Nicht-Mehr-Kommentieren des BDI hat einen einfachen Grund:

Dieser Index hat seine Aussagekraft verloren. Wenn Sie ihn heute zur Bewertung heranziehen, so wie eventuell seit Jahren, kommen Sie zu falschen Ergebnissen.

Deshalb habe ich den Kommentar mit den Worten „Um Gewinne zu erzielen, müssen Sie Bewertungs-Kriterien hinterfragen“ überschrieben.

Das ist der Baltic Dry Index (BDI)

Der Baltic Dry Index bzw. Frachtraten-Index ist ein Preisindex für das weltweite Verschiffen von Frachtgütern (Frachtraten-Index für die Schifffahrt).


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Damit war (!) der BDI ein wichtiger Frühindikator für die Wirtschaft. Der Grund: Je größer die Anzahl der zu verschiffenden Güter ist, desto größer ist die Nachfrage der Unternehmen.

Also stiegen der Verschiffungspreis – und damit der Baltic Dry Index. Wenn dieser Preis zulegte, signalisierte er einen Anstieg des weltweiten Handels.

Der BDI wird von der Baltic Exchange veröffentlicht. Diese ist ein Unternehmen in London und weltweiter Marktplatz für Schiffsmakler, Reeder und Charterer.

Früher war der BDI ein perfektes Barometer für die Wirtschaft

Schiffsfrachten werden sehr lange im Voraus gebucht. Werden diese nicht gebucht, erwartet die Wirtschaft keinen Aufschwung.

Ein fallender Baltic Dry Index verhieß nichts Gutes. Umgekehrt signalisierte ein steigender BDI eine positive Wirtschafts-Entwicklung. – So weit, so … galt es früher.

Notierungen des Baltic Dry Index

Im 1. Halbjahr 2008 hatte der Baltic Dry Index mit über 11.700 Punkten sei Hoch. Im Zuge der Finanzkrise fiel er noch im selben Jahr um weit mehr als 90% auf unter 1.000 Punkte. Danach erholte er sich in den Bereich zwischen 2.000 und 4.000 Punkten.

Seit Anfang des Jahres 2014 bis heute ist er aber von etwas über 2.000 Punkte erst auf unter 300 Punkte gefallen und notiert aktuell im Bereich um 600 Punkte (Stand: Juni 2016).

Bewertung des Baltic Dry Index

Früher: In früheren Jahren wäre das eine dramatische Entwicklung gewesen, die nichts Gutes verhieße.

Entsprechend habe ich den BDI vor Jahren regelmäßig für meine Bewertung der Wirtschaftslage herangezogen und kommentiert.

Heute: Die Frage nach der Bewertung fasse ich in einem Wort zusammen: Keine!

Um Gewinne zu erzielen, müssen Sie Bewertungs-Kriterien immer wieder ändern

Wie bei jedem Konjunktur-Indikator, so müssen Sie auch beim BDI die Kriterien hinterfragen. Und die sind eindeutig: Es gibt auf den Weltmeeren immer größere Frachter und ein Überangebot an Frachtraum.

Das führt zu einem ruinösen Preiskampf. Der drückt die Preise, denn die sind nicht mehr nachfrage-, sondern angebotsorientiert. Der Preisverfall hat damit seine Aussagekraft über die Wirtschaftslage verloren.

Deshalb ziehe ich den Baltic Dry Index nicht mehr heran, um die Wirtschaft zu bewerten und zu kommentieren. Entsprechend gilt meine eingangs angesprochene Empfehlung:

Prüfen Sie regelmäßig die Bewertungs-Kriterien, mit denen Sie Ihre Investitions-Entscheidungen treffen! Sonst kann es zu teuren Fehlbewertungen und -investitionen kommen.

22. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.