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Umbau absetzen: Voraussetzungen für die außergewöhnliche Belastung

Jeder Bürger, der eine eigene Immobilie besitzt, kennt das Problem: Umbauten verschlingen schnell extrem hohe Geldsummen. So kann es schnell passieren, dass die eigentlich eingeplante Summe nicht mehr ausreicht. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann jedoch der Staat zur finanziellen Entlastung heran gezogen werden. Dann kann der Umbau gänzlich oder zumindest teilweise von der Steuer abgesetzt werden.

Umbau absetzen: Belastung individuell berechnet

Für diese steuerliche Hilfe, die bei so genannten „außergewöhnlichen Belastungen“ aushilft, müssen zahlreiche Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss der Steuerzahler durch die Ausgaben belastet werden. Diese Belastung wird individuell berechnet und richtet sich nach dem Einkommen sowie dem Familienstand des Antragsstellers.

Sonstige Zuschüsse, Erstattungen oder sonstige Hilfen müssen außerdem bereits im Voraus von den Gesamtkosten abgezogen werden. Dies beinhaltet mögliche Schadensersatzansprüche, beispielsweise gegen Vormieter, frühere Eigentümer oder Versicherungen.

Nur zwingende Umbauten absetzbar

Außerdem müssen die Umbauten aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen zwingend erforderlich und auch von den Kosten her zu rechtfertigen sein. Als „außergewöhnlich“ gelten sie jedoch erst dann, wenn die Umbauten nur bei wenigen Steuerzahlern mit ähnlichen Lebensverhältnissen notwendig werden.

Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn in den Wänden Giftstoffe auftreten, die beseitigt werden müssen, oder eine schwere Erkrankung innerhalb der Familie den Anbau einer Rollstuhlrampe notwendig macht. Im Umkehrschluss heißt das also auch, dass Umbauten zur reinen Komfortverbesserung nicht als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können.

Umbau absetzen: Streitfrage Kostenteilung

Sind die Voraussetzungen hingegen erfüllt, muss der Steuerzahler einen Nachweis über die Zwangsläufigkeit des Umbaus beim Finanzamt vorlegen. Dies kann beispielsweise ein medizinisches oder bautechnisches Gutachten sein. Die Unterlagen werden nun ausgiebig geprüft und im Idealfall dann im Einkommenssteuerbescheid berücksichtigt.

Oftmals ist es allerdings so, dass die einmaligen Kosten für den Umbau deutlich höher ausfallen als der Gesamtbetrag der jährlichen Einkünfte. In diesem Fall wird die berücksichtigte Summe auf die Höhe des Einkommens begrenzt. Aktuell entscheidet der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren, ob eine Aufteilung der Kosten auf mehrere Jahre in Zukunft möglich sein wird.

Als kleines Schlupfloch ist es dem Steuerpflichtigen gestattet, die Durchführung der Umbauten und daher auch die Zahlungen auf zwei oder mehr Jahre zu verteilen. In diesem Fall werden die jährlich anfallenden Kosten eingereicht.

Umbau absetzen: Lohnkosten richtig absetzen

Neben den außergewöhnlichen Belastungen können übrigens auch Lohnkosten für Handwerker von der Steuer abgesetzt werden. Hierbei gilt als Obergrenze ein Wert von 6.000 €, weitere Kosten können hingegen nicht angerechnet werden. Oftmals lohnt sich bei umfangreicheren Umbauten daher eine genaue Rechnung, wie viel Lohn im aktuellen Jahr bereits geflossen ist.

Liegt der Betrag unter der Höchstgrenze, sollten geplante Arbeiten noch ins alte Jahr gelegt werden, anstatt bereits das neue Jahr zu belasten. Viele Handwerker bieten außerdem die Möglichkeit einer Vorzahlung an, um Ausgaben passend aufteilen zu können.

2. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.