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Umlageverfahren: Generationenvertrag sorgt für aktuelle Rente

Die Rente in Deutschland wird nach dem so genannten Umlageverfahren verteilt. Der Generationenvertrag liegt dieser Regelung zugrunde.

Das deutsche Rentensystem funktioniert nämlich nicht – wie öfter angenommen – nach dem folgenden Prinzip: Der Arbeitnehmer zahlt auf sein eigenes Rentenkonto ein, von dem ihm später seine Pension ausbezahlt wird.

Generationenvertrag: Umlageverfahren nach W. Schreiber

Stattdessen wurde bereits 1957 festgelegt, dass die verdienende Generation für die aktuellen Rentner aufkommen muss.

Entwickelt wurde der Generationenvertrag durch den Wirtschaftstheoretiker Wilfried Schreiber, der seitdem als „Vater der dynamischen Rente“ gilt. Sein Ziel war es, die Rentenkonten unabhängig von Inflation und Währungsreform zu gestalten.

Das Geld, das Sie aktuell auf Ihr Rentenkonto einzahlen, wird also nicht für Sie angesammelt, sondern direkt im Umlageverfahren nach dem Generationenvertrag wieder an einen Rentner ausbezahlt.

Beiträge für eigene Rente dennoch wichtig

Natürlich sparen Sie aber dennoch für Ihre eigene Rente an. Um diese zu erhalten, müssen Sie eine bestimmte Anzahl an Jahren in die Rentenkasse einbezahlt haben. Ihre Rente bekommen Sie dann jedoch aus der Generation Ihrer Kinder und Enkelkinder.

Einfach gesagt würde dies demnach bedeuten: Würden Sie Ihre aktuellen Zahlungen einstellen, fehlte dieses Geld sofort bei den Rentenbezügen eines anderen Bundesbürgers. In Wahrheit springt für solche Ausfälle jedoch der Staat mit finanziellen Hilfszahlungen ein.

Bundesregierung springt für Fehlbeträge ein

Und diese Hilfszahlungen werden von Jahr zu Jahr größer, da das Durchschnittsalter der Bundesrepublik immer weiter ansteigt. Dies bedeutet auch, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der Rentenkassen immer weiter aufklafft.

Aktuell springt die Bundesregierung mit rund 80 Milliarden Euro im Jahr für fehlende Rentenmittel ein. Dies ist rund ein Drittel des gesamten Rentenbudgets in der Bundesrepublik.

Die Rentenversicherungen selber sind durch die Regelungen des Generationenvertrages und das daraus folgende Umlageverfahren nicht in der Lage, größere Rücklagen anzusparen.

Nur eine so genannte Nachhaltigkeitsrücklage ist durch das Gesetz vorgeschrieben, um Einnahmeschwankungen ohne eine Anpassung der Beiträge ausgleichen zu können.

Generationenvertrag: Umlageverfahren bleibt weiter bestehen

Auch wenn das Umlageverfahren mit den steigenden Ausgaben überfordert ist, ist eine Überarbeitung des Rentensystems aktuell nicht geplant. Dies bedeutet, dass die Renten real immer weiter absinken werden.

Umso wichtiger ist es, so früh wie möglich die Option einer privaten Rentenvorsorge auszuschöpfen. Hier empfehlen sich beispielsweise die Riester-Rente oder die Rürup-Rente.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Anpassung des Renteneintrittsalters an die aktuelle Lebenserwartung. Die aktuelle Anhebung auf 67 Jahre wäre für ein Fortbestehen des Umlageverfahrens nicht ausreichend.

Der Generationenvertrag gilt übrigens nicht nur für die Rentenversicherung, sondern für fast alle Sozialversicherungen in Deutschland. Hartz-IV wird demnach ebenfalls von den aktuellen Arbeitnehmern gezahlt.

27. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.