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Umlageverfahren – Traditionsmodell in der Kritik

Das Umlageverfahren ist neben dem Kapitaldeckungsverfahren das wesentliche System, mit dem Leistungen der sozialen Sicherung finanziert werden.

In Deutschland sind es insbesondere die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung, die per Umlageverfahren finanziert werden.

Generationenvertrag bei der Rente

Beim Umlageverfahren spart nicht jeder individuell für sich, und es wird kein Kapitalstock (wie beim Kapitaldeckungsverfahren) gebildet; es wird nichts angespart.

Beispiel gesetzliche Rentenkasse: Die Beiträge zur Rentenversicherung, die von den sozialversicherten Erwerbstätigen eingezahlt werden, kommen in einen großen Topf und werden praktisch schon im nächsten Monat an die Leistungsbezieher – die Rentner – ausgezahlt.

Die Generation der aktuellen Beitragszahler finanziert also die jeweils aktuelle Generation der Rentner: Die deutsche Rentenversicherung basiert auf diesem Generationenvertrag.


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Zu wenig Junge rücken nach

Die Beitragszahler erwerben wiederum während ihres Erwerbslebens gewisse Rentenansprüche. Durch die Alterung der Gesellschaft kommen im Laufe der Zeit immer weniger junge Erwerbstätige nach, um der wachsenden Zahl von Rentnern die gesetzliche Rente zu finanzieren.

Weil die Einnahmen die laufenden Ausgaben nicht mehr decken (auch weil die Rentenversicherung noch andere Lasten mitfinanziert), sind Zuschüsse aus dem allgemeinen Steueraufkommen in die Rentenkasse nötig. In den vergangenen Jahren waren dies jeweils um die 80 Mrd. Euro.

Nachteil: Keine Kapitalbildung

In der gesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung gelingt es dagegen besser, die von den Versicherungspflichtigen zu zahlenden Beiträge in eine Balance mit den laufend anfallenden Ausgaben zu bringen.

Aber auch hier zeigt sich wegen der steigenden Kosten des Gesundheitssystems die Schwäche des Umlageverfahrens, dass es keine Kapitalbildung vorsieht.

Renteneintritt verschoben

In der Altersvorsorge hat man deshalb in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren die private, kapitalgedeckte Vorsorge ausgebaut, insbesondere mit der Riester-Rente als Ergänzung zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente.

Zusätzlich wird das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre verschoben. Damit soll auch verhindert werden, dass die Beiträge (prozentual vom Brutto-Einkommen) zu stark steigen.

Vorteile des Umlageverfahrens

Das Umlageverfahren hat allerdings auch einige Vorteile. Es kann im Bedarfsfall schnell eingeführt werden – es braucht im Gegensatz zum Kapitaldeckungsverfahren keine Anlaufzeit.

Es ist nicht von den Aufs und Abs an den Kapitalmärkten abhängig. Und mit dem Umlageverfahren kann, falls dies politisch bzw. gesellschaftlich angestrebt wird, relativ einfach eine soziale Umverteilung geschaffen werden.

Demografie als Herausforderung

Allerdings hängt das Umlageverfahren von anderen Faktoren ab: von der Demografie und von der Zahl der Erwerbstätigen. Arbeitslosigkeit und insbesondere die demografische Entwicklung bilden in Deutschland und anderen Industrieländern die größte Herausforderung.

Durch die geburtenschwachen Jahrgänge rücken nicht genügend junge Beitragszahler nach, hinzu kommt die höhere Lebenserwartung der Älteren.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Bernd Frank
Von: Bernd Frank. Über den Autor

Bernd Frank hat sein finanzwirtschaftlichen Hintergrund beim Handelsblatt und der Nachrichtenagentur Reuters über lange Jahre ausgebaut und vertieft und vermittelt heute komplexe Sachverhalte aus der Finanzwelt für die Leser von GeVestor.