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Umlaufrendite historisch – interessante Entwicklungen im Überblick

Bei der Umlaufrendite handelt es sich um die durchschnittliche Rendite festverzinslicher Wertpapiere mit einer ursprünglichen Laufzeit von mindestens 4 Jahren. Die mittlere Restlaufzeit muss dabei mehr als drei Jahre betragen.

In die Berechnung gehen dabei nur bestimmte Schuldner ein. Dies sind der Bund (also die Bundesrepublik Deutschland), seine Sondervermögen und die Treuhandanstalt. Zusätzlich werden auch entsprechende Bankschuldverschreibungen betrachtet.

Berücksichtigt werden hierbei nur bereits emittierte Papiere inländischer Emittenten bester (erster) Bonität, die auf Euro lauten. Die Umlaufrendite wird täglich berechnet und von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht.

Man kann sie als durchschnittliche Rendite von Anleihen bester Bonität mit Restlaufzeiten von Restlaufzeiten von 3 bis 30 Jahren auffassen.

Da Bundesanleihen den stärksten Einfluss auf die Berechnung der Umlaufrendite haben, werden wir im Folgenden den Begriff Umlaufsrendite alleine auf Bundesanleihen beziehen.

Weitere Informationen und Zahlenreihen können auf der Internetseite der Bundesbank in einer tagesaktuellen PDF-Datei verglichen werden.

Für Anleger ist dieser Wert wichtig, da er das jeweils aktuelle Zinsniveau des deutschen Kapitalmarktes anzeigt. Die Umlaufrendite kann man als Pendant des Zinsmarktes zum DAX (Deutscher Aktienindex) verstehen.

Dieses Zinsniveau hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Betrachtet man die Umlaufrendite historisch, fallen markante Entwicklungen ins Auge.

Umlaufrendite: historische Höchst- und Tiefstände

Schaut man im Jahr 2013 auf die aktuelle Umlaufrendite, so kann man sich nur schwerlich vorstellen, dass diese in der Vergangenheit tatsächlich jenseits der 10%-Marke notierte.

Dies war Mitte der 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre der Fall. Zu dieser Zeit konnte man also mit Bundesanleihen eine durchschnittliche jährliche Rendite von über 10% erzielen.


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Von diesem Zeitpunkt an ging es mit der Umlaufrendite jedoch bergab. Bis zum Ende der 1980er Jahre erreichte sie  die 5%-Marke.

Anschließend gab es einen erneuten Aufschwung und es wurde bislang letztmals eine Umlaufrendite von rund 9% erreicht. Grund waren die Kosten der deutschen Wiedervereinigung.

Derartig hohe Werte waren seitdem nicht mehr zu erreichen. Es gab zwar immer mal wieder mehr oder minder starke Schwankungen, doch ein deutlicher Abwärtstrend war offensichtlich.

Die Umlaufrendite lag zuletzt Ende 1995 bei über 6% und hat seit Herbst 2011 nicht mehr die 2%-Marke erreicht. Der bisherige Tiefststand von 0,92% wurde im Juni 2012 erreicht.

 

Gründe für die Entwicklung der Umlaufrendite

Es gibt zwei wesentliche (und auch zusammenhängende) Faktoren, welche die Entwicklung der Umlaufrendite maßgeblich beeinflussen können: Vertrauen und Alternativen.

Vertrauen meint in diesem Zusammenhang, dass Bundesanleihen verstärkt nachgefragt werden, wenn Anleger nach einer sicheren Kapitalanlage suchen und diese in Bundesanleihen zu finden hoffen.

Durch die gestiegene Nachfrage steigt der Kurs der Anleihen. Anleger müssen somit einen höheren Kaufpreis bezahlen. Dieser senkt somit die Marktrendite und führt zu niedrigeren Nominalzinssätzen bei der Ausgabe von neuen Anleihen.

Der Begriff Alternativen meint hier, dass sich Anleger fragen, wo sie bei gegebenen Risiko die höchstmögliche Rendite erzielen können.

So ist beispielsweise vielfach zu beobachten, dass die Entwicklung der Umlaufrendite und die Entwicklung des DAX zusammenhängen.

Sehen Anleger bessere Chancen am Aktienmarkt, wird vielfach Geld aus Anleihen abgezogen und in Aktien investiert – umgekehrt ebenso.

Umlaufrendite: Beispiele für wirtschaftliche und politische Einflüsse

Große Belastungen für den Staatshaushalt können ein Auslöser für eine steigende Umlaufrendite sein. Den letzten großen Anstieg gab es zu Zeiten der deutschen Wiedervereinigung und den damit verbundenen Kosten.

Ein deutlich geringerer Anstieg konnte beobachtet werden, nachdem im Jahr 2007 die Bankenkrise das Vertrauen der Anleger beeinträchtigte.

Im Verlauf der Staatsschuldenkrise im Euroraum wendeten sich viele Anleger von Staatsanleihen pleitebedrohter Länder ab. Deutschland wurde als sicherer Hafen eingestuft und die Nachfrage nach Bundesanleihen führte die Umlaufrendite in ein absolutes Tief.

Der Bundesrepublik ist es weiterhin möglich, Anleihen mit einem sehr niedrigen Nominalzins zu emittieren.

Vor allem die Entwicklung im Euroraum nimmt also großen Einfluss auf die Tatsache, dass die aktuelle Umlaufrendite historisch niedrig ist.

Ausblick

Neben den genannten Faktoren spielt natürlich auch die Zinspolitik der Zentralbanken weltweit, insbesondere der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle für die künftige Zinsentwicklung.

Sollte die EZB ihre aktuelle Niedrigzinspolitik grundlegend ändern, hätte das zwingend einen Anstieg der Umlaufrenditen zur Folge. Umso mehr, je plötzlicher und heftiger dieser Politikkurswechsel der Notenbank ausfallen wird.

Aktuell sind solche Tendenzen allerdings noch nicht zu sehen.

9. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.