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Umrechnung von Währung: So entsteht ein Wechselkurs

Der Wechselkurs einer Währung beeinflusst oft entscheidend die Wirtschaft eines Staates oder Staatenbundes.

Grundsätzlich gilt nach „Lehrbuch“: Der (Wechsel)Kurs einer Währung steigt im Vergleich mit anderen Währungen, je attraktiver das betreffende Land für Anleger ist. Denn: Boomt die Wirtschaft eines Landes, investieren diese ihr Kapital.

Da diese Investitionen meist in heimischer Währung abgewickelt werden, steigen somit die Nachfrage nach der betreffenden Währung und damit auch ihr Kurs auf dem Devisenmarkt. Dies bestimmt dann den Wechselkurs im Vergleich mit anderen Währungen.

In der Praxis ergibt sich für je zwei Währungen ein Wechselkurs, also einen EURO/US $, EURO/Schweizer Franken, EURO/Japan Yen und so weiter. Gleiches gilt für US $/EURO, US %/Schweizer Franken, US $/Japan Yen und so weiter.

So entwickelt sich eine ganze Währungskursmatrix. Alle diese Kurse hängen zusammen, Änderungen eines Preises ziehen direkt Änderungen von anderen Kursen nach sich.

Umrechnung einer Währung: Nominaler und realer Wechselkurs

In den Kurslisten wird der  nominale Wechselkurs genannt: Wer die Eurozone verlässt und Urlaub in den USA macht, der will wissen, wie viel US-$ er für sein Urlaubsbudget erhält. Der nominale Wechselkurs wird nochmal unterschieden in Mengen- und Preisnotierung.

Während erstere den Preis der inländischen für Einheiten der ausländischen angibt („wie viel Dollar je Euro“), gibt letztere Aufschluss über den Preis einer Einheit ausländischer in Einheiten inländischer Währung an („Wie viel Euro muss für je einen Dollar gezahlt werden?“).

In der Eurozone ist die Mengennotierung üblich. Weiß der Urlauber darüber Bescheid, braucht er diesen Wert nur mit seinem Budget zu multiplizieren und weiß ungefähr, wie viel Dollar er dafür erhält – gesetzt dem Falle er müsste für den Währungstausch keine Bankgebühren zahlen.

Wem die Umrechnung zu mühselig ist, der kann sich einem der zahlreichen Online-Rechner bedienen, die die Tauschkurse jeder Währung regelmäßig aktualisieren. Der reale Wechselkurs ist für den normalen (Währungs-)Anleger eher uninteressant.

Hiermit wird das Verhältnis bezeichnet, zu dem ein Warenkorb bestimmter Güter des einen Landes gegen einen entsprechenden Warenkorb eines anderen getauscht werden kann. Dagegen ist für einen Urlauber dieser reale Wechselkurs viel entscheidender. Weil der sein Geld im Ausland auch ausgeben will und damit Waren und Dienstleistungen erwerben möchte.

Über die Zeit hinweg lassen sich Veränderungen in der Kaufkraft eine Währung eines Landes ablesen.

Beeinflussung von Wechselkursen

Der Kurs zur Umrechnung einer Währung wird jedoch mittlerweile nicht mehr allein von der wirtschaftlichen Situation eines Landes  bestimmt. Er  wird von vielen weiteren Faktoren beeinflusst.Denn der Währungskurs bestimmt die Wirtschaft eines Landes und vor allem auf den Handel mit Staaten außerhalb der eigenen Währungszone. Daher versuchen viele Länder Einfluss auf den Wert des eigenen Geldes zu nehmen.

Ein wichtiger Baustein zu dieser Manipulation sind Staatsanleihen. Diese Schuldverschreibungen werden in der landeseigenen Währung ausgestellt. Kauft ein Anleger sie an, so bezahlt er in der entsprechenden Währung. Locken die Anleihen nun mit guter Rendite, erhöhen sie auf den Devisenmärkten die Nachfrage nach der betreffenden Währung. Der Effekt: Die Währung gewinnt an Wert.

Für Staaten, die ein hohes Exportvolumen haben ist das jedoch schlecht: Sie erhalten weniger für ihre Ausfuhren. Daher haben insbesondere exportorientierte Staaten wie China oder Deutschland prinzipiell ein Interesse daran die eigene Währung billig und die fremde teuer zu halten.

Zu Zeiten vor der gemeinschaftlichen Währung war die Deutsche Mark traditionell immer eine sehr starke Währung. Die Exporteure haben sich oft darüber beklagt, aber dies hat nichts am Exporterfolg Deutschlands („Exportweltmeister“) geändert.

Insbesondere die Deutsche Bundesbank hatte sich stets sehr zurückgehalten, den Wechselkurs der DM zu beeinflussen. Sie war gemäß Gesetz insbesondere auf die Inflationsbekämpfung fokussiert.

Die Tendenz, die eigene Währung zu schwächen, ist inzwischen weltweit zu beobachten. Es ist eine Art Abwertungswettlauf entstanden, der insbesondere durch die jeweiligen Zentralbanken beeinflusst wird, weil diese am effektivsten eine Währung beeinflussen können.

Die Zentralbanken: Mehr als ein Zünglein an der Währungswaage

Das einfachste Instrument einer Zentralbank zur Durchsetzung ihrer Ziele ist die Zinspolitik. Durch eine Senkung des Leitzinses schwemmen sie den Markt mit billigen Krediten. Und da Banken sich ihr Geld somit einfach von der Zentralbank kostengünstig leihen können, sind sie nicht auf Anleihen angewiesen.

Die Folge: Die Zinsen für (Staats-)Anleihen sinken, damit oft auch die Nachfrage an inländischen Devisen – die Währung wird billiger. Auch kann eine Zentralbank mittels Devisenan- und verkäufen aktiv auf dem Währungsmarkt eingreifen. Dies ist aber eher die Ausnahme.

Die Methode: Die Bank kauft in großem Stil fremdländische Devisen an, bezahlt sie mit (ihrer eigenen) Inlandswährung und schwemmt so den Markt mit eigenem Geld, bewirkt so seine Abwertung.

Doch auch eine fremdländische Währung kann künstlich teuer gehalten werden. So kann eine Zentralbank Staatsanleihen trotz geringer Zinsversprechen im großen Stil ankaufen und so künstlich eine Nachfrage entstehen lassen. Weil Zentralbanken quasi beliebig Geld zur Verfügung haben, können sie dies in sehr großem Umfang und damit sehr wirkungsvoll umsetzen.

Diese Methode wird der Volksrepublik China vorgeworfen, die so den Dollar künstlich stark, den Yuan niedrig hält, um sich einen Wettbewerbsvorteil für eigene Exporte zu schaffen. Man spricht hierbei von einem Währungskrieg.

Dies droht sich zu steigern und läuft Gefahr, durch Gegenmaßnahmen wie Schutzzöllen zu einem regelrechten Handelskrieg ausgeweitet zu werden.

Allgemein kann man sagen, dass solche dauerhaften beeinflussenden Maßnahmen für die Weltwirtschaft insgesamt sehr schädlich sind, insbesondere wenn daraus Handelskriege entstehen.

8. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.