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Umtausch- und Wandelanleihen: Welche Kenngrößen zählen?

Angenommen, Sie kaufen eine Wandelanleihe – dann sind Sie mit einer Vielzahl von Kenngrößen konfrontiert, die Sie alle richtig einordnen müssen, und zwar zuerst Nominalwert und Zinskupon:

Wer eine Wandelanleihe kauft, bekommt zunächst einmal eine Anleihe, die genauso funktioniert wie andere Anleihen auch. Sie hat einen Nominalwert (auch als „Nennwert“ bezeichnet) und eine bestimmte Laufzeit. Am Ende der Laufzeit ist die Rückzahlung des Nominalwerts vorgesehen.

DerZinskupon bezeichnet den jährlichen Zins, auf den Sie als Inhaber einer Wandelanleihe ein Recht haben. Der Zinskupon bezieht sich immer auf den Nominalwert. Bei Wandelanleihen ist er meist deutlich niedriger als bei vergleichbaren Unternehmensanleihen ohne Wandlungsrecht. Das hat Gründe.

Umtausch- und Wandelanleihen: Große Chancen bei geringem Risiko

Wandelanleihen bieten die große Chance, von steigenden Aktienkursen zu profitieren. Das Verlustrisiko ist am Laufzeitende sehr gering. Denn bei Fälligkeit erhalten Sie den Nominalbetrag zurück, und auch die laufenden Zinsen sind Ihnen sicher. Deshalb ist der Zinskupon bei Wandelanleihen nicht sehr hoch. In der Regel liegt er bei maximal 1 bis 4%.

Als Anleger haben Sie die Möglichkeit, auf eine Rückzahlung Ihres eingesetzten Kapitals zu verzichten. In diesem Fall machen Sie von Ihrem Wandlungsrecht Gebrauch. Statt der Rückzahlung des Nominalwerts erhalten Sie dann die Aktien des Emittenten.

Schon bei der Emission der Wandelanleihe steht fest, ab welchem Kurs sich das lohnt. Dieser Kurs nennt sich Wandlungspreis. Dieser gibt also an, zu welchem festgelegten Kurs die Wandelanleihe in Aktien umgetauscht werden kann.

Lohnt sich das Wandeln?

Ob Sie von Ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen oder nicht, ermitteln Sie ganz einfach anhand des Wandlungspreises: Liegt der Aktienkurs über dem Wandlungspreis, lohnt sich das. Liegt er darunter, lohnt sich das nicht und Sie lassen sich lieber den Nominalwert auszahlen.


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Das Umtauschverhältnis bestimmt, wie viele Aktien Sie für beispielsweise 1.000 € Nominalbetrag einer Wandelanleihe bekommen. Auch das Umtauschverhältnis steht von vornherein bei Emission der Wandelanleihe fest.

Wandelanleihen: Lesen Sie immer den Emissionsprospekt!

Wandel- und Umtauschanleihen lohnen sich vor allem dann, wenn die Aktienkurse steigen. Denn Sie bekommen die steigenden Kurse in vollem Umfang mit – ohne jede Deckelung (festgelegte Gewinnobergrenze). Zugleich bieten Wandel- und Umtauschanleihen Sicherheit bei fallenden Kursen.

Der Kauf von Wandelanleihen lohnt sich folglich vor allem bei Aktien mit großem Kurspotenzial, bei denen aber auch die Gefahr eines Rückschlags besteht. Aber Vorsicht: Wandelanleihen sind keine Wertpapiere, für die einheitliche Standards gelten! Jede Wandelanleihe ist anders, und die Unterschiede sind bei weitem nicht nur marginal.

Aus diesem Grund gilt: Bevor Sie in eine Wandelanleihe investieren, schauen Sie sich den Emissionsprospekt genau an. Damit vermeiden Sie böse Überraschungen und wissen genau, was auf Sie zukommt.

Vorsicht Falle: Wandlungspflicht statt Wandlungsrecht!

Manche Wandel- und Umtauschanleihen verpflichten den Inhaber darauf, am Ende der Laufzeit auf jeden Fall die Aktien zu nehmen. Eine Rückzahlung des Nominalbetrags ist nicht vorgesehen.

Darauf sollten Sie sich auf gar keinen Fall einlassen. Denn damit verschenken Sie den Hauptvorteil von Wandel- und Umtauschanleihen: die Sicherheit, die diese Wertpapiere bei fallenden Aktienkursen bieten.

Sonderkündigungsrecht des Emittenten

Es gibt Wandel- oder Umtauschanleihen mit einem Sonderkündigungsrecht des Emittenten. Das heißt, er kann die Anleihe vorzeitig kündigen, und Sie haben dann womöglich keine Zeit mehr, auf steigende Aktienkurse zu warten.

Schauen Sie genau hin, ob Sie der Aktie genügend Potenzial zutrauen, auch innerhalb einer kürzeren Zeit den Wandlungspreis zu erreichen. Falls ja, spricht nichts dagegen, die Wandel- oder Umtauschanleihe zu kaufen. Falls nein, lassen Sie lieber die Finger davon.

Eingeschränkte Aktionärsrechte für neue Aktien

Bei manchen Wandel- oder Umtauschanleihen bekommen Sie am Ende der Laufzeit auf Wunsch zwar Aktien. Aber diese neuen Aktien haben eine andere WKN/ISIN und unterscheiden sich auch sonst von den Altaktien.

So ist darin beispielsweise festgeschrieben, dass die Inhaber dieser Aktien auf eine Dividende verzichten müssen. Oder dass sie bei der Hauptversammlung kein Mitspracherecht haben oder anderweitig in ihren Rechten eingeschränkt sind.

Hier gilt: Ein fehlendes Mitspracherecht können Sie verkraften. Nicht aber die fehlenden Dividendenausschüttungen. Sollte in den Emissionsbedingungen der Wandelanleihe so etwas festgeschrieben sein, ist das Papier nicht attraktiv.

Fondskauf: Empfehlenswerte Alternative zur eigenhändigen Auswahl

Falls Ihnen die eigenhändige Auswahl von Wandel- und Umtauschanleihen zu kompliziert erscheint, gibt es eine empfehlenswerte Alternative: Setzen Sie auf Fonds, die sich auf diese Wertpapiergattung spezialisiert haben.

Im Regelfall gibt es bei Wandelanleihen ein mehrwöchiges Wandlungsrecht am Ende der Laufzeit. Bei manchen Wandel- oder Umtauschanleihen besteht aber auch ein Wandlungsrecht während der gesamten Laufzeit. Das ist für Sie als Anleger sehr vorteilhaft, weil Sie auf aktuelle Kursänderungen der Aktien sofort reagieren können.

4. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.