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Folge des Unisex-Tarifs: KFZ-Versicherung wird teurer

Bisher konnten Versicherungen sich anschauen, wen sie zu welchem Tarif versicherten. Sie berücksichtigten dabei in erster Linie Risiken für unterschiedliche Personengruppen. Das wird grundsätzlich auch in Zukunft gelten.

Einen Unterschied allerdings dürfen sie nicht mehr machen – sie dürfen nicht für das eine Geschlecht höhere Prämien verlangen als für das andere. Ab Ende 2012 gelten die neuen Regelungen. Und das betrifft auch den Abschluss einer KFZ-Versicherung.

Unisex in der Autoversicherung

Junge Frauen beispielsweise kamen bei der Autoversicherung in den Genuss niedriger Prämien – verglichen mit ihren Altersgenossen des anderen Geschlechts. Das lag vor allem daran, dass junge Frauen offensichtlich vorsichtiger fahren als die männlichen Kollegen der Gattung. Die Unfallrate bei jungen Männern ist höher als die junger Frauen, und das haben die Versicherungen bislang berücksichtigt.


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Während die männlichen Vertreter der Gattung also höhere (Risiko-) Prämien in der Autoversicherung zahlen mussten, muss die Versicherungsbranche seit Ende 2012 umsteuern.

EuGH: Tatbestand der Geschlechterdiskriminierung

Denn der Europäische Gerichtshof hatte geurteilt, dass das, was die Versicherer bislang „Risikodifferenzierung“ nannten, den Tatbestand der „Geschlechterdiskriminierung“ erfülle. Daher dürfen seit Ende 2012 die Prämien etwa für junge Autofahrer nicht mehr höher liegen als die von Frauen gleichen Alters.

Junge Frauen hatten in der Vergangenheit, was das Autofahren und die Versicherung desselben angeht,mindestens zwei Vorteile gegenüber jungen Männern: Einen biologischen Selektionsvorteil wegen niedrigerer Unfallraten, und einen Preisvorteil bei den Versicherern, weil Frauen statistisch gesehen weniger Unfälle bauen.

Während der erste Vorteil auch durch die neue Regelung der Unisex-Tarife bestehen bleiben dürfte, wird der zweite Vorteil schwinden – denn die Preise werden auf welche Art auch immer angeglichen. Die einfachste Logik besagt, dass es für junge Männer also billiger werden wird, junge Frauen im Einheitstarif aber mehr bezahlen müssen.

Unisex-Tarife: Regelung gilt für Neuverträge

Das gilt allerdings nur für Verträge, die seit dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen werden. Denn die Altverträge vor diesem Stichtag bleiben von der Regelung unberührt. Daher dürfte es ratsam sein, als (junge) Autofahrerin den Altvertrag erst einmal zu behalten. Wer seine Versicherung wechseln will, sollte sich gut über die neuen unterschiedlichen Unisex-Angebote der Versicherungen informieren.

Bislang zeichnet sich bei Teilkaskoversicherungen eine Erhöhung der Beiträge je nach Fall um etwa 5% ab. Bei Vollkaskoversicherungen könnten sie noch höher liegen. Marktbeobachter sehen in der Haftpflicht eine Erhöhung um rund drei Prozent. Sollte das Fahrzeug auf Grund der Änderungen allerdings in eine neue Typenklasse rutschen, drohen noch viel deutlichere Steigerungen.

In jedem Fall lohnt es sich, bei Erhöhungen über einen Wechsel seiner KFZ-Versicherung nachzudenken.

4. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.