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Diese Risiken kommen beim Unisex-Tarif auf Sie zu

Manche Kleidungsstücke lassen sich problemlos geschlechtsneutral stricken – dazu zählen etwa Unisex-Hosen oder Pullis für beide Seiten des Geschlechts, Männer und Frauen.

Bei Versicherungen verhielt sich die Lage bislang komplett anders. Denn Versicherungsunternehmen hatten bislang durch die Bank für die Berechnung ihrer Prämien zwei unterschiedliche Geschlechter zu Grunde gelegt – Männlein und Weiblein also getrennt und aufgrund dessen unterschiedlich bewertet.

Neue geschlechtsneutrale Prämien: Ende 2012 offiziell eingeführt

In der Versicherungswirtschaft nannte man das etwas technisch „Risikodifferenzierung“. Der Europäische Gerichtshof nennt es  – nicht weniger technisch – „Geschlechterdiskriminierung“. Und die hat er mit einem Urteil aus dem März 2011 verboten. Deswegen müssen Versicherungen ab Ende 2012 geschlechtsneutrale Prämien anbieten.


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War es bislang so, dass etwa eine private Krankenversicherung für Frauen wesentlich teurer war als für Männer, weil Frauen statistisch gesehen länger leben und öfter zum Arzt gehen, muss in Zukunft ein einheitlicher Tarif für beide Geschlechter bei der Kranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung stehen. Das könnte, so befürchtete die Versicherungswirtschaft bislang, überaus gravierende Folgen haben.

Unisex-Tarife: Adverse Selektion durch Quersubventionierung?

Wirtschaftlich gesehen ist die Folge der Unisex-Tarife einfach eine Quersubventionierung: Die Kosten für das risikoreichere Geschlecht sinken, während sie für das risikoärmere Geschlecht steigen. Damit subventioniert das Geschlecht mit dem geringeren Risiko das jeweils andere.

Nun könnte es zu dem kommen, was Fachleute eine „adverse Selektion“ nennen, einfacher formuliert eine schlechte Auslese. Denn durch die höheren Beiträge sinkt natürlich die Lust des risikoärmeren Geschlechtes, die in Rede stehende Versicherung überhaupt abzuschließen. Umgekehrt aber steigt die Neigung demzufolge bei dem im Einzelfall risikoreicheren Geschlecht.

Damit aber könnte in Schieflage geraten, was vorher im Gleichgewicht war. Denn damit steigt das Risiko in der Versicherung insgesamt und die Versicherungen sind letztlich gezwungen, die Prämien für alle Beteiligten zu erhöhen, um die gestiegenen Risiken finanzieren zu können.

Reaktion auf den neuen Tarif: Versicherer senken Risiken

Als Reaktion auf diese Entwicklung könnten Versicherer aber auch einfach die Strategie wählen, die frühere Risikodifferenzierung durch Werbung und Marketing wieder ins Lot zu bringen.

Denn in der Tat besteht für Assekuranzen ein Anreiz darin, sich bei der Werbung für eine Versicherung auf die Gruppe zu konzentrieren, bei der das Risiko geringer ist als bei einer anderen Gruppe.

Das Ergebnis aus Sicht des Versicherers wären bei Unisex-Tarifen dann zwar die gleichen Einnahmen aus den Einheitsprämien. Allerdings, und das ist entscheidend, würde sich das Risiko in der Versicherung eben reduzieren. Dieses Risiko sehen Experten insbesondere im Bereich der Krankenversicherung, aber auch bei der Renten- und Lebensversicherung.

4. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.