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Unterschied: Effektiv- und Nominalzins sind nicht dasselbe

Der Effektivzins beziffert die Kosten eines Kredits beziehungsweise den Ertrag bei einer Geldanlage. Er wird in der Regel per anno (pro Jahr) angegeben.

Der Nominalzins ist weniger aussagekräftig.

Der Unterschied zwischen Effektiv- und Nominalzins

Der Unterschied zwischen dem Effektiv- und dem Nominalzins liegt darin, dass der effektive Zinssatz alle Gebühren, die bei einer Geldanlage oder bei der Aufnahme eines Kredits anfallen, beinhaltet.

Hierzu zählen Bearbeitungs- und Bereitstellungsgebühren, Verwaltungskosten und sonstige Kosten. Der effektive Zinssatz ist eine zum einem großen Teil rechnerische Größe und wird von verschiedenen Faktoren determiniert.

Hierzu gehören der Nominalzins, der Tilgungssatz, die Tilgungshöhe und der Beginn der Tilgung eines Kredits. Auch die Zinsfestschreibungsdauer und der Auszahlungskurs zählen ebenso wie Verrechungstermine von Zinsleistungen und Tilgungsleistungen zu den Faktoren.

Mehr zum Thema: Den Nominalzins zu berechnen reicht bei Krediten oder Geldanlagen nicht aus

Der Nominalzins ist abhängig von der allgemeinen Zinssituation, der Bonität des Anlegers, der Laufzeit einer Geldanlage oder eines Kredits und noch weiteren Faktoren. Er ist quasi nur ein Bestandteil des Effektivzinses.

So können zwei Kreditinstitute auf eine Geldanlage oder einen Kredit den gleichen Nominalzins ausweisen – der effektive Zinssatz kann aber davon abweichen und bei beiden Instituten völlig verschieden sein.

Dies erklärt sich durch die unterschiedlichen Gebühren, die verschiedene Banken berechnen können.

Für Anleger lohnt der Vergleich

Der Effektivzins ist eine durch das Kreditinstitut festgelegte Zahl, anhand derer Anleger verschiedene Angebote vergleichen können.

Nicht mit einberechnet ist weder beim Effektiv- noch beim Nominalzins die Inflation. Diese macht sich im Laufe der Jahre bemerkbar und ist besonders bei langfristigen Geldanlagen oder Krediten wichtig.

Mehr zum Thema: Effektivzins: Faustformel macht Berechnung einfach

Denn erst der Realzins gibt einen genauen Aufschluss darüber, wie die Rentabilität einer Anlage für die Zukunft zu bewerten ist. Er ist der um die Inflation bereinigte Nominalzins.

Für potenzielle Anleger oder Kreditnehmer ist es wichtig, dass sie stets Zinsen und Angebote bei verschiedenen Banken vergleichen und nicht blind das erstbeste Angebot annehmen.

Vorsicht vor Wucherzinsen

Schließlich kann es um viel Geld gehen, das entweder bei einem Kredit zu viel gezahlt wird oder im Falle einer Geldanlage dem Anleger aufgrund eines zu niedrigen effektiven Jahreszinses verwehrt bleibt.

Je mehr Angebote eingeholt werden, desto besser kann ein möglicher Anleger beziehungsweise Kreditnehmer abwägen und die für sich beste Variante auswählen. Schließlich kann es gerade bei hohen Beträgen um immense Zinssummen gehen.

Denn: Steht ein Vertrag mit einem Kreditinstitut erst einmal, kann es schwierig sein, wieder herauszukommen. Gerade bei Krediten muss man sich häufig aus Verträgen freikaufen, und bei Geldanlagen kann es sein, dass Prämien verloren gehen, falls ein Vertrag vorzeitig aufgelöst wird.

9. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.