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Urbanisierung ab 19. Jahrhundert: Kampf um Rohstoffe

In den aufstrebenden Ländern Asiens und Südamerikas wird derzeit eine Entwicklung nachgeholt, die in Europa und den USA, genannt Urbanisierung, schon im frühen 19. Jahrhundert einsetzte:

Die zunehmende Verstädterung

Wir haben es beim Phänomen der zunehmenden Urbanisierung nicht mit einem kurzfristigen Modetrend zu tun, denn die Entwicklung hält bereits seit über 200 Jahren an.

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten nur rund 2% der Weltbevölkerung in den Städten. Die Masse lebte von der Landwirtschaft und die Siedlungsformen waren eher dörflich geprägt.

Bis 1950 erhöhte sich der Anteil der in den Städten lebenden Menschen bereits auf 30%. Heute lebt weltweit rund die Hälfte der Menschheit in Städten. In den entwickelten Ländern ist der Anteil deutlich höher.

Mit Rohstoffen von der weltweiten Urbanisierung profitieren

Der Trend wird auch in den kommenden Jahren anhalten und vor allem in Asien und Südamerika seine Spuren hinterlassen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 weitere 1,5 Milliarden Menschen in die Städte ziehen werden.

Die Vorreiter werden Indien und China sein

China stellt etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung, in Indien leben weitere 1,2 Milliarden Menschen.

Entwicklungen, die sich in diesen beiden Ländern vollziehen, werden damit weitreichende Auswirkungen nach sich ziehen.

Indiens Wirtschaft wuchs in 2010 im 3. Quartal um 8,9%, Chinas Wirtschaft expandierte im 4. Quartal 2010 sogar um 9,8%. Zurzeit lebt nur rund ein Drittel der indischen Bevölkerung in den Städten.

Die Städter erwirtschaften jedoch Zweidrittel des indischen Sozialprodukts und generieren 90% der staatlichen Steuereinnahmen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in China

Auch in China liegt die Wirtschaftsleistung eines Städters deutlich über jener der Landbevölkerung. Das verfügbare Einkommen eines Städters lag 2010 bei durchschnittlich 17.175 Yuan, die deutlich ärmere Bevölkerung auf dem Land hatte hingegen nur 5.153 Yuan zur Verfügung.

Zurzeit leben 340 Millionen Inder in den Städten. Eine vom McKinsey Global Institute erstellte Studie geht davon aus, dass bis 2030 590 Millionen Inder in den Städten leben werden. Damit würde der Anteil der Stadtbevölkerung auf 40% steigen, läge aber immer noch weit unter dem aktuellen Weltdurchschnitt.

Unaufhaltsamer Prozess der Verstädterung in China und Indien

In China ist der Anteil der Stadtbevölkerung bereits deutlich höher. Er liegt schon heute bei 46% und die chinesische Regierung plant das Urbanisierungsniveau bis zum Jahr 2050 auf 65% der Bevölkerung anzuheben.

Diese Anhebung der Urbanisierungsrate um 20 Prozentpunkte in den nächsten 40 Jahren bedeutet, dass in China 300 Millionen Menschen zusätzlich in die Städte ziehen werden.

Um diese Mamutaufgabe zu stemmen, müssen in China über die nächsten 40 Jahre hinweg jährlich Städte in der Größe von Berlin, Hamburg, München und Köln neu errichtet werden, um die vom Land zuwandernde Bevölkerung aufzunehmen.

Und selbst wenn dieses Ziel 2050 erreicht sein sollte, wird die Urbanisierungsrate in China immer noch unter dem westlichen Niveau liegen.

Verstädterung erhöht Kupferbedarf dramatisch

Es versteht sich von selbst, dass der Aufbau neuer Städte in dieser Größenordnung vor allem für den Kupfermarkt von größter Bedeutung ist, denn Kupfer ist das Metall der Infrastruktur.

Egal ob Stromleitungen, Kraftwerke oder innerstädtische Transportsysteme wie Busse und Bahnen: Ohne das rote Metall geht nichts.

Indien beispielsweise muss seine Energieerzeugung nach Einschätzung der Internationalen Energie Agentur (IEA) in den kommenden Jahren jährlich um 15 bis 20% steigern um den wachsenden Bedarf decken zu können.

Dazu sind Investitionen in Höhe von 1,25 Billionen US Dollar allein bis 2030 erforderlich. Die zu erwartenden Investitionen in die Energieinfrastruktur werden Indiens Kupferbedarf mehr als verdoppeln.

Von derzeit 600.000 Tonnen wird die Nachfrage schon bis 2012 auf 1,5 Mio. Tonnen ansteigen.

In der Vergangenheit exportierte Indien zwischen 100.000 und 150.000 Tonnen Kupfer. In Zukunft wird es keine indischen Kupferexporte mehr geben, sondern es ist im Gegenteil damit zu rechnen, dass Indien wie China Kupfer im großen Stil wird importieren müssen.

Schon heute rechnen die Experten deshalb mit einem Defizit am Kupfermarkt

Während für das Jahr 2010 noch ein kleiner Überschuss zu verzeichnen war, rechnet die australische Resource Capital Research (RCR) bereits für das laufende Jahr mit einem Defizit von 400.000 Tonnen Kupfer.

Bei JPMorgan Securities Ltd. geht man für 2011 sogar von einem Defizit von 500.000 Tonnen aus, weil mit einem Anstieg der Kupfernachfrage um 4,9% gerechnet wird.

Wer als Anleger vom Trend zur zunehmenden Urbanisierung profitieren will, der kommt um Kupferinvestments kaum herum. Neben Direktinvestitionen an den Terminmärkten bieten sich die Käufe von Kupferminen besonders an.

Hier gibt es neben den fundamental guten Aussichten bei der einen oder anderen Mine auch die Phantasie auf eine Übernahme.

Meine Kollegin Ingrid Heinritzi hat diesen Trend schon lange erkannt. Deshalb setzt sie im Rohstoff-Depot konsequent auf das Basismetall Kupfer und hat bereits einige interessante Minen für ihr Depot zugekauft.

4. März 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.