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Stoppkurse: So machen Sie Ihre Aktien-Anlagen krisenfest

Wenn der Sommer vor der Tür steht, bedeutet das für die meisten Menschen: Urlaubszeit. Viele wollen sich während der wohlverdienten Auszeit vom Alltag auch nicht um Geldangelegenheiten kümmern.

Je nachdem, in welche Anlagen Sie investiert haben, kann dies allerdings zu unschönen Überraschungen nach dem Urlaub führen, wenn es beispielsweise in der Zwischenzeit einen Crash am Aktienmarkt gegeben hat. Vor dem Urlaub sollten Sie daher – mit minimalem Aufwand – Ihr Depot krisenfest machen.

Wenn Sie sich mehrere Wochen oder Monate nicht um Geldangelegenheiten kümmern können, sollten Sie vorher unbedingt einen Blick in Ihr Depot werfen. Bei sicheren Geldanlagen brauchen Sie überhaupt nichts zu tun. Bei Fondssparplänen macht es grundsätzlich keinen Sinn, das Ansparen (der in der Regel relativ kleinen Monatsbeträge) für einen gewissen Zeitraum auszusetzen. Die lange Ansparzeit glättet ohnehin sämtliche Börsenschwankungen.

Anders sieht es bei Aktien-Positionen aus. Vor allem, wenn Sie noch andere, spekulativere Werte im Depot haben. Bei hochspekulativen Optionsscheinen oder Hebel-Zertifikaten ist eine Stoppstrategie, wie ich sie Ihnen im Folgenden vorstelle, ohnehin Pflicht.


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Risikobegrenzung mit Stoppkursen

Zum Schutz vor allzu großen Verlusten ist der Einsatz von Stoppkursen sinnvoll. Dies bedeutet: Fällt der Kurs eines Wertpapiers auf oder unter den Stoppkurs, so erfolgt der Verkauf. Dies kann auch automatisch erfolgen, mittels sogenannter „Stop-Loss-Aufträge“. Diese erteilen Sie wie einen normalen Verkaufsauftrag Ihrer Depotbank. Statt eines Verkaufslimits geben Sie hier den Stoppkurs an, bei dessen Unterschreitung zum nächsten gestellten Kurs automatisch verkauft wird.

Ein Beispiel: Einer Ihrer Aktien notiert bei 53,00 Euro. Da Sie einige Wochen in den Urlaub fahren und die Kurse währenddessen nicht regelmäßig kontrollieren wollen, setzen Sie sicherheitshalber einen Stoppkurs bei 48,00 Euro. Einige Tage später fällt der Kurs auf 47,90 Euro – damit wird der Stop-Loss-Auftrag aktiviert.

Der nächste Kurs am angegebenen Börsenplatz beträgt beispielsweise 47,95 Euro – zu diesem Preis werden Ihre Aktien automatisch verkauft. Auf diese Weise bleiben Sie vor weiteren (möglichen) Kursverlusten verschont.

Weshalb es sich nicht lohnt, größere Verluste „auszusitzen“

Mit Stoppkursen verhindern Sie, zu lange an falschen Entscheidungen festzuhalten. Besonders in Phasen mit einem lang anhaltenden Abwärtstrends, macht sich ihr Einsatz bezahlt. Die folgende Tabelle verdeutlicht Ihnen, dass es sich nicht lohnt, Verluste ewig „auszusitzen“ – in der vagen Hoffnung, dass sich eine Aktie schon irgendwann wieder erholen wird.

Sie sehen: Einen Verlust von 10 bis 20% bei einer Einzelposition können Sie locker verschmerzen. Der nachfolgende Gewinn, den Sie brauchen, um diese Verluste wieder auszugleichen, liegt im Bereich des Machbaren. 50% oder mehr Verlust ohne Stoppkurs wären für Sie hingegen weitaus schlimmer und würden die Gesamtperformance Ihres Depots wesentlich stärker in Mitleidenschaft ziehen.

Bei 50% Verlust bräuchten Sie schon eine Kursverdoppelung, um diesen auszugleichen. Falls Sie noch länger warten und der Verlust auf 80% steigt, müsste sich der Kurs anschließend schon verfünffachen, damit Sie Ihren Einsatz wieder bekommen – dies ist höchst unrealistisch.

Stoppkurse können Sie auch zur Gewinnabsicherung einsetzen

Stoppkurse eignen sich nicht nur zur Vermeidung bzw. Begrenzung von Verlusten. Ein wichtiges Einsatzgebiet ist zudem die Absicherung bereits vorhandener Gewinne. Zu diesem Zweck ist es wichtig, dass der Stoppkurs bei steigendem Aktienkurs regelmäßig erhöht wird, dies wird auch als „Nachziehen des Stoppkurses“ bezeichnet.

Auch dazu ein Beispiel: Sie besitzen eine Aktie mit einem Kurs von 53,00 Euro und einem Stoppkurs von 48,00 Euro. Nun steigt der Kurs auf 60,00 Euro. Jetzt ist der Abstand zum Stoppkurs relativ hoch, Ihr Risiko also ebenfalls. Daher ziehen Sie den Stoppkurs auf beispielsweise 55,00 Euro nach.

10. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.