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Urlaubs-Anspruch: Übertragung ins nächste Jahr und finanzielle Abgeltung

Kann ich mir meinen nicht genommenen Urlaub nicht auch in Geld ausgleichen lassen?

Zum Jahresende bewegt diese Frage so manchen Arbeitnehmer; vielleicht auch Sie.

Doch so einfach ist es nicht mit dem Tausch „Geld gegen Resturlaub“.

Lesen Sie hier, wie die Sache gesetzlich geregelt ist und unter welchen Voraussetzungen Sie sich Ihren Resturlaub in Geld auszahlen lassen können.

Normalerweise gilt: Urlaub muss im zugehörigen Jahr genommen werden

Normalerweise gilt: Der Jahresurlaub, der Ihnen zusteht, muss auch im betreffenden Jahr genommen werden.

Grundsätzlich tun Sie also stets gut daran, Ihren aus dem jeweils aktuellen Jahr übrigen Urlaub noch bis Silvester zu nehmen.

In manchen Branchen ist dies allerdings kaum möglich:

so z. B. im Einzelhandel, wo vor Weihnachten immer besonders viel los ist und die Arbeitgeber ihre Gründe haben, einen Urlaubswunsch nicht zu erfüllen.


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Auch Sie als Arbeitnehmer haben womöglich einen guten Grund, warum Sie so viel Urlaub angesammelt haben: etwa wegen Krankheit oder weil Sie einen Kollegen vertreten mussten, der krankheitshalber ausgefallen ist.

Der Urlaub, der sich auf diese Weise angesammelt hat, ist beim Jahreswechsel nicht einfach weg. Aber ihn einfach in Geld einzutauschen, das geht nur in Ausnahmefällen.

Resturlaub kann bis März genommen werden

Resturlaub aus dem alten Jahr können Sie auch im neuen Jahr noch nehmen. Die Frist läuft bis Ende März.

Bis dahin werden Ihre Urlaubs-Anträge also noch auf den alten Urlaub verbucht. Nach dieser Frist verfällt der Resturlaub aus dem Vorjahr ersatzlos – das lassen Sie besser nicht zu.

Wohlgemerkt: Es reicht nicht, wenn Sie nur den Urlaubs-Antrag bis Ende März stellen, Ihren Urlaub aber erst im April oder Mai antreten wollen!

Nein, die Resturlaubs-Tage selbst müssen im 1. Quartal liegen. Nur dann hat Ihr altes Urlaubs-Kontingent aus dem vorangegangenen Jahr noch Bestand.

Ansonsten geht neuer Urlaub für Ihre Auszeit drauf.

Etwas anderes gilt nur, wenn im Arbeitsvertrag, in einer Betriebs-Vereinbarung oder im Tarifvertrag eine davon abweichende Regelung getroffen wurde. Das ist aber eher selten.

Ruhestand oder Arbeitgeber-Wechsel: Finanzielle Abgeltung möglich

In einem Fall dürfen Sie aber doch Geld für nicht genommenen Urlaub fordern:

nämlich dann, wenn Sie ihn im Folgejahr gar nicht mehr nehmen können, weil Sie dann nicht mehr für Ihren bisherigen Arbeitgeber tätig sind.

Das wäre beispielsweise der Fall, weil Sie zu einem anderen Arbeitgeber wechseln oder weil Sie in Ruhestand gehen.

Dann muss der bisherige Arbeitgeber Ihnen den noch bestehenden Urlaubs-Anspruch finanziell abgelten.

Und wie errechnet sich die Summe, die Ihnen dann zusteht? Ganz einfach: Sie bekommen pro Urlaubstag das Geld, das Sie normalerweise an einem Tag verdienen.

Bei einem Monatsgehalt von 4.500 € sind das beispielsweise 150 € (Rechenweg: 4.500 € geteilt durch 30 Tage).

Fazit

Sie sehen also: Unter Umständen kann sich nicht genommener Urlaub doch noch finanziell auszahlen.

Aber mal ganz ehrlich: Darauf legen Sie es besser nicht an. Viel besser ist es doch, Sie nehmen sich die Auszeit, die Ihnen zusteht – schon allein Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden zuliebe.

Zwischen den Jahren wäre eine gute Gelegenheit dazu. Ein paar Tage Urlaub tun Ihnen dann sicher gut.

4. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.