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Ursachen für das riesige Haushaltsdefizit der USA

Das Haushaltsdefizit der USA steigt seit den 80er Jahren kontinuierlich an. Ende des Jahres 2013 betrug die Staatsverschuldung rund 17,5 Billionen US-$, also rund 13,7 Billionen €. Bereits im Juni 2011, als die Staatsverschuldung lediglich 14,9 Billionen US-$ betrug, war die Staatsverschuldung damit auf der Höhe von 98,8 % des Bruttoinlandsprodukts. Längst ist das Haushaltsdefizit viel höher als das BIP.

Militär als Ursache des Haushaltsdefizits der USA

Als Hauptgrund für die Ausgaben gilt der hohe Militäretat, bedingt durch die von den USA geführten Kriege. Die amerikanischen Militärausgaben betrugen 640 Milliarden US-$ im Jahr 2013. Das waren 36,6 % der weltweiten Ausgaben für Aufrüstung.

Das Haushaltsdefizit in den USA ist dermaßen hoch, obwohl das eigentlich ganz anders geplant war. Zumindest von Ende der 1940er bis in die 1970er Jahre hatten die Amerikaner ihre Ausgaben gut im Griff. Das hatte einen bestimmten Hintergrund.

Tiefere Ursache des Haushaltsdefizits der USA

Das Bretton-Woods-Abkommen nach dem zweiten Weltkrieg sorgte dafür, dass das Haushaltsdefizit der USA bis Anfang der 70er Jahre soweit ausgeglichen war. Bei dem eingeführtes System handelte es sich um eine internationale Währungsordnung. Knackpunkt war hierbei, dass der US-Dollar als sogenannte Ankerwährung festgelegt wurde und somit Rückendeckung als Weltleitwährung bekam.

Die Amerikaner hatten bereits vor dem zweiten Weltkrieg mit dem Haushaltsdefizit zu kämpfen. So betrug es 1936 immerhin 40 % des damaligen BIP.

Offiziell sollte das Bretton-Woods-System 1949 durch die Stabilisierung der Wechselkurse die Mittel zum Wiederaufbau Europas herstellen. Dabei nahmen die Realschulden bis zur Freigabe des Wechselkurses 1973 tatsächlich kontinuierlich ab. Allerdings ging den USA das Gold aus, an dem die Währung gebunden war. Nach dem die Anbindung an Gold aufgehoben wurde, war der weitere Verlauf zum Anstieg des Haushaltsdefizits ein logischer Fakt, denn die Geldschöpfung – und damit auch die Ausgaben – waren nicht mehr begrenzt.

Zusammensetzung des Haushaltesdefizits USA

Das Haushaltsdefizit setzt sich aus zwei Akteuren zusammen: Schulden gegenüber Dritten und Verbindlichkeiten gegenüber den staatlichen Institutionen. Heutzutage ist besonders der Schuldenberg gegenüber China und Japan ein beliebtes Thema bei USA-Kritikern. Jedes dieser beiden Länder hat den USA über 1 Billion US-$ geliehen. Die Summe entspricht zusammen in etwa dem, was die USA der US-Notenbank Fed schulden.

Was das Haushaltsdefizit der USA konkret bedeutet

Wenn das Haushaltsdefizit eines Staates höher ist als dessen BIP, bedeutet das konkret, dass die Schulden nicht mehr gedeckt sind. Das Land verbraucht demnach mehr, als die gesamte Wirtschaft eines Landes an Wert produziert. Von den Schuldzinsen bei solch einem Haushaltsdefizit ganz zu schweigen. Ein solcher Staat ist einfach pleite.

Was die USA bis jetzt am Leben erhält, ist die eigene Notenpresse. Es wird also ohne reale Gegenwerte Papier bedruckt. Im digitalen Zeitalter geht es sogar noch einfacher, es werden einfach Ziffern getauscht. Nicht ohne Grund sind die USA seit jeher die Vorläufer der Kreditkarte. Wenn Geld nur noch rein digital existiert, kann es auch viel einfacher geschaffen werden.

Ein Blick auf Bitcoin zeigt, wie so etwas funktionieren kann. Solange sich weiterhin alle Staaten einig sind, dass der Dollar etwas wert ist, solange kann Amerika noch weiter existieren. Wenn allerdings zu viele Staaten aus dem Dollargeschäft zum Beispiel in Bereichen wie Öl und Gas aussteigen, wird es eng.

China wird russisches Gas gegen Rubel kaufen – ein Grund warum sich die USA tatsächlich von China und Russland bedroht füllen. Der Dollar steht immer mehr auf dem Spiel. Ein weiterer Grund, warum die militärische Stärke der USA ein wichtiger Baustein ist. Das Problem ist allerdings hausgemacht. Die USA haben seit Jahren eine Wirtschaft, die mehr verbraucht, als sie im Gegenzug ins Ausland verkaufen kann.

Deshalb wäre eine mögliche Lösung die Militärkosten zu reduzieren, sowie Industrie und damit auch Arbeitsplätze im eigenen Land zu fördern. Der gigantische Schuldenberg wird aber selbst dann kaum innerhalb einer Generation abgebaut werden können. Außerdem machen die USA den Eindruck, als gäbe es hinsichtlich Schulden nur eine Richtung – und zwar nach oben.

3. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.