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US-Aktien: Die Gewinner der Re-Industrialisierung der US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft wuchs – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – im Jahr 2013 um rund 2%. Eine ungewöhnlich starke Sturmsaison und der harte Winter in Nordamerika verhinderten ein noch stärkeres Wachstum.

Wenn das Wetter im laufenden Jahr mitspielt, kann die US-Wirtschaft im Jahr 2014 um gut 2,5% zulegen. Für eine „reife“ Volkswirtschaft mit einer vergleichsweise hohen Ausgangsbasis ist das ein sehr starker Wert.

Erfreulich ist auch der Trend am Arbeitsmarkt. Zur Erinnerung: Nach Ausbruch der Finanz- und Immobilienkrise geriet der amerikanische Arbeitsmarkt extrem unter Druck. Das ist in einer Rezession nicht ungewöhnlich, da die Arbeitgeber in Krisenzeiten relativ einfach Arbeitsplätze abbauen können.

Neu war allerdings, dass sich der Arbeitsmarkt nach Überwindung der Rezession nur quälend langsam erholt hat. Speziell im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit war über Jahre kaum Besserung in Sicht. 2013 gelang jedoch ein positiver Durchbruch.

Von Januar bis Dezember 2013 sank die Arbeitslosenrate von 7,9 auf 6,7%. Aktuell (jüngste Daten liegen für den Monat April vor) liegt die Rate bei 6,3%. Betrachten wir einen weiteren ehemaligen Krisenindikator: Von 2007 bis 2012 gaben die Immobilienpreise in den USA von Jahr zu Jahr nach.

Da die Immobilienkredite immer häufiger den Wert der Immobilien übertrafen, mussten viele Kreditnehmer ihre Häuser verlassen oder standen kurz davor. Seit 2012 sind die Immobilienpreise um knapp 25% gestiegen.

Die Lage und die Stimmung am Immobilienmarkt haben sich deutlich gebessert. Das belebt auch die in den USA so wichtige Konsumneigung.

Old Economy: Handfeste Vorteile durch günstige Energiereserven

Die USA profitieren auch 2014 von sehr niedrigen Energiepreisen. Diese Aussage klingt angesichts der relativ hohen Öl- und Gaspreise, die wir aus Westeuropa kennen, zunächst wie ein schlechter Witz.

In den USA ist dies aber Realität. Eine neue Fördermethode ermöglicht es, in Tonschiefer gelagertes Erdöl und Erdgas („Schieferöl“ bzw. „Schiefergas“) zu fördern. Dieses Öl und Gas ließen sich früher nicht fördern. Dank Fracking ist dies zwischenzeitlich aber möglich.

Diese Fördermethode ist allerdings alles andere als umweltfreundlich. Doch da in den USA die Umweltauflagen niedrig sind, ist die Produktion bereits in vollem Gange.

USA: Ab 2016 weltweit größter Ölförderer

Laut jüngster Prognose der Internationalen Energieagentur werden die USA nicht erst im Jahr 2017, sondern bereits 2016 zum weltweit größten Ölförderer aufsteigen. Aktuell liegen die USA noch hinter Saudi-Arabien und Russland auf dem dritten Platz.

Allerdings wird die Boomphase nicht sehr lange dauern. Ab 2020 könnten die USA die Spitzenposition wieder verlieren. Aber im Prinzip spielt es auch keine Rolle, ob die USA Platz 1, 2 oder 3 belegen.

Wichtig ist nur eine Frage: Kann die US-Wirtschaft in den nächsten Jahren auf günstige Öl- und Gaspreise bauen? Diese Frage kann eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden. Ob die Fördermengen auch noch für den Export von Öl und Gas reichen, spielt für die US-Wirtschaft nur eine untergeordnete Rolle.

Vorsprung durch extrem niedrige Energiepreise

Durch Fracking werden neue bislang ungenutzte Ölreserven zu einem wertvollen Energieträger. Und solche Reserven lagern zuhauf im Staatsgebiet der USA. Zwangsläufig reduziert sich dadurch die Abhängigkeit der USA von Ölimporten aus anderen Ländern.

Die US-Unternehmen profitieren derzeit und in den nächsten Jahren und Jahrzehnten von den niedrigen Energiepreisen. Das ist ein klarer Wettbewerbs- und Standortvorteil.

Der Gaspreis in den USA liegt aktuell nur etwa bei einem Viertel des Weltpreises. Das verschafft der US-Industrie einen handfesten Vorteil gegenüber produzierenden Unternehmen in anderen Ländern. Gerade die energieintensiven Sparten werden besonders davon profitieren.

New Economy: Innovationskraft und hohe Bargeldreserven bringen stetige Gewinne

Nicht nur die klassische Old Economy bietet im Jahr 2014 enorme Gewinnchancen am amerikanischen Aktienmarkt, sondern auch einige Unternehmen aus der New Economy.


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Der rasante Aufstieg des Apple-Konzerns zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt steht beispielhaft für den wirtschaftlichen Erfolg der vielen technologischen Entwicklungen, die aus den USA kommen.

Heute ist eine Welt ohne iPhone, iPods und iPads undenkbar. Und der stärkste Verfolger, Google, stammt natürlich ebenfalls aus den USA. USA sind größter Konsumentenmarkt für IT-Leistungen.

Der US-amerikanische Markt ist laut den Deutsch-Amerikanischen Handelskammern der größte zusammenhängende Konsumentenmarkt. Rund 25% der Ausgaben im IT-Bereich werden in den USA getätigt. Die IT-Umsätze liegen regelmäßig bei über 500 Mrd. US-$ pro Jahr.

Nach dem Einbruch 2009 zieht nun die Nachfrage auch in dieser Branche wieder an. Sowohl Unternehmen als auch öffentliche Einrichtungen treten verstärkt als Käufer und Auftraggeber für IT-Produkte und Dienstleistungen auf.

Urheberrechtsschutz bietet günstiges Klima für IT-Unternehmen

In den USA gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen aus der Informationstechnologie anbieten. Am bekanntesten ist der Standort „Silicon Valley“ in Kalifornien.

Dass sich IT-Unternehmen besonders gern in den USA ansiedeln, hat einen Grund: Die US-Politik räumt geistigem Eigentum (z. B. Software, Design, IT-Innovationen) einen besonders strengen Schutz ein.

Die bekanntesten IT-Unternehmen sind wohl Microsoft, Apple und Google. Vergessen Sie aber nicht, dass es daneben noch viele andere gibt! Dazu gehören beispielsweise:

  • der E-Commerce-Versandhändler Amazon
  • der Software-Anbieter Oracle (Unternehmenssoftware)
  • der Netzwerkausrüster Cisco Systems
  • der PC-Hersteller und Direktvertreiber Dell
  • der Anbieter von IT-Beratungsleistungen IBM
  • der Chip-Hersteller Intel
  • der Computer- sowie Zubehörhersteller Hewlett Packard
  • der Festplatten- und Speicherhersteller Seagate

Hohe Bargeldreserven für Firmenkäufe, Forschung und Dividenden

Dank sprudelnder Gewinne in den vergangenen Jahren sitzen nicht wenige IT-Unternehmen aktuell auf riesigen Bargeldreserven.

Die größten Cash-Giganten kommen fast allesamt aus der IT-Branche: Dazu gehören Apple, Microsoft, Cisco, Google und Oracle ebenso wie IBM, Intel und Amazon. Damit können sowohl Firmenübernahmen als auch Neuentwicklungen problemlos finanziert werden.

Eine eindrucksvolle Zahl: Der Apple-Konzern hortet Cash-Reserven in Höhe von über 150 Mrd. US-$. Einige Analysten erwarten, dass dieser Cash-Berg innerhalb der nächsten Jahre auf rund 250 Mrd. US-$ steigen kann (in der Praxis wird es wahrscheinlich nicht dazu kommen.

Teile der Cash-Reserven werden in Dividendenausschüttungen, Aktienrückkaufprogramme und Übernahmen fließen). Innerhalb der Branche können Sie einen Sinneswandel erleben: Es steigt die Bereitschaft, einen Teil des Geldes in Dividenden zu stecken.

Diesen Aspekt hatten die IT-Unternehmen während der Internetblase zur Jahrtausendwende eher vernachlässigt, denn der Zulauf war auch so groß genug. Seit einigen Jahren aber sind die Dividenden immer mehr ausgeweitet bzw. bei einigen Unternehmen erstmals eingeführt worden.

So zahlte beispielsweise Apple im Jahr 2012 erstmals eine Dividende und kommt aktuell bereits auf eine Dividendenrendite von rund 2,5% (Tendenz dank der regelmäßigen Erhöhung der Quartalsdividenden steigend). Eine Alternative sind Aktienrückkäufe.

Auch hier ist Apple ein Musterbeispiel. Auf der jüngsten Hauptversammlung wurde beschlossen, dass Apple in den nächsten Jahren Aktien für bis zu 90 Mrd. US-$ (!) zurückkauft.

Ein weiteres Beispiel ist der IT-Veteran IBM, der in der Umbauphase vom Hardware- zum Softwareunternehmen die Aktionäre mit Aktienrückkäufen bei Laune hält.

Die Vorteile: Die Aktiennachfrage steigt, das Aktienangebot sinkt, der zukünftige Gewinn muss auf weniger Aktien verteilt werden und der Unternehmensanteil der einzelnen Aktionäre steigt automatisch (was insgesamt zu steigenden Kursen führen sollte).

Achtung: Verfallen Sie nicht in alte Muster!

Wenn Sie auf IT-Unternehmen in den USA setzen wollen, sollten Sie die Lehren aus der Internetblase 2000 bis 2003 nicht vergessen: Setzen Sie stets auf Unternehmen, die tatsächlich Gewinne machen und die Anleger nicht nur mit angeblich rosigen Wachstums- und Gewinnaussichten blenden.

Aus diesem Grund kommt beispielsweise ein Investment in die bekannte Facebook-Aktie (noch) nicht in Frage. Idealerweise beschränken Sie Ihre Investments auf IT-Firmen, die nicht so beliebt und „in“ sind wie Facebook.

Auch Apple ist trotz aller wirtschaftlichen Erfolge ein sehr schwankungsanfälliges Investment, könnte aber nach dem Kursrücksetzer und den zuletzt sehr erfreulichen Quartalszahlen wieder spannend werden. Oder Sie wählen die einfache Lösung und setzen auf viele aussichtsreiche Technologiewerte gleichzeitig.

Checkliste: Das müssen Sie bei Investments in den US-Aktienmarkt beachten

  • Setzen Sie besser auf einzelne Aktien als auf den Gesamtmarkt. Ein ETF auf den Leitindex Dow Jones oder den heimlichen Leitindex S&P 500 bringt voraussichtlich weniger als ein Investment in einzelne Aktien oder in einen aktiv geführten Aktienfonds. Denn über drei Viertel des US-Bruttoinlandsprodukts stammt aktuell aus der Dienstleistungsbranche. Es sind aber gerade die Industrieunternehmen, die von den sinkenden Energiepreisen am meisten profitieren (diese sind aber in den Indizes noch nicht so stark vertreten).
  • Lassen Sie sich von den Negativberichten über Verschuldung, Fiskalpolitik und Arbeitslosigkeit in den USA nicht entmutigen. Mit der richtigen Auswahl von US-Investments sind dennoch überdurchschnittliche Gewinne möglich.
  • Bevorzugen Sie qualitativ erstklassige Industrieaktien. Oder setzen Sie auf Beteiligungsgesellschaften wie Berkshire Hathaway, die für ihre Aktionäre in die Old Economy investieren.
  • Setzen Sie im IT-Bereich auf bilanziell gesunde Unternehmen, die bereits Gewinne schreiben. Setzen Sie dabei bevorzugt auf dividendenstarke Titel. Die hohen Bargeldreserven der erfolgreichsten IT-Unternehmen sollten nicht nur Firmenübernahmen oder Neuentwicklungen zugutekommen, sondern auch den Aktionären.
  • Meiden Sie IT-Unternehmen, die zwar als Marke beliebt und „in“ sind (Facebook), aber kein ausgereiftes Geschäftsmodell besitzen. Auf diese Weise reduzieren Sie die Gefahr spekulativer Übertreibungen.

10. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.