von Jan Aalto

US-Konjunktur auf dem Prüfstand: Häuserverkauf bestimmt über Aktien

Daten entscheiden über Marktverlauf

Konjunkturbaustelle USA: Häuserverkauf heute nachmittag im Fokus

Zur Zeit stecken die Aktienbörsen jede noch so schlechte Nachricht einfach weg.

Der Dax legt Tag für Tag zu, auch wenn Deutschland die Eurokrise fürchten muss.

Im Schatten dieser Euphorie erhalten wir Tag für Tag neue Zahlen aus den USA, die nicht ausschließlich gut sind. So möchten die Amerikaner die Schuldenobregrenze erneut auf offiziell mehr als 15 Billionen US-Dollar erhöhen. Die strukturelle Arbeitslosigkeit wächst und immer mehr Staaten/Kommunen geraten in Bedrängnis.

Nehmen wir an, dies sei Alles eingepreist. Heute nachmittag stehen Zahlen an, die mehr über den Zustand der US-Konjunktur verraten werden. Dies ist der Verkauf von Häusern, der anzeigen wird, wie stark die Zuversicht bei privaten Haushalten wieder ist.

Preise sind niedrig

Bedenken Sie: Die Immobilienpreise in den USA sind zumindest 20% niedriger als zu "normalen" Zeiten, da der Leerstand nach wie vor ungewöhnlich hoch sein soll. "Soll" ist die notwendige Einschränkung, da die Rolle der Banken noch nicht hinreichend klar ist.

Die Banken haben wegen der ausgefallenen Kredite zahlreiche Immobilien in der Bilanz. Nicht alle Immobilien tauchen auf dem Markt auf, sodass wir das Ausmaß des Leerstands kaum abschätzen können. Das bedeutet:

Möglicherweise sind die Preise am Markt durch die künstliche Verknappung des Angebotes höher als sie bei vollständiger Präsenz der Immobilien wären. Dies verfälscht das Bild, das sich uns heute nachmittag zeigen wird. Aber:

  • Spätestens ab 16.00 Uhr wissen wir mehr: Die Verkaufszahlen über Bestandsimmobilien in den USA gelten trotz dieser Einschränkungen als wichtiges Signal über den Zustand der Konjunktur.
  • Dies wird auch die Börsen in New York beeinflussen und spätestens im nachbörslichen Handel auch den Dax.
  • Die Auswirkungen sehen wir daher heute abend beziehungsweise bis hinein zum Montagshandel.
  • Sollte der Verkauf in etwa die vorher prognostizierte Größenordnung erreicht haben (4,65 Millionen Immobilien nach zuletzt 4,4 Millionen), rechnen wir mit einem ruhigen Handel. Bleibt der Markt aber mehr als drei Prozent unter den Erwartungen, stehen Dow Jones und Co. unter Druck.

"Schlimm" im Sinne großer Kurseinbrüche werden die Fakten aus den USA nicht werden. Trotzdem ist es wichtig, sich auf die Möglichkeit sinkender Kurse vorzubereiten. Falls Sie längerfristig investieren wollten, sind sehr enge Stop-Kurse auf den Bankkonten eine kleine Gefahr.

GeVestor meint: Die Zahlen aus den USA zum Häuserverkauf verraten Einiges über die US-Konjunktur. Sie werden mittelfristig auch den Zinsverlauf beeinflussen oder wneigstens die Frage, wie schnell die USA die Zinsen wieder erhöhen.

Wir rechnen damit, dass die Zahlen zumindest nicht so gut ausfallen, dass die Niedrigzinspolitik ein schnelles Ende findet. Die Notenbanksitzung am nächsten Donnerstag wird keine Änderungen bringen: die Leitzinsen bleiben bei 0%, sodass der Dollar schwach bleibt und die Aktienmärkte mittelfristig genügend Auftrieb bekommen.

 
 
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