Im Weihnachtsgeschäft 2010 waren sie noch als Helden der konjunkturellen Auferstehung gefeiert worden, die US-Konsumenten. Da hatten sie Geschenke gekauft, was das Portemonnaie hält und hatten die Zuwachsrate beim privaten Verbrauch auf 4% gehievt. Doch so wie es aussieht, könnte sich diese Rate im ersten Quartal, das heute zu Ende geht, halbiert haben.
Die realen Einkommen gehen zurück
Die realen Ausgaben nahmen im Februar lediglich um 0,3% zu. Und selbst das war nur möglich, weil die Amerikaner wieder an ihre Ersparnisse gehen, um den Konsum aufrecht zu erhalten. Inflationsbereinigt fiel das verfügbare Einkommen im Februar sogar um 0,1%, wie das Handelsministerium in Washington berichtet. Das ist der erste Rückgang seit dem September. Die Folge: Vor allem bei Freizeitaktivitäten wird schon wieder gespart, um Bares für die Nötigen Artikel zu haben (siehe Grafik).
Damit aber nicht genug: Am Dienstag meldete auch das Conference Board in den USA einen deutlichen Rückgang seines Indikators für das Konsumentenvertrauen im März. Es war der erste Rückgang in sechs Monaten, aber gleich der stärkste seit Februar 2010. Die Gründe für die eingetrübte Laune liegen auf der Hand: Inflation, Unruhen im Nahen Osten, sinkende Häuserpreise und die Katastrophe in Japan, die zu Problemen in den Lieferketten führt und so die Inflation zusätzlich anfacht.
Angst vor Inflation lähmt
Vor allem der Subindex für die Inflationserwartungen schiesst nach oben, auf jetzt 6,7%. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2008. Im Klartext: Die US-Verbraucher sind stark verunsichert. Dabei hatte ihre Stimmung vor ein paar Wochen noch ein 3-Jahreshoch markiert. Da der private Verbrauch 70% zum BIP in den USA beiträgt, verheißt das nichts Gutes. Die "festeren Füße", auf denen Fed-Chef Ben Bernanke die amerikanische Konjunktur ruhen sieht, stehen in Wahrheit auf Sand.


