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US-Quellensteuer – Besonderheiten für deutsche Anleger

Viele Länder erheben auf bestimmte Einnahmen aus Kapitalvermögen, beispielsweise Dividenden und Zinsen, eine sogenannte Quellensteuer. Diese Quellensteuer verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie direkt an der Quelle, also meist bei einem Kreditinstitut, einbehalten wird.

Auch die USA erheben eine solche Quellensteuer auf US-Wertpapiererträge. Darunter fallen beispielsweise Aktien US-amerikanischer Gesellschaften sowie Schuldverschreibungen US-amerikanischer Emittenten.

Aber auch ausländische, somit auch deutsche, Zertifikate über US-Aktien fallen unter diese Regelung. Für ausländische Anleger wird bei den Erträgen aus den betroffenen Wertpapieren eine Quellensteuer in Höhe von 30% fällig, welche an die zuständige Finanzbehörde der USA abgeführt wird.

Viele Anleger können jedoch von einer Ermäßigung profitieren, welche sie dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zu verdanken haben.

Das deutsch-amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen

Ein Doppelbesteuerungsabkommen soll verhindern, dass Personen, die in 2 Staaten Einkünfte erzielen, diese auch in beiden Staaten – also doppelt – versteuern müssen. Derartige Abkommen hat die Bundesrepublik Deutschland mit über 80 Staaten geschlossen, so auch mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Das hat zur Folge, dass deutsche Anleger bei Erfüllung der nötigen Voraussetzungen von einer ermäßigten Quellensteuer profitieren können. Diese liegt dann statt bei 30% nur noch bei 0% für Zinsen und bei 15% für Dividenden. Zu beachten ist jedoch, dass bereits im Vorfeld ein entsprechender Antrag für die Ermäßigung gestellt werden muss.

Doch natürlich ist damit erst die Steuerschuld gegenüber den USA beglichen. In Deutschland wird trotzdem noch die Abgeltungssteuer in Höhe von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig.

Anrechenbarkeit der US-Quellensteuer auf die Abgeltungssteuer

Da es der Zweck von Doppelbesteuerungsabkommen ist, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden, lassen sich im Ausland gezahlte Quellensteuern in Deutschland auf die Einkommensteuer anrechnen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Doppelbesteuerungsabkommen für Dividenden eine Obergrenze von 15% setzen.

Bei Ländern, die eine Quellensteuer bis zu dieser 15%-Marke erheben, lässt sich diese Quellensteuer somit voll auf die Abgeltungssteuer anrechnen. Es gibt jedoch auch Staaten, die zunächst eine höhere Quellensteuer kassieren, welche erst auf Antrag zurückerstattet wird. Dabei kann es mehr oder weniger kompliziert zugehen.

Dies ist jedoch bei der US-Quellensteuer nicht der Fall, sofern der Anleger sich frühzeitig um die Gewährung der Ermäßigung kümmert. Dann sind in den USA nur die 15% Quellensteuer zu bezahlen, welche mit der Abgeltungssteuer voll zu verrechnen sind.

Anerkennung der Ermäßigung für US-Quellensteuer

Um ein aufwendiges Erstattungsverfahren zu umgehen, muss der deutsche Aktionär US-amerikanischer Aktien somit noch vor der Dividenden-Zahlung tätig werden. Andernfalls erfolgt eine Erstattung meist nur, wenn eine bestimmte Steuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige eingereicht wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass diese für lediglich ein Jahr rückwirkend möglich ist. Der rechtzeitige Antrag auf die Ermäßigung spart also Zeit und Nerven.

4. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.