Jetzt verschiebt sich der Fokus der Krise wieder in Richtung USA: Dort ist das Superkomitee zu keiner Einigung über die massiven Sparmaßnahmen gekommen.
Der Druck ist aber immens. Dabei geht es um riesige Summen.
Über den Zeitraum von zehn Jahren soll es zu Einsparungen von 1.200 Mrd. Dollar kommen. Ob das wirklich ausreicht ist völlig offen. Immerhin sind die USA nun insgesamt mit annähernd 15.000 Mrd. Dollar verschuldet.
Und bei dieser Summe ist es in den USA nun so: Diese Schulden entsprechen ziemlich genau der aktuellen Wirtschaftsleistung der USA. Bei den strauchelnden Ländern in Europa wie Griechenland legt diese Quote nicht bei 100% sondern wohl eher bei 160%.
Doch da kommt die Größe ins Spiel: Bei den USA handelt es sich nun einmal um die größte Volkswirtschaft der Welt. Die USA hat fast zehn Mal so viele Schulden wie Italien – diese Summen sprengen ohne Frage die Vorstellungskraft.
Einen ersten Schuss vor den Bug hat das Land schon mit den Ratingabstufungen im Sommer erhalten. Nun prüft die Ratingagentur Fitch eine weitere Absenkung des Ausblicks für die USA. Aber die Lage ist dennoch paradox: Die Zinsen in den USA sinken immer weiter – Anleihen aus den USA gelten als sichere Anlagen in unsicheren Zeiten.
Das gilt auch für deutsche Anleihen. Ansonsten steigen derzeit die Renditen fast aller weiteren großen Euro-Länder – ob nun Italien, Spanien oder auch Frankreich. Ein positives Beispiel ist hier nur Irland.
Hier haben sich die Renditen vom absoluten Krisenniveau von mehr als 20% für zweijährige Anleihen wieder verabschiedet. Mit einem aktuellen Niveau von rund 8% kann Irland sich aber auch noch nicht wieder frei am Kapitalmarkt mit neuen Mitteln eindecken.
Schuldenkrise eskaliert – In Europa und den USA
Ob nun hier bei uns in der Euro-Zone oder in den USA: Die Schuldenkrise eskaliert weiter. Daher ist es auch verständlich, dass Finanzwerte wieder stärker an Wert verlieren. Heute sorgt die Commerzbank für Schlagzeilen. Laut aktueller Agenturmeldungen ist der Kapitalbedarf bei der Bank deutlich höher als bisher angenommen. Bislang hieß es, dass die Kapitallücke wohl einen Betrag von knapp 2,95 Mrd. Euro umfasst.
Nun gibt es noch unbestätigte Meldungen, wonach diese Lücke auf bis zu 5 Mrd. Euro angewachsen sein könnte. Direkt nach den ersten Meldungen sackte die Commerzbank-Aktie um mehr als 8% ab auf ein neues Rekordtief von nur noch 1,24 Euro.
Keine Frage: Jetzt droht auch noch eine Verschärfung der Bankenkrise in Deutschland. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, rückt zudem ein Ausstieg des deutschen Staates bei der Commerzbank in weite Ferne.



