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USA: Gläserner Steuerbürger ab 2014

Bereits am 18. März 2010 wurde „FACTA“ in den USA in Kraft gesetzt. FACTA steht für „Foreign Account Tax Compliance Act“. Mit FACTA soll verhindert werden, dass US-steuerpflichtige Personen ausländische Finanzinstitute nutzen, um ihre Steuerpflicht zu umgehen.

Mit anderen Worten: FACTA soll verhindern, dass die steuerpflichtigen Erträge der US-Bürger nicht oder nicht ausreichend in den USA besteuert werden.

Die erste Umsetzungsrichtlinie wurde bereits im September 2010 durch die US-Steuerbehörde „Internal Revenue Service“ (IRS) veröffentlicht. Nachdem in den Jahren 2011 und 2012 weitere Richtlinien veröffentlicht wurden, wird es nun allmählich eng für die „Steuer-Optimierer“.

Aus der Theorie wird Praxis

Im Juli 2012 kündigten die USA zusammen mit Deutschland, Spanien Frankreich, Großbritannien und Italien an, FACTA in den sogenannten „FACTA-Partnerländern“ auf der Basis von bilateralen Vereinbarungen umzusetzen. Dabei stellten die genannten Staaten („FACTA-Partnerländer“) ein Musterabkommen vor, welches Großbritannien als erstes Land im September 2012 unterzeichnete.

Im Januar 2013 veröffentlichte die IRS schließlich die finalen Regeln für Nicht-FACTA-Partnerländer.

Ab 2014 wird es ernst

FACTA zwingt ab 2014 alle Finanzinstitute (Banken, Fonds, Versicherungen etc.) dazu, alle US-Kunden zu identifizieren und von 2015 an jährlich deren Vermögensstand an die US-Steuerbehörde IRS zu melden. Weigert sich ein Finanzinstitut, diesen Regelungen zu folgen, wird ab dem Jahr 2016 für alle Erlöse aus Kapitalerträgen oder der Veräußerung von Vermögensgegenständen in den USA eine Strafsteuer von 30% fällig.

Dann wird praktisch jedes Finanzinstitut gezwungen, die FACTA-Vereinbarung abzuschließen, denn in fast allen marktüblichen Anlagen sind US-Werte, US-Dollar-Anlagen, US-Aktien oder ähnliches enthalten.

Daher haben viele Länder für ihre Banken bereits nationale FACTA-Abkommen abgeschlossen. Wo das nicht der Fall ist, müssen die Finanzinstitute Einzelabkommen mit der IRS schließen, um sich von der Strafsteuer zu befreien.

Zusammengefasst müssen die Finanzinstitute also unter ihren Kunden diejenigen, die in den USA steuerpflichtig sind, identifizieren und die Daten dieser Kunden weitergeben. Die US-Bürger werden zu gläsernen Steuer-Zahlern. Und das unabhängig davon, wo sie ihr Geld angelegt haben.

Zwei Möglichkeiten zur Weitergabe der Daten 

Was die Weitergabe der Daten angeht, stehen den Finanzinstituten grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

Modell 1: Die Daten von US-Bürgern werden von den Finanzinstituten zunächst an die nationale Steuerbehörde gegeben und von dieser an die US-Steuerbehörde IRS weitergereicht. Dieser Umweg könnte allerdings zum Datenklau einladen.

Modell 2: Die Daten werden von den Finanzinstituten direkt an die IRS weitergereicht.

Jedes Finanzinstitut wird zudem FACTA-Verantwortliche benennen und diese dem IRS melden müssen. Das IRS will die FACTA-Verantwortlichen dann auf ihre künftigen Pflichten einstimmen.

Fazit: FACTA bietet die Möglichkeit, Steuereinnahmen zu erhöhen

Das FACTA-System bietet so eine Möglichkeit, um die Steuereinnahmen zu steigern. Die Flucht ins Ausland ist dann kein „Steuersparmodell“ mehr. Der weltweit gläserne Steuerbürger wird Realität. Sollte dieses System erfolgreich sein und neue Steuereinnahmen bringen, werden andere Länder (auch Deutschland) sehr schnell das Modell kopieren.

Fazit: FACTA sorgt für mehr Steuergerechtigkeit, da internationale Schlupflöcher geschlossen werden. Gleichzeitig steigt aber auch das Risiko, dass Daten missbraucht werden. Die Kontrolle und Überwachung durch den Staat nimmt zu. Das ist eine Gefahr.

28. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.