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Value-Strategie: 3 Schritte zur Ermittlung von Qualitätsaktien

Viele Anleger schauen lediglich auf den Kurs einer Aktie.

Der Kurs ist jedoch nur das, was man zahlt.

Der Wert ist das, was man erhält.

Ein Unternehmen, dessen Marktwert in der Vergangenheit stark gestiegen ist, halten viele für teuer, eine Aktie, die gefallen ist, für ein Schnäppchen.

Die Frage muss jedoch immer lauten: Was bekomme ich für den Preis an Wert geboten?

Wie hoch ist der innere bzw. wahre Wert eines Unternehmens und welcher Preis wird an der Börse für das Unternehmen bezahlt? Dieser Unterschied ist für Value-Anleger von großer Bedeutung.

Auch Spitzenunternehmen haben hin und wieder Probleme.

Die Börse neigt dann dazu, diese Unternehmen überproportional „abzustrafen“.

Diese Situationen stellten in der Vergangenheit oftmals sehr gute Kaufgelegenheiten dar, denn normalerweise überwinden Spitzenunternehmen ihre Probleme und gehen gestärkt aus Krisen hervor.

Es kommt auch vor, dass Unternehmen ihre Gewinn- und Ertragssituation Jahr für Jahr verbessern, der Markt jedoch die sich ständig verbessernde Ausgangsposition ignoriert.

Die Aktie wird somit bei unverändertem Kurs im Verhältnis zu ihrem Wert immer preiswerter.

Was müssen Sie tun, wenn Sie nach den Value-Grundsätzen von Buffett, Graham und Co. handeln möchten? Sie müssen wissen, was Qualität bei einem Unternehmen bedeutet, und wie Sie dies auch konkret feststellen können.

Erst danach treffen Sie eine Aussage über den fairen Unternehmenswert. Sie können dabei in drei Schritten vorgehen.

1. Schritt: Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Mit den folgenden Fragen zur allgemeinen Unternehmensbeurteilung können Sie sehr schnell klassische Value-Unternehmen aufspüren.

  • Ist das Unternehmen einfach zu verstehen, hat es eine beständige Firmengeschichte?
  • Werden die Produkte dringend benötigt, gibt es keinen direkten Ersatz?
  • Gibt es wenige Restriktionen, so dass das Unternehmen einfach expandieren kann? Ist die Produktion einfach ausdehnbar?
  • Sind die Produkte eindeutig von den Konkurrenzprodukten zu unterscheiden?

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    • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
    • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
    • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
    • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
    • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
    • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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  • Verfügt das Unternehmen über eine monopolartige Stellung?
  • Hat das Unternehmen noch Wachstumspotenzial? Wird die Nachfrage noch genügend wachsen?
  • Hat das Unternehmen eine weitgehende Freiheit in der Preisgestaltung?

Sie werden nicht sehr viele Unternehmen finden, bei denen Sie alle diese Fragen mit einem deutlichen „Ja“ beantworten können.

Es handelt sich dabei meistens um Ihnen bereits sehr vertraute Unternehmen.

Versetzen Sie sich dabei einmal 10 Jahre in die Vergangenheit, und überlegen Sie, was Sie geantwortet hätten, wenn man Sie gefragt hätte: „Welches sind die 10 besten Unternehmen der Welt?

Ohne über betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu verfügen, geschweige denn jemals eine Bilanz gelesen zu haben, würden Sie alleine mit Ihrem gesunden Menschenverstand auf Unternehmen wie Coca-Cola, Microsoft oder Walt Disney kommen.

Sie werden automatisch auf starke Marken stoßen.

Sie werden viele, viele Unternehmen finden, deren Produkte Sie schon durch Ihr gesamtes Leben begleitet haben.

Beispielsweise Beiersdorf mit dem Körperpflegeprodukt Nivea, Heinz Ketchup, Johnson & Johnson mit der Penaten-Creme, Procter & Gamble mit den Pampers-Windeln, Nestlé mit einem Sammelsurium weltbekannter Marken, Unilever mit Knorr und anderen Marken oder L’Oréal mit den bekannten Kosmetikartikeln.

2. Schritt: Messbare Qualitätskriterien

In diesem Schritt kontrollieren Sie konkret messbare Unternehmens-Kennzahlen. Diese ermöglichen Ihnen ein Vergleichen mehrerer Aktien untereinander. Zu den Qualitätskriterien gehören:

  • Eigenkapitalquote über 30%

Den prozentualen Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme nennt man Eigenkapitalquote. Achten Sie auf eine möglichst hohe Eigenkapitalquote. Sie sollte nach Möglichkeit mindestens 30% betragen.

  • Eigenkapitalrendite über 25%

Die Eigenkapitalrendite ist der Ertrag des investierten Eigenkapitals. Hierbei teilen Sie den Jahresgewinn durch das Eigenkapital.

So erfahren Sie, wie sich das Eigenkapital des Unternehmens verzinst. Die Eigenkapitalrendite soll 25% oder mehr betragen.

  • Gewinnwachstum über 10%

Die zukünftigen Gewinne bestimmen den Wert der Aktie. Die Gewinne des Unternehmens sollten stetig wachsen. Gute Unternehmen schaffen das. Die Wachstumsrate sollte über 10% liegen.

  • Umsatzrendite über 10%

Die Umsatzrendite gibt an, wie viel von jedem Euro (oder jedem Dollar) Umsatz als Gewinn beim Unternehmen verbleibt. Je höher sie ist, desto stärker ist die Marktstellung der Unternehmung und desto eher können Kostenerhöhungen oder Preissenkungen verkraftet werden.

Die Umsatzrendite sollte mindestens 10% betragen und über die Jahre anwachsen.

  • Cashflow-Marge über 15%

Der Cashflow bezeichnet den Zugang an flüssigen Mitteln aus dem Umsatzprozess und anderen Quellen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Durch die Cashflow-Analyse erhalten Sie Aussagen über die Finanzkraft eines Unternehmens.

Die Cashflow-Marge gibt an, wie viele Finanzmittel (prozentual gesehen) das Unternehmen aus seinen Umsätzen generiert.

  • Sachinvestitionen unter 40%

Unternehmen mit hohen Sachinvestitionen müssen einen großen Teil der Gewinne zum Beispiel in Maschinen investieren, nur um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. In inflationären Zeiten werden diese Unternehmen noch stärker getroffen.

Damit genügend Gewinn für weiteres Wachstum übrig bleibt, sollte der Anteil der Sachinvestitionen nicht mehr als 40% vom Cash Flow betragen.

3. Schritt: Ermittlung des wahren Unternehmenswertes

In den vorangegangenen Abschnitten haben Sie erfahren, wie Sie die Qualität bei Unternehmen identifizieren. Sie sind nun in der Lage, aus einer Vielzahl von Aktiengesellschaften jederzeit die Besten herauszufiltern.

Das reicht aber noch nicht – Sie sollten auch möglichst wenig für diese hohe Qualität zahlen.

Aus diesem Grund muss der wahre, innere Unternehmenswert bestimmt und daraus abgeleitet werden, wie viel ein Unternehmen wohl in den nächsten Jahren als Rendite einbringen wird.

Hierzu wird eine Schätzung für den zukünftigen wahren Unternehmenswert benötigt.

Nur äußerst beständige Unternehmen sind gut planbar.

Ein Unternehmen, das in den letzten 10 oder 15 Jahren mit einer großen Beständigkeit seine Gewinne jährlich um beispielsweise 15% steigern konnte, wird in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach kontinuierlicher wachsen als eine Gesellschaft, die sich in der Vergangenheit sehr ungleichmäßig entwickelt hat.

24. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.