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Variable Kosten anhand von Beispielen verständlich erklärt

Variable Kosten sind ein wichtiger Bestandteil bei einer betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung. Es handelt sich hierbei um Kosten, die sich abhängig von der produzierten Menge einer Ware verändern.

Zusammen mit den Fixkosten ergeben sie die Gesamtkosten, die bei einem Unternehmen anfallen. Die Summe aus den fixen und den variablen Kosten lässt sich ins Verhältnis zur produzierten Stückzahl setzen. Das Ergebnis nennt man gesamte Stückkosten. Diese sind für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, Gewinne zu erzielen.

Laut dem Gesetz der Massenproduktion sinken die gesamten Stückkosten, wenn die produzierte Stückzahl steigt. Es sind aber generell unterschiedliche Entwicklungen möglich, die sich anhand von Beispielen gut erläutern lassen.

Beispiele für proportionale und progressive Kosten

Die variablen Kosten entwickeln sich proportional, wenn pro Stück gefertigtem Erzeugnis eine feste Summe zu zahlen ist. Als Beispiel lässt sich hier ein Hersteller von Armbanduhren anführen: Pro produzierter Uhr benötigt der Hersteller eine Batterie, die er für 1 € einkauft. Für 5 Uhren werden also 5 € fällig, für 100 Uhren 100 €. Diese variablen Kosten steigen demnach proportional an.

Bei den sogenannten progressiven Kosten verhält es sich anders. Hier nehmen die variablen Kosten bei steigender Produktionsmenge stärker zu. Um bei dem Uhrenhersteller zu bleiben:

Ein Mitarbeiter soll an seinem 8-stündigen Arbeitstag 18 Uhren zusammenbauen. Aufgrund von gestiegener Nachfrage wird es jedoch nötig, dass 20 Uhren pro Tag fertiggestellt werden. Dafür muss der Mitarbeiter Überstunden machen, für die der Arbeitgeber einen Überstundenzuschlag zahlen muss. Dieser Zuschlag sorgt dafür, dass die Stückkosten überproportional ansteigen.

Degressive und regressive Kosten

Umgekehrt verhält es sich bei den degressiven Kosten. Hier nehmen die variablen Kosten bei steigender Produktionsmenge langsamer zu. Der Grund hierfür könnte sein, dass der Uhrenhersteller vom Batterie-Lieferanten einen Mengenrabatt bekommt.

Ab der 1000. Batterie werden statt 1 € nur noch 95 Cent pro Batterie fällig. Ab der 2000. Batterie sind es sogar nur noch 90 Cent. Die Folge ist, dass die variablen Stückkosten bei steigender Produktionsmenge abnehmen.

Ein besonders interessanter Fall liegt vor, wenn sich die variablen Kosten regressiv entwickeln. Dieser Fall ist in der Praxis jedoch selten anzutreffen. Hierbei sinken bei steigender Beschäftigung / Produktionsmenge sowohl die variablen Stückkosten als auch die variablen Gesamtkosten.

Man kann sich beispielsweise eine Diskothek vorstellen, die je nach Besucherzahl mehr oder weniger beheizt werden muss. Je mehr Besucher nun kommen, desto weniger Heizkosten fallen an. Die Beschäftigung – hier in Form der Besucherzahl – nimmt also zu, die Heizkosten sinken hingegen.

Je mehr produziert wird, desto geringer sind die Stückkosten

Generell lässt sich jedoch feststellen, dass in der Praxis das Gesetz der Massenproduktion häufig zutreffend ist: je mehr produziert wird, desto geringer sind die Stückkosten.

Auch dies lässt sich an einem einfachen Beispiel erläutern: Ein Unternehmen hat Fixkosten in Höhe von 10.000 € und variable Kosten in Höhe von 10 € pro gefertigtem Produkt. Wenn nun nur genau ein Teil produziert wird, so liegen die Stückkosten bei 10.010 € (Fixkosten + variable Kosten).

Werden 5 Stück der Ware produziert, liegen die Gesamtkosten bei 10.050 €. Pro Stück ergibt dies also einen Betrag von 2.010 €. Auch wenn die Rechnung in der Realität wesentlich komplexer ist, ist Grundprinzip stets dasselbe.

7. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.