MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Verbesserung der Liquidität – Wie man seine Zahlungsfähigkeit erhält

Dem Erhalt und der Verbesserung der Liquidität wird in vielen Fällen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen sind oft derart mit dem Betriebsablauf beschäftigt, dass das Liquiditätsmanagement ins Hintertreffen gerät.

Verbesserung der Liquidität – Vermeiden von Insolvenzen

Wenn die Liquidität und damit die Zahlungsfähigkeit sich schleichend verschlechtern, werden die unternehmerischen Spielräume enger. Zudem stehen der Erhalt und die Sicherheit des Betriebs auf dem Spiel.

In anderen Worten: Wer nachhaltig Erträge generieren will, muss sich zugleich intensiv ums Thema Geld kümmern. Etliche der 28.297 Unternehmensinsolvenzen von 2012 wären vermeidbar gewesen. Zur Verbesserung der Liquidität gibt einige Möglichkeiten, die frühzeitig angepackt werden sollten.

Mehr zum Thema: Liquidität – für Unternehmen die Luft zum Atmen

Verbesserung der Liquidität: Finanzplan zur Übersicht

Auch wenn es trivial erscheinen mag, wichtig ist zunächst ein Überblick über fällige Zahlungen und offene Posten. Diese sind in einem Finanzplan zusammenzufassen, der ständig überwacht und aktualisiert werden muss.

Das verhindert Überraschungen.

Mehr zum Thema: Einzugsbedingte Liquidität – wichtigste Liquiditätskennzahl

Verbesserung der Liquidität – Forderungsmanagement

Ausgangsrechnungen sollten möglichst zeitnah gestellt werden. Dazu gehört auch die Verbesserung des eigenen Mahnwesens. Notfalls muss ein Inkassobüro eingeschaltet werden. Je reibungsloser die Geldeingänge erfolgen, desto weniger Zinsen sind auf der anderen Seite zu zahlen. Ein dem Kunden gewährter Skontoabzug bei frühzeitiger Zahlung kann hier helfen.

Mehr zum Thema: Strukturelle Liquidität – langfristige Sicherung der Zahlungsfähigkeit

Gerade bei Aufträgen mit längerer Abwicklungszeit sollte man an Teilzahlungen denken. Zeit und Materialeinsatz kosten schon vorab Geld.

In Bezug auf eigene Forderungen ist auch an ein Factoring zu denken. Dabei werden Forderungen vor ihrer Fälligkeit an ein Finanzierungsinstitut verkauft. Dieses übernimmt das Ausfallrisiko. Zwar wird ein bestimmter Abschlag auf die Rechnung fällig, doch dafür bekommt man das Geld sicher und sofort. Ein eindeutiger Vorteil in Sachen Liquidität.

Umgekehrt sollte bei Lieferantenrechnungen lieber auf kleinere Rabatte verzichtet werden. Effizienter ist es, verlängerte Zahlungsziele auszuhandeln und so eigene Zahlungsausgänge hinauszuzögern.

Verbesserung der Liquidität: Weniger Kapital binden

Sachanlagegüter wie Maschinen oder IT-Strukturen sollten nur entsprechend ihrer Nutzungsdauer finanziert werden. Bei Bankkrediten für alle Fälle immer die Option auf eine Sondertilgung vereinbaren.

Alternativ schont es auch die Liquidität, wenn Anlagen und Fahrzeuge geleast werden. Dieser Mietkauf mit regelmäßigen Raten erspart Verhandlungen mit der Bank, die für andere Zwecke ohnehin anstehen. Zudem verbessert ein Leasing das eigene Rating bei der Bank und stärkt die Verhandlungsposition.

Mehr zum Thema: So erstellen Sie ein Finanzierungskonzept für Ihre Bank

Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Sale-And-Lease-Back-Verfahren. Hierbei werden eigene Sachanlagen wie Gebäude oder Maschinen an ein Leasingunternehmen verkauft, um sie dann wieder selbst zu leasen. Dies schont und schafft Liquidität zugleich.

Verbesserung der Liquidität: Proaktiv prüfen und verhandeln

Natürlich darf man sich auch nicht scheuen, die Höhe von Privatentnahmen und Geschäftsführungsgehältern kritisch unter die Lupe zu nehmen. In Krisenzeiten und bei mangelnder Liquidität wird unter Umständen auch die Hausbank auf diesen Punkt hinweisen.

Wenn ein Finanz- bzw. Investitionsplan erstellt ist, sollte auf dessen Basis mit der Bank ein Kontokorrentrahmen vereinbart werden, der „Luft“ verschafft. Die Zahlungsfähigkeit ist auf jeden Fall zu sichern. Bei Engpässen ist ohnehin der proaktive Kontakt zur Hausbank wichtig. Ihr sollte die Sachlage bekannt sein, bevor Lastschriften oder Überweisungen platzen.

Verbesserung der Liquidität: Mit der Steuer rechnen

Ein weiterer Aspekt, der gerne übersehen wird, sind Steuern. Hohe Steuervorauszahlungen lassen sich auf Antrag herabsetzen, wenn mit einem schlechteren Jahresergebnis zu rechnen ist. Abgesehen davon sollten in der Finanz- und Liquiditätsplanung immer alle voraussehbaren Steuerzahlungen berücksichtigt werden.

Die sind einige Basis-Aspekte, die zu einer Liquiditätsverbesserung führen können. Im Detail lässt sich die Einnahmen- und Ausgabenseite noch weiter optimieren. Wichtig ist vor allem, insgesamt effiziente Strukturen zu schaffen und die Finanzen stets im Blick zu halten. Liquiditätsengpässe dürfen nicht ausgesessen werden. Hier gilt es, proaktiv anzupacken.

25. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.