Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Verbot von Dieselfahrzeugen im Anmarsch? Auswirkungen für VW & Co

Schon der VW-Abgasskandal (Dieselgate) sorgte in den letzten 12 Monaten für lange Gesichter bei VW-Anlegern. Doch die schlechten Nachrichten für VW und andere Hersteller von Diesel-Fahrzeugen reißen nicht ab.

Gleich mehrere Großstädte in Deutschland planen in den nächsten Jahren eine sogenannte Blaue Plakette – damit sollen Diesel-PKWs außen vor bleiben und nicht mehr in die Innenstadt dürfen, darunter Düsseldorf und München.

Hinzu kommt, dass auch andere Länder langfristig keine Benzin- und Dieselfahrzeuge auf den Straßen sehen wollen. Norwegen will schon ab 2025 nur noch Elektroautos und andere alternative Antriebe bei Neuzulassungen genehmigen. Auch Indien will ein Verbot einführen.

In Deutschland fahren immer mehr Dieselfahrzeuge

Bislang war der Diesel für die deutschen Autobauer ein gutes Geschäft. Insbesondere in Deutschland ist der Anteil an Dieselfahrzeugen seit 1990 kontinuierlich gestiegen. Machte der Anteil der Dieselfahrzeuge vor mehr als 25 Jahren nur 11% der Neuverkäufe aus, lag dieser Anteil im vergangenen Jahr bei rund 48%.

Wenig verwunderlich also, dass der gesamte Fahrzeugbestand immer diesellastiger wird. Lag der Anteil der Dieselfahrzeuge in 2006 noch bei knapp 22%, waren es Anfang 2016 rund 32%. Insgesamt sind rund 14,5 Mio. Diesel-Fahrzeuge auf deutschen Straßen (Quelle: Statista) unterwegs.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Mit ein Grund hierfür ist, dass der deutsche Staat den Diesel an den Tankstellen subventioniert. Während die Mineralölsteuer für Benzin bei rund 65 Cent je Liter liegt, werden Dieselfahrer nur mit einer Steuer von rund 47 Cent belegt – kein Wunder also, dass vor allem Langstreckenfahrer und viele Unternehmen auf den Diesel setzen.

Audi und BMW gelten als Diesel-Vorreiter

Die VW-Tochter Audi und der Münchner Autobauer BMW gelten dabei als Vorreiter beim Diesel. Zwei von drei neuen Autos werden bei BMW und Audi inzwischen mit einem Diesel-Motor ausgeliefert.

Auch bei VW und Mercedes stellt sich die Situation ähnlich dar: 50% der verkauften Neuwagen waren bei Volkswagen und Mercedes zuletzt mit einem Selbstzünder (Diesel) bestückt, bei der GM-Tochter Opel haben immerhin noch rund 30% der neu verkauften Autos einen Diesel-Motor.

Verbot von Dieselfahrzeugen und die Auswirkungen

Würde sich ein Verbot von Dieselfahrzeugen in Großstädten deutschland- bzw. europaweit durchsetzen, hätten die deutschen Autobauer ein Problem, denn nach wie vor macht der Diesel bei vielen deutschen Autoherstellern einen substantiellen Anteil der PKW-Verkaufszahlen aus.

Bei Audi zum Beispiel lag der Diesel-Anteil im PKW-Fahrzeugbestand im Vorjahr bei über 48%, bei BMW bei 45% und bei Mercedes und VW bei 41 bzw. 39% (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt).

Auch von politischer Seite könnte nach dem Diesel-Abgasskandal die Unterstützung für die Subventionierung des Diesels schwinden, immerhin subventioniert Deutschland den Diesel inzwischen mit jährlich rund 7,8 Mrd. €.

Fazit: Verbot von Dieselfahrzeugen setzt deutsche Autobauer unter Druck

Kurzum: Die Tage des Diesels könnten schon in wenigen Jahren gezählt sein, was die deutschen Autobauer unter Druck setzt, alternative Antriebskonzepte zu entwickeln.

Zwar haben VW, Audi, BMW und Mercedes bereits Elektroauto-Konzepte vorgestellt, doch in Sachen Reichweite und Batterie-Technik hinken die deutschen Autobauer nach wie vor dem amerikanischen Branchenprimus Tesla Motors hinterher.

Für Konsumenten hätte ein Verbot von Dieselfahrzeugen zunächst den Vorteil, dass sich das Innovationstempo in Richtung Elektroautos wohl beschleunigen würde.

Für Anleger in der Automobilindustrie hätte ein Verbot von Dieselfahrzeugen jedoch den Nachteil, dass auf VW, BMW, Daimler & Co höhere Investitionskosten zukommen, während gleichzeitig ein lukrativer Absatzmarkt (Dieselfahrzeuge) wegbrechen würde.

Inhaber von Auto-Aktien müssen sich daher mittelfristig auf höhere Kursschwankungen (Volatilität) einstellen – dies ist dem Umstand geschuldet, dass sich der Automobilmarkt weltweit im Umbruch befindet.

8. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt