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Verbot von Leerverkäufen – eine schwierige Debatte

Leerverkäufe werden spätestens seit einigen Jahren sehr kritisch gesehen. Doch ein Verbot dieser Handelsmöglichkeit steht noch immer in den Sternen.

Obwohl sich viele einflussreiche Menschen aus Politik und Wirtschaft für ein Verbot aussprechen, gibt es offenbar immer noch Gründe und Argumente für die Aufschiebung einer ernsthaften Verbotsdiskussion.

Leerverkäufe von Finanztiteln wurden bereits verboten – Sinnhaftigkeit ist umstritten

Frankreich, Italien, Spanien und Belgien sind die einzigen Länder in der EU, die bisher einen ernsten Schritt in Richtung Verbot der Leerverkäufe unternommen haben.

Zwar beziehen sich diese Verbote nur auf Finanztitel, dennoch könnte diese Entwicklung wegweisend sein.

Die Sinnhaftigkeit des Verbots von Leerverkäufen an einzelnen Börsen ist allerdings umstritten. In der heutigen Zeit ist es ohne weiteres möglich, auf andere Handelsplätze, an denen die betroffenen Finanztitel ebenfalls gelistet sind, auszuweichen.

Was in der Bundesrepublik Deutschland passiert

Die Bundesregierung hat – wenn auch verspätet – ebenfalls reagiert. Jedoch ist auch diese Reaktion eher als populistischer Akt statt nachhaltige Regulierungsmaßnahme der Finanzmärkte zu betrachten.

Denn auch in dem Gesetzesentwurf aus 2010 wurden nicht alle Leerverkäufe verboten sondern nur Teile der sogenannten ungedeckten Leerverkäufe.


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Mehr dazu: Ungedeckte Leerverkäufe

Zudem bezieht sich dieser Gesetzesentwurf, wie auch in den anderen EU-Ländern, die dieses Verbot ausgesprochen haben, nur auf die deutschen Börsenplätze. Inzwischen haben sich die EU-Länder auf eine gemeinsame Position geeinigt und ungedeckte Leerverkäufe verboten.

Da die großen Unternehmen aber zumeist auch in New York gelistet sind, kann das Verbot von den institutionellen Großhändlern ohne Probleme umgangen werden.

Kritik an Verbot von Leerverkäufen

Kritiker nennen vor allem zwei Gründe, warum Leerverkäufe nicht verboten werden sollten. Zum einen fällt häufig das Argument, dass man ohne globale Richtlinien stets auf andere Handelsplätze ausweichen kann und die Wirkung des Verbots somit verpufft.

Zum anderen sei ein Verbot der Leerverkäufe ein Eingriff in die preisliche Regulierung von Aktientiteln.

Durch einen Leerverkauf wird eine deutliche Position gegenüber einem Wert eingenommen. Denn der Händler ist bereit, Geld einsetzen, um auf den Verfall eines Kurses zu spekulieren.

Ohne diesen Leerverkauf würde die Anpassung eines Aktienwertes nach unten vermutlich wesentlich länger dauern.

Lebensgefahr durch Leerverkäufe?

Als Fazit gilt es vielleicht, nicht den Leerverkauf an sich zu verbieten, sondern die gehandelten Volumina im Verhältnis zur Marktkapitalisierung zu begrenzen. Leerverkäufe in lebensnotwendigen Werten könnten so nur noch bedingt getätigt werden.

Mit lebensnotwendigen Werten sind hier Rohstoffe wie Mais, Zucker, Weizen und Kaffee gemeint.

Fällt beispielsweise der Kaffeepreis ins bodenlose, so wird sich das der südamerikanische Bauer nur schwer erklären können. Sein Verdienst an der Ernte wird geschmälert und die Ernährung seiner Familie steht auf dem Spiel.

Mehr dazu: Spekulation auf Lebensmittel, nein danke

Bei Kursverlusten von Aktien ist zunächst hauptsächlich der Investor selbst betroffen. Die Folge ist bei dieser Art von Titeln nur im Geldbeutel, wohl aber nicht direkt im Kochtopf zu spüren.

Gegen das vollständige Verbot von Leerverkäufen gibt es durchaus Argumente. Zumindest sollten sie aber so reguliert werden, dass keine in Abhängigkeit befindlichen und unbeteiligten Personen zu Schaden kommen.

11. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.