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Verbot von Leerverkäufen in der EU

Einfach gesagt wettet man beim Leerverkauf auf fallende Kurse.

Das geht, indem man sich zum Beispiel eine Aktie zum Kurswert von 100 Euro von jemandem für eine bestimmte Zeit gegen eine kleine Gebühr ausleiht.

Man verkauft sie sofort für 100 Euro und hofft, dass der Kurs fällt. Dann kauft man sich die Aktie zum billigeren Preis wieder und gibt sie dem Besitzer zurück – und hat nach dem Geschäft einen Gewinn gemacht.

Verbot von Leerverkäufen: EU will Spekulation eindämmen

Allerdings geht es auch eine Nummer spekulativer – denn Leerverkäufe lassen sich auch ungedeckt machen.

Bei ungedeckten Leerverkäufen befinden sich die Wertpapiere zu keinem Zeitpunkt im Besitz des Spekulanten.

Er spekuliert also mit Ihnen, ohne sie sich auch nur geliehen zu haben.

Diese Art der Spekulation kann zu extremen Kursbewegungen führen. Und deswegen sind seit November 2012 solche ungedeckten Leerverkäufe in der EU verboten.


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Mehr dazu: Leerverkäufe Deutschland: verboten oder nicht?

Beispiel Volkswagen-Aktie

Vor 4 Jahren zum Beispiel war die Volkswagenaktie binnen kürzester Zeit auf über 1000 Euro geklettert – hinter solchen sonst schwer erklärbaren Kurssprüngen vermuten Experten ungedeckte Leerverkäufe.

Kritiker monieren an dieser Art der Spekulation, dass der ökonomische Nutzen sich in engen Grenzen hält, dadurch aber die Finanzmärkte unsicherer werden.

Denn bei ungedeckten Leerverkäufen tendiert der ursprüngliche Sinn von Leerverkäufen gegen 0 – sie waren einmal zur Absicherung gedacht.

Absicherung durch Leerverkäufe

Leerverkäufe können zum Absichern von Geschäften dienen. Sie ergeben dann Sinn, wenn man beispielsweise eine Position, die ein Vermögensverwalter hat, absichern möchte.

Beispiel: Man erwartet schlechte Konjunkturdaten und möchte, dass der Dax nicht die eigene Position verschlechtert, wenn er denn schon absehbar sinkt.

Da kann man über Leerverkäufe andere Positionen absichern.

Geeignete Absicherung ungedeckter Leerverkäufe: Gerüchte streuen

Wenn also von Leerverkäufen als Teufelszeug oder Brandbeschleunigern an den Finanzmärkten gesprochen wird, sind meist ungedeckte Leerverkäufe gemeint – als ein Instrument von Zockern und Marktmanipulatoren.

Denn besonders effektiv funktioniert diese Spekulation natürlich, wenn man während der Zockerei auch noch Gerüchte und schlechte Nachrichten streut, die den Kurs so richtig auf Talfahrt schicken.

Diese ungedeckten Leerverkäufe von europäischen Aktien, Kreditausfallversicherungen und Anleihen sind seit 2012 also verboten.

Nutzen des Verbots ist umstritten

Allerdings ist das ein vergleichsweise kleiner Markt gegenüber anderen Bereichen der internationalen Finanzmärkte, in denen weiterhin gezockt werden darf – bei Derivaten etwa, wo mit gigantischen Summen spekuliert wird.

Dieser Bereich gilt vielen Experten als eigentliches Epizentrum von Beben an den Finanzmärkten.

Daher meinen Kritiker des Verbots, dass dieses eher dem Aktionismus seitens der Politik in der Krise geschuldet sei als dass es merklich zur Stabilität der Märkte beitrage.

Zudem werde die weltweite Finanzstabilität dadurch auch deswegen nicht spürbar erhöht, weil andere Wirtschaftsregionen kein solches Verbot eingeführt haben.

Die USA beispielsweise als einer der wichtigsten Finanzmärkte lassen auch ungedeckte Leerverkäufe noch zu.

Global Players, die nicht unbedingt an einen Finanzplatz gefesselt sind, könnten so die Märkte nach wie vor gehörig durchrütteln.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.