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Vererben von Konten und Depots: So sparen Anleger bares Geld und Steuern

Die Erbschaftsteuer ist verfassungswidrig, hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Aber noch sind die alten Regeln in Kraft, die Frist für eine Gesetzesänderung oder –neufassung läuft erst Mitte 2016 ab.

Aktuell liefern sich Bundesfinanzminister Schäuble und Bundeswirtschaftsminister Gabriel einen Schlagabtausch darüber, wie die künftige Erbschaftsteuer aussehen soll.

Zu Ihren Ungunsten ist die Verzögerung aber nicht. Egal, ob Sie als Erbe oder Erblasser auftreten. Denn die aktuellen Regeln lassen Ihnen viel Spielraum, erspartes und angelegtes Geld sowie Wertpapiere steuerfrei von der einen Generation auf die andere zu übertragen.

Das muss nicht immer nach dem Tod geschehen. Im Gegenteil: Oft lohnt sich ein Vererben zu Lebzeiten. Lesen Sie hier, welche Regeln Sie beachten sollten.

Testament verfassen und die gesetzliche Erbfolge

In aller Regel erben laut Gesetz zur Hälfte die eigenen Kinder und zur anderen Hälfte der eigene Ehepartner. Das gilt immer, wenn kein Ehevertrag besteht. Die Kinder bekommen dann jeweils den gleichen Anteil. Gibt es keinen Ehepartner oder lebt dieser nicht mehr, erben die Kinder alles.

Ist ein Kind zum Todeszeitpunkt des Erblassers bereits verstorben, wird sein Anteil zu gleichen Teilen unter dessen Kindern aufgeteilt.

Für Erblasser gilt: Wenn Sie eine andere Aufteilung wünschen oder (auch noch) andere Personen begünstigen möchten, müssen Sie ein Testament machen. Die Mindestanforderungen bei einem privatschriftlichen Testament, also einem Testament, das Sie unter Mitwirkung des Notars verfassen, lauten:

  • Das Schriftstück muss als Testament erkennbar sein (Überschrift „Mein Testament“ oder „Mein letzter Wille“)
  • Das Testament muss von vorn bis hinten handschriftlich verfasst sein (beim gemeinsamen Testament von Ehepaaren schreibt nur einer der Ehepartner)
  • Das Testament muss mit Datum und eigenhändiger Unterschrift versehen sein

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Wichtig: Die engsten Angehörigen (Ehepartner, Kinder) können Sie nicht einfach enterben bzw. leer ausgehen lassen. Zumindest der Pflichtteil steht ihnen zu. Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Zudem sollten Sie dafür sorgen, dass das Testament auffindbar ist. Entweder, indem Sie Ihre Erben darüber aufklären, wo Sie es verwahren (das kann auch Ihre Schreibtischschublade sein). Oder indem Sie es gegen Gebühr beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung geben.

Keine Sorge, Sie können es jederzeit zurückfordern, wenn Sie eine Änderung im Sinn haben.

Ein notarielles Testament (statt eines privatschriftlichen) kostet Geld, ist aber bei größerem Erbe bzw. komplizierter Aufteilung zu empfehlen. Die Kosten hängen von der Höhe des Erbes ab. Ein gemeinsames Testament eines Ehepaares kostet das Doppelte.

Steuern sparen durch Schenkungen

Die aktuellen Steuerregeln begünstigen vor allem die nächsten Angehörigen, also Ehepartner, Kinder und Enkel. Denn es gibt steuerliche Freibeträge, die sich nutzen lassen.

Bis zur maximalen Grenze des Freibetrags bleibt das Erbe steuerfrei und auch ein Geschenk, das zu Lebzeiten des Erblassers gemacht wird. Die aktuellen Freibeträge und Steuerklassen entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

Tabelle-1

Was nützt Ihnen das Wissen um die aktuellen Freibeträge? Ganz einfach: Diese Freibeträge lassen sich durch Schenkungen zu Lebzeiten mehrfach ausschöpfen. Denn nach 10 Jahren steht der jeweilige Freibetrag erneut zur Verfügung.

Nur, was über diese Freibeträge hinausgeht, muss versteuert werden. Hier zu Ihrer Information noch die Steuersätze, die von der Steuerklasse (siehe Tabelle oben) und der Höhe des Erbes abhängen:

Tabelle-2

Achtung: Erblasser sollten allerdings darauf achten, dass es gerecht zugeht: Ein Erbe, der zu Lebzeiten bereits eine Schenkung erhalten hat, sollte im Testament mit entsprechend weniger bedacht werden. Sonst ist Streit unter den Erben vorprogrammiert.

Vollmachten für Konten und Depots

Auch Konten und Depots gehören im Todesfall selbstverständlich zum Erbe. Es gibt allerdings zwei Probleme, mit denen die Erben konfrontiert sind:

  1. Sie haben keinen Zugriff ohne Erbschein oder Testamentseröffnung (bei notariellen Testamenten). Die Ausstellung des Erbscheins dauert allerdings eine gewisse Zeit. Und selbst mit Erbschein ist die Verfügung über ein ererbtes Konto oder Depot nicht garantiert. Denn: Alle Erben müssen zustimmen. Ist nur einer dagegen, stellt sich die Bank quer.
  2. Depots schwanken im Wert. Die Erbschaftsteuer bemisst sich aber am Kurs der Wertpapiere zum Todestag des Erblassers. Es kann eine riesige finanzielle Belastung sein, wenn die Kurse nach Eintritt des Erbfalles in die Tiefe rauschen.

Wie lässt sich hier vernünftig Vorsorge treffen? Diese Empfehlung geht an die Erblasser: Erteilen Sie schon zu Lebzeiten einer Person Ihres Vertrauens eine „Vollmacht über den Tod hinaus“.

Dann hängt der Zugriff nicht vom Erbschein ab. Notfalls kann der oder die Bevollmächtigte schwankungsintensive Wertpapiere verkaufen, bevor sie an Wert verlieren.

Das Formular für eine Konto- oder Depotvollmacht erhalten Sie bei Ihrer Bank. Sie können die Vollmacht auf einzelne Konten bzw. Depots beschränken oder alle einbeziehen.

Wichtig: Sowohl Sie als Vollmachtgeber als auch die bevollmächtigte Person muss sich mit Personalausweis legitimieren.

Übrigens: Die bevollmächtigte Person muss kein Erbe sein. Sie ist aber selbstverständlich verpflichtet, das Geld bzw. die Wertpapiere gemäß gesetzlichen Regeln oder Testament an die Erben herauszugeben. Sprich: Die Erben haben einen Rechtsanspruch auf Herausgabe der geerbten Gelder und Wertpapiere.

28. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.