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Verglasung einer Loggia stellt bauliche Veränderung dar

Dass die Umwandlung einer Loggia in einen Wintergarten eine bauliche Veränderung darstellt, weil das Erscheinungsbild der Eigentumswohnanlage verändert wird, bestätigte das Amtsgericht Charlottenburg im Oktober 2012.

Deshalb müssen alle Wohnungseigentümer einer solchen Maßnahme zustimmen.

Ein einzelner Wohnungseigentümer hatte einen mehrheitlichen Beschluss seiner Eigentümergemeinschaft angefochten, mit dem die Verglasung einer Loggia genehmigt wurde. Die Loggia sollte zu einem Wintergarten umgebaut werden.

Zwar hatte die Denkmalbehörde der Maßnahme an dem denkmalgeschützten Haus zugestimmt. Der anfechtende Wohnungseigentümer war jedoch der Ansicht, dass auch alle Wohnungseigentümer dem Beschluss hätten zustimmen müssen.


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Die anderen Wohnungseigentümer waren jedoch der Ansicht, dass durch den geplanten Umbau kein Nachteil für die übrigen Eigentümer entsteht, weil es sich auch um eine Modernisierungsmaßnahme handele.

Außerdem sollte die Loggia mit Isolierglas- und Schallschutzfenstern versehen werden, wodurch nach Auffassung der verklagten übrigen Wohnungseigentümer auch Heizenergie eingespart würde.

Das Gericht entschied den Rechtsstreit zu Gunsten des anfechtenden Wohnungseigentümers.

Bei der geplanten Verglasung der Loggia handelte es sich um eine bauliche Veränderung. Gemäß § 22 Abs. 1 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) setzen bauliche Veränderungen voraus, dass jeder Wohnungseigentümer zustimmt, dessen Rechte durch die Maßnahme betroffen werden.

Durch den Umbau der Loggia würde die Fassade der Wohneigentumsanlage umgestaltet und dadurch die Rechte aller Wohnungseigentümer berührt.

Eine Modernisierung gemäß § 22 Abs. 2 WEG lag nach Ansicht des Gerichts nicht vor, weil keine Anpassung des gemeinschaftlichen Eigentums an den aktuellen Stand der Technik erfolgen sollte.

Die Verglasung von offenen Balkonen oder Loggien stellt keine derartige Modernisierung dar; und das obwohl der geplante Umbau wegen des Einbaus neuer zeitgemäßer Fenster eine energiesparende Wirkung haben würde.

Die Verglasung würde eine grundsätzliche Umgestaltung des Balkons darstellen.

Deshalb ist die Verglasung eines Balkons keine Modernisierungsmaßnahme im Sinne des § 22 Abs. 2 WEG.

Eine darüber hinausgehende Anpassung des Gemeinschaftseigentums an den aktuellen Stand der Technik konnte das Gericht nicht feststellen (AG Charlottenburg, Urteil v. 26.10.12, Az. 73 C 220/10).

29. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marc Popp. Über den Autor

Marc Popp ist als Rechtsanwalt in Bonn tätig. Als Fachautor hat er bereits zahlreiche Beiträge zum Immobilien-, Makler-, Miet-, Wohnungseigentums- und Versicherungsrecht verfasst.