Verhaltensökonomie: So bekommen Sie Ihre Emotionen in den Griff

Wenn es an den Börsen mal wieder nicht so optimal läuft und viele Anleger ihre Investments in Gefahr sehen, ist das Interesse an Infoveranstaltungen immer besonders groß.

So war ich z.B. beim Börsentag 2014 in Berlin vor allem von der gewaltigen Resonanz überrascht, die ich auf den dort von mir gehaltenen Vortrag erhalten habe.

Das Thema „Mit einer mechanischen Handelsstrategie zum Börsenerfolg“ stieß bei den Anlegern auf besonders großen Zulauf und Zuspruch.

Emotionen erschweren eine objektive Anlageentscheidung

Dies ist im Besonderen auch den Negativ-Korrekturen geschuldet, die bei vielen Anlegern immer wieder für Verunsicherung sorgen.

Gerade dann, wenn es an den Börsen turbulent zugeht, kommt nämlich die menschliche Psyche ins Spiel: Immer wieder erschweren Emotionen eine objektive Anlageentscheidung.

Und dies gilt eben besonders dann, wenn schlechte Nachrichten auf die Märkte einprasseln und die Aktienkurse in den freien Fall übergehen.

Verunsicherte und gestresste Anleger laufen dann Gefahr, die falschen Entscheidungen zu treffen.


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Anleger handeln nicht rational

Mit der menschlichen Psyche beschäftigt sich die „Behavioral Finance“ (Verhaltensökonomie).

Dieser Teilbereich der Finanzwissenschaft untersucht die häufig irrationalen und größtenteils unbewussten Verhaltensweisen der Anleger sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

Die Wissenschaftler haben Folgendes herausgefunden: Anleger machen immer wieder die gleichen Fehler. Wenn Sie sich dieser irrationalen Verhaltensweisen jedoch bewusst sind, können Sie daran arbeiten.

Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen – nicht umgekehrt

Eine zentrale Erkenntnis der Behavioral Finance ist die sogenannte „Verlustaversion“:

Menschen machen – verständlicherweise – nicht gerne Verluste. Viele Anleger tun sich äußerst schwer damit, eine Aktie, die unter dem Einstand notiert, zu verkaufen und damit den Verlust zu realisieren.

Natürlich fällt es niemandem leicht, sich eine Fehleinschätzung einzugestehen – egal ob an der Börse oder im täglichen Leben. Nichts anderes passiert, wenn ein Verlust realisiert wird.

Wird eine Minusposition verkauft, ist der Verlust endgültig Realität – und damit auch die falsche Einschätzung.

Auf der anderen Seite werden Gewinne viel zu früh realisiert. Die Folge daraus: Die Verlustbringer bleiben im Portfolio und ziehen so das gesamte Depot nach unten.

Das Erfolgsprinzip „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“ wird gewissermaßen umgekehrt. Ein dauerhafter Börsenerfolg lässt sich so nicht realisieren.

Der Schlüssel zum Erfolg: Eine Strategie mit klaren Regeln

Eines sollten Sie sich immer vor Augen halten: Den „heiligen Gral“, ein zu 100% funktionierendes System, gibt es nun einmal nicht.

Selbst mit der besten Strategie werden Ihnen Verlust-Trades nicht erspart bleiben. Der erste Schritt zum Börsenerfolg ist daher, die unvermeidlichen Verluste zu akzeptieren.

Für die Fälle, in denen Sie mit Ihrer Einschätzung falsch liegen, gilt es, die Einbußen in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Wenn Sie Ihre Verluste konsequent begrenzen, kommen die Gewinne von ganz allein.

Ein Weg zum Börsenerfolg ist ein mechanisches Handelssystem mit klaren Regeln. Mit einer Strategie, die Ihnen in jeder Phase vorgibt, was zu tun ist, haben Sie Ihre Emotionen im Griff.

Dann werden Sie auch zwischenzeitliche Schwächephasen nicht von Ihrem Erfolgskurs abbringen.

 

Weitere Tipps zum Thema Umgang mit psychologischen Börsenfallen finden sie hier.

15. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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