MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Verkäuferprovision: „Ja oder Nein“ oder „Ja und Nein“?

Kennen Sie das auch? Anhänger einer Fraktion versuchen Sie mit Argumenten wie auf Leben und Tod von etwas zu überzeugen?

In der Computerlandschaft tobt ein solcher Glaubenskrieg: Was für ein PC-Typ sind Sie?

Nutzen Sie die Microsoftwelt oder sind Sie Apple-Nutzer? Kaum ein Nutzer der Microsoftwelt schimpft auf die Apple-Produkte. Aber umgekehrt werden Microsoft-Nutzer von der anderen Fraktion sehr oft als unfähige „Main-Stream-PC-Anwender“ abgekanzelt und verurteilt.

Ein echter Glaubenskrieg. Unter den Kollegen Immobilienmaklern gibt es ein Thema, das den gleichen Rang einnimmt.

Wer zahlt die Provision?

Eine ähnliche Situation entbrennt zunehmend unter Immobilienmaklern. Hier lautet die Fragestellung „Innenprovision – Ja oder Nein“.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Diejenigen Immobilienmakler, die sich an den ortüblichen Gepflogenheiten orientieren und eine geteilte Provision von Käufer und Verkäufer oder die reine Käuferprovision anwenden sehen sich zunehmend den „Verbalattacken“ der Anhänger einen reinen Verkäuferprovision ausgesetzt.

Erstaunlich ist, dass diese insgesamt deutlich kleinere Gruppe der Immobilienmakler ihre Interessenlage ähnlich wortgewaltig zum Ausdruck bringt wie die Apple-Fangemeinde.

Parallelen sind erlaubt, wenn in öffentlichen Foren auf Xing oder im sozialen Netzwerk Facebook sowie in Blog-Kommentaren vom „einzig wahren Weg“ der Verkäuferprovision gesprochen und damit jeder Immobilienmakler, der eine andere Provisionsregelung favorisiert, stigmatisiert wird.

Als Argument „Pro Verkäuferprovision“ wird häufig der amerikanische Immobilienmarkt herangezogen, auf dem die Maklerquote bei Vermittlungsaufträgen eindeutig höher ist als auf dem deutschen Immobilienmarkt. Sehr häufig ist es dort in der Tat so, dass der Verkäufer die Provision an den von ihm mit dem Verkauf beauftragten Immobilienmakler bezahlt.

Allerdings ist der sog. Buyers-Broker, also der Immobilienmakler, der vom Käufer beauftragt wird, eine inzwischen häufig anzutreffende Form der Beauftragung eines Immobilienmaklers. In diesen Fällen zahlt auch der Käufer als Auftraggeber eine Provision an den Immobilienmakler.

Demnach ist die „Verkäufer-Provision“ als einziges und ausschlaggebendes Argument für einen höheren Marktanteil der Immobilienmakler auf dem amerikanischen Immobilienmarkt nicht in der Eindeutigkeit heranzuziehen, wie dies oft geschieht.

Die vehement vorgetragenen Argumente für die reine Verkäuferprovision verkennen ferner, dass es durchaus zufriedene Kunden von Immobilienmaklern gibt, auch wenn diese als Käufer eine Provision bezahlt haben.

Das zeigt u.a. die Forsa-Umfrage zur Zufriedenheit von Kunden von Immobilienmaklern.

Dort haben etwa ¾ der Kunden von Immobilienmaklern angegeben, dass sie mit den Leistungen ihres Immobilienmaklers zufrieden waren. Diese Zahl war unter den Verkäuferkunden höher als unter den Käuferkunden. Es gaben aber immerhin 2/3 der Käuferkunden an, dass sie ebenfalls mit Ihrem Immobilienmakler zufrieden waren.

Gibt es also einen Grund, dass wir uns gegenseitig missionieren? Das ist doch eher nicht der Fall.

Mein Tipp dazu ist: Geben Sie von vornherein zu erkennen, welcher Fraktion Sie angehören. Zeigen Sie dem Kunden, wer die Provision bei Ihnen trägt. Ist es der Käufer, ist der Verkäufer oder arbeiten Sie mit einer geteilten Provision?

Wichtig ist, dass Sie einen eindeutigen Kurs fahren und dies offen zeigen.

19. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.